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Großes Kino in der Oper

Eintracht-Co-Trainer Robert Kovac, hier mit Gattin Anica, konnte trotz der Heimniederlage gegen Leverkusen bei der Operngala ein Lächeln zumindest wieder andeuten. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Eintracht-Co-Trainer Robert Kovac, hier mit Gattin Anica, konnte trotz der Heimniederlage gegen Leverkusen bei der Operngala ein Lächeln zumindest wieder andeuten.

Es ist ein rauschendes Fest in der Oper. Wie übrigens bei den 18 vorhergehenden Malen auch. Die Hautevolee der Mainmetropole kommt zusammen, verteilt sich an den 85 Tischen und feiert bei dieser Gala sich, das Opernhaus, die Musik. Es ist auch eine Feier, die sich lohnt. Ein „Klassentreffen“, wie einer der 954 Gäste zwischen Hauptgang, der auf der größten drehbaren Bühne Europas serviert wird, und Dessert, das es im Foyer gibt, sagt.

Banker Jürgen Fitschen und seine Frau Friederike Lohse. Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Banker Jürgen Fitschen und seine Frau Friederike Lohse.

Zu den Besuchern zählen der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank John Cryan und seine Mary, der Noch-Chef der Deutschen Börse Carsten Kengeter mit seiner Frau Brigitte und die frisch vermählten Vincent Steigenberger und Elena von Metzler – um nur einige zu nennen. Auch Ingrid Flick , Witwe des Unternehmers Friedrich Karl Flick, Dr. Stephan Pauly , Chef der Alten Oper, und Karin Gräfin Sassoli de Bianchi de Medici gehören an diesem Abend der Granden dazu. Es ist ein Treff, der in diesem Jahr gut 900 000 Euro einbrachte. „Geld, das wir brauchen, um auch im kommenden Jahr die Qualität erhalten zu können“, wie Jürgen Fitschen sagte, Vorsitzender des Kuratoriums der Sektion Oper des Patronatsvereins für die Städtischen Bühnen. Und es ist eine Zusammenkunft, die ganz im Zeichen der Zukunft des Opernhauses steht. Denn das Haus ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Frischzellenkur. Die ist nicht billig, sondern kann weit mehr als 900 Millionen Euro kosten (wir berichteten). Es gebe zurzeit eine „engagierte Diskussion, wie es weitergehen soll“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Lösungen seien nötig und zwar möglichst bald. Man sollte sich in Frankfurt nicht Berlin zum Vorbild machen, so Bouffier, der mit seiner Frau Ursula diesem glamourösen Event beiwohnte.

Karin Sassoli De Bianchi De Medici, Ingrid Flick und Lisa Reuffurth (v.l.). Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Karin Sassoli De Bianchi De Medici, Ingrid Flick und Lisa Reuffurth (v.l.).

Der Ministerpräsident meinte damit die Berliner Staatsoper, die drei Jahre später als geplant ihre Pforten öffnete und für die die Kosten für die Sanierung doppelt so hoch waren wie vorgesehen. Doch Kultur sei nicht „das Sahnehäubchen“, so der Ministerpräsident, „sondern das Spiegelbild der Gesellschaft“. Deshalb sei es „wichtig“, dass der Staat sich für die Kultur einsetze. Einer seiner elementarsten Verpflichtungen sei es, Platz und Raum zu schaffen, um Kultur zu ermöglichen. „Die Frankfurter Oper soll auch in Zukunft begeistern und verzaubern“, so Bouffier, der auch darauf hinwies, dass die Oper der Mainmetropole „eins der führenden Häuser der Welt ist“.

Drei, die  den Takt vorgeben: Intendant Bernd Loebe, Dirigent Lorenzo Viotti und Ministerpräsident Volker Bouffier (von links). Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Drei, die den Takt vorgeben: Intendant Bernd Loebe, Dirigent Lorenzo Viotti und Ministerpräsident Volker Bouffier (von links).

Darauf „sind wir stolz“, setzte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) noch eins drauf. „Wir werden alles tun, um den jetzigen Bauzustand zu beheben“, kündigte Feldmann an, der mit seiner Frau Zübeyde zur Gala gekommen war. „Wir werden an diesem Standort weiter Premieren feiern“, so der Oberbürgermeister weiter. „Herz geht über Kommerz und dieser Standort bleibt gesetzt“, rief Feldmann, der auch hervorhob, dass „wir hier auf niemanden verzichten müssen, sondern darüber nachdenken, ob wir nicht noch den ein oder anderen brauchen“. Er ist eben schon im Wahlkampfmodus. Es gehe immerhin um nichts Geringeres als die Programmqualität.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) schlug in die gleiche Kerbe. „Es war wie Musik in meinen Ohren, als ich hörte, dass sich Ministerpräsident Volker Bouffier zur Oper bekannt hat“, so die Kulturdezernentin. Das wird wohl auch Opernintendant Bernd Loebe gedacht haben. „Die Oper brummt“, sagte er lapidar. „Und die Menschen hier arbeiten wahnsinnig viel und in aller Regel mit guter Laune“, so Loebe, der auch bester Stimmung war und mit Blick auf Bouffier sagte, dass er zwar nach einer Oper, die in Jamaika spielt, gesucht, allerdings keine gefunden habe. Nun gelte es, eine gute und „tragbare Lösung“ zu finden, denn „hier am Willy-Brandt-Platz“ schlage das „künstlerische“ Herz der Stadt. „Und das ist eine Frage der Finanzierung“, mahnte Ina Hartwig. Die Übergangsphase werde ein „schwieriger Prozess“. Aber so ein Schritt benötige alle Sorgfalt.

Auf die Beine gestellt wurde dieser Abend, der unter der musikalischen Leitung von Lorenzo Viotti stand (Chefdirigent Sebastian Weigle weilt momentan in Berlin an der Oper), von Magda Boulos-Enste, Gabriela Brackmann Reiff, Katherine Fürstenberg-Raettig, Martina Heß-Hübner sowie Sylvia von Metzler . Vor dem Essen und zwischen den Reden stand Musik auf dem Programm. Und auch kurz vor dem Nachtisch. Da ließ Viotti alle aufstehen und einen Teil aus der Oper „La Traviata“ von Giuseppe Verdi singen.

(es)

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