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Heimsieg für Bodo Kirchhoff

Oberbürgermeister Peter Feldmann (links, mit Amtskette) gratuliert dem Schriftsteller Bodo Kirchhoff als einer der ersten Frankfurter zum Deutschen Buchpreis. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (.) Oberbürgermeister Peter Feldmann (links, mit Amtskette) gratuliert dem Schriftsteller Bodo Kirchhoff als einer der ersten Frankfurter zum Deutschen Buchpreis.
Frankfurt. 

Ich bin sehr viel glücklicher, als man mir vielleicht ansieht“, sagt Bodo Kirchhoff . Für sein Buch „Widerfahrnis“ hat er gerade den Deutschen Buchpreis erhalten, der mit 25 000 Euro dotiert ist. Nun steht er hinter dem Rednerpult und bedankt sich – auch bei der ersten Leserin seiner Bücher, seiner Frau Ulrike , die er als „unerbittlich“ bezeichnet. Sie ist erleichtert, dass ihr Mann gewonnen hat. „Jetzt ist wohl auch der Druck weg, jedes Jahr ein neues Buch schreiben zu müssen“, vermutet sie. „Wir können es nun ein wenig gelassener angehen lassen.“ Die Urkunde soll, so erzählt sie, im gemeinsamen Haus am Gardasee einen Platz finden. „Aber sie wird auf keinen Fall aufgehängt.“

In letzter Zeit habe er schon gedacht, dass er gewinnen könnte, sagt Bodo Kirchhoff. Die Zeichen standen gut. Als die Eintracht 2:1 gegen Leverkusen gewann, „stand ich danach auf der Shortlist“. Nun spielten die Adlerträger 2:2 gegen Bayern – und er holte den Buchpreis. Wenn das mal nicht zusammenhängt. Übrigens: Im vergangenen Jahr nahm der Offenbacher Frank Witzel die Auszeichnung mit nach Hause. Dieses Mal also ein Frankfurter. Seit 46 Jahren lebt Kirchhoff in der Mainmetropole, war einst wegen des Suhrkamp-Verlags hergezogen und ist wegen seines jetzigen Verlegers Joachim Unseld , Chef der Frankfurter Verlagsanstalt, geblieben. Der freut sich wie Bolle über Bodos neues Buch. Klar, der Preis lässt die Verkaufszahlen nach oben schnellen. Aber es geht um weit mehr als den schnöden Mammon an diesem Abend – es geht um die Literatur an sich. Und darum, „dass der Richtige gewonnen hat. Es ist eine Auszeichnung für sein Gesamtwerk“, findet Kulturdezernentin Ina Hartwig . Sie kennt die Preisverleihung nun aus drei Perspektiven: als Dezernentin, als Frau des Autors Ulf Erdmann Ziegler , der in der Shortlist war, und als Jurymitglied. „Das war eine besonders heilsame Erfahrung, weil man selbst Gegenstand der Kritik wurde.

Durch die Veranstaltung im Kaisersaal führt Gert Scobel , der für die erkrankte Cécile Schortmann einsprang. „Sonst bin ich besser vorbereitet“, sagt Scobel, der nachmittags von seinem Glück erfuhr. „Aber wenn sie sagen, man hätte nichts gemerkt“, das würde ihn dann schon ein wenig enttäuschen. Petra Gerster hat das Gewinner-Buch bereits gelesen: „Ich freue mich, weil er ein sehr guter Freund von mir ist“, sagt die Fernsehjournalistin. Für sie ist auch ein großer Tag, „denn heute ist mein neues Buch erschienen“. Es heißt „Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten, Martin Luther“ und sie verfasste es mit ihrem Mann Christian Nürnberger . Kirchhoffs neues Buch noch nicht gelesen hat Frankfurts ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth . „Aber ich komme sogar in einem seiner Bücher vor“, freut sich Roth. Und sie verrät noch etwas: „Ich habe mal in der Schillerschule für ihn aus einem seiner Bücher gelesen.“

(es)
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