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Stadtgeflüster: Goethepreis für Theaterkoryphäe

Peter Feldmann (links) überreicht Francois Duplat den Goethepreis. Foto: Enrico Sauda _>___ N Peter Feldmann (links) überreicht Francois Duplat den Goethepreis.
Frankfurt. 

Die Theater- und Filmemacherin Ariane Mnouchkine grüßt ihr Publikum im Kaisersaal vom Bildschirm, wo sich gut 200 Besucher versammelt haben. Denn schließlich sollte sie dort den Goethepreis entgegennehmen.

Harald Ungerer sorgt dafür, dass der Sperrmüll von der Straße kommt. Für die Aktion „Kleider machen Leute“ ließ er sich in Schale werfen. Bild-Zoom Foto: Bernd Thissen (dpa)
Harald Ungerer sorgt dafür, dass der Sperrmüll von der Straße kommt. Für die Aktion „Kleider machen Leute“ ließ er sich in Schale werfen.

Doch die 78-jährige Französin, Gründerin des weltbekannten alternativen Theaters „Théâtre du Soleil“, konnte nicht nach Frankfurt kommen, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Sie wird alle drei Jahre vergeben und ist mit 50 000 Euro dotiert. Der Goethepreis wird zur Feier des Geburtstags Johann Wolfgang von Goethes am 28. August verliehen.

Mnouchkine aber weilt in Japan, genauer auf Sadogashima, der Goldinsel, im Westen des Landes. Vertreten wird sie durch ihren „großen, sehr teuren Freund“ Francois Duplat. „Wir lernten uns 1974 kennen und haben seitdem viele Male zusammengearbeitet“, erklärt Duplat, warum die Wahl auf ihn fiel. „Ich bin kein ,richtiges’ Mitglied im Theaterensemble, aber Ehrenmitglied und wirklich sehr gut mit ihr befreundet.“ Ariane Mnouchkine „hätte diese Zeremonie sehr gemocht“, weiß Duplat. „Das ist ein Ritual und Ariane liebt Rituale.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann, der Duplat die Auszeichnung überreichte, fasste das Wirken und die Wirkung der Ausgezeichneten in einen Satz zusammen. „Sie hat das Theater im Vertrauen auf seine Traditionen neu erfunden.“ OB Peter Feldmann stellte aber auch gleich klar, dass es schier unmöglich sei, das Lebenswerk eines Menschen „auf eine Formel zu bringen“.

Theatermacher Willy Praml und Michael Quast (r.). Bild-Zoom Foto: Enrico Sauda _>___ N
Theatermacher Willy Praml und Michael Quast (r.).

Zu den Gästen der Feierstunde zählten auch Mirjam Wenzel , Direktorin des jüdischen Museums, und Salomon Korn , Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, dessen Bruder, Theaterregisseur Benjamin Korn schon mit Mnouchkine zusammenarbeitete. Außerdem mit dabei: Michael Quast, Chef der Fliegenden Volksbühne, für den Mnouchkine „ein großes Vorbild“ ist. „Sie ist für unsere Arbeit sehr wichtig“, so der Theatermann. „Seit meiner Studentenzeit ist sie eine der Göttinnen am Theaterhimmel.“ Auch der Frankfurter Theatermacher Willy Praml, Mitgründer und Leiter des Theaters „Willy Praml“, ist im Kaisersaal.

Museumsleiterin Mirjam Wenzel trifft Salomon Korn. Bild-Zoom Foto: Enrico Sauda _>___ N
Museumsleiterin Mirjam Wenzel trifft Salomon Korn.

Und auch er ist ein glühender Mnouchkine-Verehrer. „Ich besuche seit 1964 alle ihre Inszenierungen“, sagt der 76-Jährige. „Für mich ist das jedes Mal wie eine Wallfahrt.“ Er kennt sie auch persönlich. „Natürlich. Sie ist doch jeden Abend in der Vorstellung, macht die Tür auf und begrüßt die Besucher mit Handschlag, so wie ich es auch mache. Da sind wir uns sehr ähnlich“, erzählt Willy Praml und schwärmt von Ariane Mnouchkines Filmen. „Ganz groß ist ,Molière’, den wir als Hommage an sie auch bei uns zeigen.“ Und zwar heute Abend um 18.30 Uhr im Naxostheater in der Waldschmidtstraße 19. „Ich bin ein wenig enttäuscht, dass sie nicht kommen kann, denn ich hätte sie gern persönlich in meiner Theaterstadt begrüßt.“

(es)
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