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Hohe Ehre für Hotelier mit Herz

Alexander Gorjinia hilft benachteiligten Jugendlichen. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Alexander Gorjinia hilft benachteiligten Jugendlichen.
Frankfurt. 

Für sein Engagement, sozial benachteiligten Jugendlichen berufliche Chancen aufzuzeigen und den Weg in eine – positive – Zukunft zu ermöglichen, erhält heute der Frankfurter Hotelier Alexander Gorjinia in Wiesbaden die Georg-August-Zinn-Medaille.

Der in Teheran Geborene, der das Hotel „Villa Oriental“ führt, unterstützte mit seiner „Frankfurter Initiative für Zukunft – für Helden von morgen“ in den vergangenen acht Jahren insgesamt 50 Frauen und Männer aus vielen verschiedenen Ländern. Der 45-Jährige bot ihnen Praktikums- und Ausbildungsplätze in der „Villa Oriental“ an und vermittelte auch Schnuppertage in anderen Unternehmen. Er gab ihnen eine Chance, eine Perspektive und machte ihnen Mut. „Ist es nicht das, was wir tun müssen?“, antwortet Gorjinia auf die Frage, woher sein Wille zum Helfen stammt. „Jeder sollte sich etwas aussuchen, bei dem er sagt, dass er helfen und gleichzeitig an sich selbst arbeiten kann“, findet Gorjinia, der Vater von Zwillingen ist. „Ich kann gut nachfühlen wie es ist, wenn man sich nicht akzeptiert fühlt“, erklärt er, der sich als „Brückenbauer“ zwischen Iran und Deutschland sieht. Die Initiative greife an der richtigen Stelle. Die Jugendlichen können die Hilfe gut gebrauchen, Gorjinia bietet Hilfe zur Selbsthilfe.

Der Frankfurter engagiert sich bereits seit vielen Jahren für die Mainmetropole und ihre Menschen, interessiert sich für die touristische Entwicklung. Und er sucht nach Chancen für Jugendliche mit Migrationshintergrund – zumal er sich gut in deren Lage versetzen kann: Er flüchtete als Kind aus dem Iran nach Deutschland. „Wir sind über Schlepperbanden nach Deutschland gekommen“, erzählt Gorjinia von der Flucht mit seiner Mutter, die das Restaurant „Hafez“, das sich im selben Gebäude wie sein Hotel befindet, vor 28 Jahren ins Leben rief.

„Ursprünglich wollten wir in die USA. Alles war vorbereitet. Doch als wir hier ankamen, hieß es im Konsulat, dass wir nicht in die USA einreisen dürften“, so Gorjinia. Er war damals fünf Jahre alt, doch hat sich dieses Ereignis in sein Gedächtnis eingebrannt. Damals herrschte eine Krise zwischen Amerika und dem Iran. Unvergessen ist ihm das Bild seiner Mutter „die völlig kraftlos an der Tür des Konsulats stand und nicht wusste, was sie machen sollte“.

Die Georg-August-Zinn-Medaille wurde vom ehemaligen Ministerpräsidenten Hans Eichel zur Anerkennung großen Engagements bei der Förderung von Kultur und Kunst in Hessen gestiftet. Seit 2008 wird sie auch Personen und Institutionen überreicht, die sich bei der Förderung in Bereichen wie Bildung, Soziales und Sport verdient gemacht haben.

Die Auszeichnung sieht Alexander Gorjinia auch als Türöffner. „Ich kann damit meine Vision von ,Die Helden von morgen’ weiter bringen und neue Wege finden, um die Integration voranzubringen“, freut er sich. Auch in den Iran hat er sie schon exportiert.

(es)
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