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Frankfurts Promis drücken der Mannschaft beide Daumen: Hol dir den Sieg, Eintracht!

Petra Roth, Frankfurts ehemalige Oberbürgermeisterin, hält die Kopie des DFB-Pokals im Restaurant „Hugo’s“ in Frankfurt. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Petra Roth, Frankfurts ehemalige Oberbürgermeisterin, hält die Kopie des DFB-Pokals im Restaurant „Hugo’s“ in Frankfurt.
Frankfurt. 

Nach elf Jahren stehen die Adlerträger wieder im Pokalfinale. Grund genug, bei exponierten Persönlichkeiten der Mainmetropole mal nachzufragen, wie sie zu Eintracht Frankfurt stehen und was sie denken, wer das Endspiel gewinnt. Die ehemalige Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth ist pokalerfahren. Schon 1988 war sie mit dabei in Berlin, damals als Sportausschussvorsitzende. „Das war der Wahnsinn. Da hatte ich Gänsehaut.“ Ein erneuter Sieg wäre gut, „weil er die beste Image-Werbung für den Sport bei uns ist“. Die Fußball-Fachfrau Roth sagt: „Weihnachten hätte ich gedacht, die Eintracht hätte eine Chance, im Pokal weiterzukommen. Später nicht mehr so.“ Aber „der Glücksgott stand uns zur Seite und Niko Kovac, hat seine Sache gut gemacht“, analysiert die 73-Jährige, die auch dieses Mal wieder in Berlin dabei ist. „Ich drücke die Daumen.“ Sie ist sich sicher: „Wenn sie so spielen wie in der Vorrunde, dann haben sie eine Chance.“ Eins sei aber auch klar: „Wenn wir gewinnen, dann wird es knapp, denn Dortmund ist ein sehr starker Gegner.“ Doch auch aus einen anderen Grund wünscht sich Petra Roth, dass die Adlerträger gewinnen: „das Fest hinterher.“

Comedian Henni Nachtsheim hält zu seiner Eintracht, „weil man einer guten Freundin immer die Daumen drückt, wenn sie eine schwere Prüfung hat“. Der 60-Jährige hatte zwei Schlüsselerlebnisse mit der Mannschaft vom Riederwald. „Das erste als Bub, als ich das allererste Mal ins Stadion zu Eintracht gegen den 1. FC Köln ging, um Wolfgang Overath zu bewundern. Dann sah ich Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein und wechselte noch vor dem Abpfiff den Glauben“, erinnert er sich. „Nummer zwei war dann viele Jahre später, als ich mit wahnsinnigem Liebeskummer im Stadion saß und mich die Eintracht mit einem 9:2 gegen Werder Bremen getröstet hat.“ Auf einen Sieg in Berlin hofft der Spaßmacher auch, „weil wir ihn dringender brauchen als der BVB“. Deshalb tippt Nachtsheim auf ein 1:0. Die Partie verfolgt der Fan am Fernseher. „Ich muss meinem Sohn beim Umzug helfen. Wenn ich ihm wegen Fußball absage, habe ich ein Problem.“ Und das möchte niemand.

Würde die Eintracht tatsächlich den Pokal in die Mainmetropole holen, wäre das das größte Geschenk für Sparkassenchef Robert Restani, der heute Abend seinen 60. Geburtstag feiert. „Zwei leidenschaftliche Mannschaften treffen in Berlin aufeinander und es wird ganz bestimmt ein tolles Spiel. Wenn wir ehrlich sind, wird die Eintracht als Außenseiter gehandelt und ich könnte mir vorstellen, dass das den Adlerträgern besonderen Auftrieb verleiht“, fachsimpelt Restani, der die Eintracht liebt, „weil sie immer für eine Überraschung gut ist und voller Leidenschaft steckt“.

Auch Volksbankchefin Eva Wunsch-Weber drückt die Daumen: „Es hat uns alle sicherlich positiv überrascht, dass die Eintracht den Sprung ins DFB-Pokalfinale geschafft hat. Nun ist alles möglich, auch wenn Borussia Dortmund sicherlich der Favorit ist. Aber im Pokal gelten nun mal eigene Gesetze. Und wenn es der Eintracht gelingt, sich in diesem Spiel auf die Tugenden zu besinnen, die sie in der Hinrunde stark gemacht haben, dann ist ein Sieg drin“, so Wunsch-Weber.

Auch Börsenchef Carsten Kengeter gibt sich optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass Eintracht Frankfurt das Pokalendspiel mit 3:2 für sich entscheidet. Nachdem die Mannschaft sich keine Sorgen mehr um den Kampf gegen den Abstieg machen musste, herrschte dort relative Ruhe und das nötige Selbstvertrauen konnte getankt werden. Ich jedenfalls werde vor Ort sein und die Daumen drücken.“

Andreas Tomalla , besser bekannt als Kult-DJ Talla 2XLC, hatte nicht erwartet, dass die Eintracht den Sprung ins Finale schafft, „aber nach dem tollen Kampf im Halbfinale war es verdient. So hätten sie öfters in der Rückrunde kämpfen sollen.“ Als Frankfurter sei man mit der Eintracht „quasi verheiratet“. Da heißt es: „In guten wie in schlechten Zeiten“ zusammenzuhalten. „Und ab und zu gibt es ja auch mal ein Happy End in einer Saison. Das wäre diesmal der Pokalgewinn.“ Außerdem hätten „wir Fans es verdient, endlich mal wieder den Pott zu holen, auch weil wir es wöchentlich seit Jahren singen“. Talla 2XLC tippt ebenfalls auf einen knappen Sieg mit nur einem Tor Unterschied. In der Hauptstadt kann der Kult-DJ allerdings nicht dabei sein. „Leider habe ich einen Auftritt in Saarbrücken, sonst wäre ich hingefahren.“

Profiradsportler John Degenkolb ist aus ganz aus dem Häuschen: „Finale mit der Eintracht. Etwas, was vor der Saison niemand für möglich gehalten hätte“, jubelt der 28-Jährige. „Mich persönlich freut es da natürlich riesig, dass mich Eintracht Frankfurt eingeladen hat, die Mannschaft bei ihrer großen Mission Pokalfinale zu begleiten. Ich freue mich auf das Wochenende, auf ein großes Spiel und hoffentlich einen großen Sieg. Und selbstverständlich lade ich die komplette Mannschaft zu meinem nächsten Saisonhighlight, dem Start der Tour de France im eigenen Land, in Düsseldorf, herzlich ein.“

Ein anderer Frankfurter Musiker, der Balkanpop-Star Shantel , wird im Stadion sein. „Ich habe bis zur letzten Minute gezittert und freue mich umso mehr, dass es geklappt hat.“ Kein anderer Verein komme „so europäisch sexy daher“, findet der Mann, der mit bürgerlichem Namen Stefan Hantel heißt und viel in der Welt herumkommt. Er weiß: „Auf die Eintracht können sich am Ende immer alle einigen. Ob es der zugezogene Banker aus London ist, die Kiezgrößen im Bahnhofsviertel oder der Neo-Hipster aus Neu-Offenbach. Die Eintracht ist immer eine Herzensangelegenheit.“ Deshalb habe kein anderer Verein in diesem Land den Erfolg mehr als sie verdient. Die Zeit sei reif ist für Veränderungen, findet Shantel und proklamiert „eine friedliche Nelkenrevolution auf dem heiligen Rasen“. Wenn die Eintracht gewinnt, „dann machen wir die Nacht zum Tag und ich werde tatsächlich für den Posten des Oberbürgermeisters kandidieren. Wenn nicht, mache ich es natürlich erst recht.“

Auch Volker Stein will für dieses Amt kandidieren. Er zeigt sich überrascht davon, dass der Eintracht der Einzug ins Finale gelungen ist, „nach dieser katastrophalen Bundesliga-Rückrunde“. Trotzdem oder gerade deshalb gelte, dass man als Frankfurter Bub keine andere Alternative habe, als die Eintracht zu lieben.“ Immerhin saß er zehn Jahre im Verwaltungsrat der SGE „und meinen Trainerschein habe ich bei Erich Ribbeck gemacht, als er Trainer in Frankfurt war.“ Ein Sieg „wäre für die Stadt und die sportliche Reputation der Eintracht wichtig“. Dass sie gewinnt, davon geht Stein aus, weil sie am Schluss „die glücklichere Mannschaft ist und einen Torwart von internationaler Klasse hat“.

Ebenfalls ins Rathaus einziehen will Nargess Eskandari-Grünberg von den Grünen, die immer daran geglaubt hat, dass die Eintracht es ins Finale schafft. „Als Mensch mit meiner Lebensgeschichte weiß ich, dass man Mut braucht und kämpfen muss und bin deshalb immer zuversichtlich.“ Über das Ergebnis könne sie nichts sagen, „aber ich drücke der Eintracht die Daumen, auch weil es eine Multikultitruppe ist“. Die Dortmunder seien „sympathisch, aber ich bin Lokalpatriotin“.

Bernadette Weyland ist die Kandidatin der CDU fürs Oberbürgermeister-Amt. „Ich liebe die Eintracht, weil die Kinder mit ihr groß geworden sind und sie zu unserer Familie gehört.“ Außerdem führe kein Weg und kein Bembel an der Eintracht vorbei, findet sie. „Ich drücke ihr immer die Daumen.“ Die Eintracht gewinne das Finale, „weil es die Krönung der Saison ist. Eine Rückkehr mit Pokal und anschließendem Empfang im Kaisersaal ist das Beste“, weiß Weyland.

Sylvia von Metzler , Mäzenin und große Freundin der Eintracht, rechnet damit, dass die Adlerträger mit 2:0 gewinnen, weil „sie die bessere Mannschaft sein werden. Sie sind motiviert und bissig“, so von Metzler, die nicht in Berlin sein wird. „Sehr schade.“ Über einen Sieg „werde ich mich total freuen. Für die Spieler, die Trainer, die Fans, den Vorstand, für alle.“

Konzertveranstalter Ossy Hoppe fährt mit seinem Sohn Oliver nach Berlin und schaut sich das Finale an. „Ich glaube, das hat niemand erwartet, aber gehofft bestimmt“, meint Hoppe zum Finaleinzug. Der Fußballfachmann weiß, dass es die Adlerträger am liebsten spannend machen und tippt deshalb auf ein 7:6 nach Elfmeterschießen. Dass sie gewinnen, steht für ihn außer Frage, „weil sie nichts zu verlieren haben. Allerdings gehört dazu eine große Energieleistung so wie gegen Gladbach in der ersten Halbzeit. Mit 110-prozentigem Einsatz können wir es schaffen.“

Moderator Achim Winter wird nicht nach Berlin fahren. „Aber ich werde im Stillen ein Gläschen Ebbelwei auf dem Balkon trinken und auf die Jungs anstoßen. Mein Tipp: Die Eintracht gewinnt 2:0.“

Schriftsteller Peter Zingler wünscht der Mannschaft, „dass sie gewinnt. Denn dann ist sie auch für den europäischen Wettbewerb qualifiziert.“ Wenn die Eintracht sich auf die eigenen Stärken konzentriere, dann könne sie es schaffen, so Zingler, der aus Köln stammt. „Köln steht vor der Eintracht in der Tabelle und das ist auch gut so. Aber die Frankfurter haben sich durch den Pokal gekämpft wie die Weltmeister und deshalb hätten sie ihn auch verdient.“ Allerdings werde es kein Kantersieg, „sondern eine knappe Angelegenheit“. Eins kündigt der Autor an: „Wenn die Eintracht dann in Europa spielt, dann gehe ich auch mal wieder ins Stadion.“ Bei der Aussicht auf einen so prominenten Zuschauer kann man nur eins sagen: „Auf geht’s, Eintracht!“

(es)
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