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Stadtgeflüster: Ihre Bücher sind in Mode

30 Bücher hat Julia Kröhn schon geschrieben. Sie konzentriert sich auf historische Romane und findet Klöster spannend. Deshalb fühlt sich die Frankfurterin auch wohl im Kreuzgang des Karmeliterklosters. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) 30 Bücher hat Julia Kröhn schon geschrieben. Sie konzentriert sich auf historische Romane und findet Klöster spannend. Deshalb fühlt sich die Frankfurterin auch wohl im Kreuzgang des Karmeliterklosters.

Der stille Kreuzgang des Karmeliterklosters weckt bei der Frankfurter Bestsellerautorin Julia Kröhn sofort Bilder aus alter Zeit. Die Expertin für historische Romane hat ein Faible für Klöster. „Die Spiritualität dort fasziniert mich, doch sie standen früher auch für die Unterdrückung der Lebendigkeit“, sagt die 42-Jährige.

Ihre Geschichten recherchiert sie sorgfältig, unternimmt ausgedehnte Reisen, etwa nach Irland auf die Klosterinsel Skellig Michael. Auf dem schwer zugänglichen Eiland soll sich der Sage nach eine Frau aus unglücklicher Liebe zu einem Mönch in den Tod gestürzt haben und seitdem im alten Gemäuer umgehen. Für Julia Kröhn war die Überlieferung am sturmumtosten Ort der Ausgangspunkt für einen Roman, der im Herbst erscheint. Diesmal steht „Sophia Cronberg“ als Autorin auf dem Titel, eines ihrer Pseudonyme.

Hundertausendfach haben sich Kröhns Bücher verkauft, mehr als 30 sind es inzwischen. Tief gräbt sie sich in die historischen Fakten, wälzt Fachbücher und wird zur Expertin für eine Epoche. So entdeckt sie nebenan im Refektorium des Karmeliterklosters, auf den Fresken von Jerg Ratgeb, einem Maler der Dürerzeit, schnell eine Ungereimtheit. Ein Schiff ist mit Kanonen bestückt, die es im Hochmittelalter, in dem die sakrale Szene spielt, noch gar nicht gab.

Derzeit schreibt Kröhn an mehreren Büchern gleichzeitig, jeden Tag konsequent drei Stunden. Der Titel eines geplanten Wälzers lautet „Grimaldi. Der Fluch des Felsens“ – er lässt Schauriges ahnen. „Tatsächlich spiele ich hier auf den Fluch an, der den Grimaldis in Monaco angeblich anhaften soll. Ein Urahn der Fürstenfamilie verging sich an einer Frau, die daraufhin den Übeltäter und seine Nachkommen verfluchte. Alles rankt sich um die Anfänge dieser Genueser Familie im 13. Jahrhundert, die ’den Felsen’, wie Monaco im Mittelalter genannt wurde, durch eine List eroberte“, geht die Autorin ins Detail.

Natürlich hat sie sich das moderne Monaco angesehen, findet es aber durch seine Hochhäuser „scheußlich“.

Ihr weiteres Projekt dürfte besonders Frankfurter aufhorchen lassen. „In der Mainstadt verorte ich die Geschichte des fiktiven Modehauses König, das für drei Frauen zum Schicksal wird. Jede erlebt den Aufbruch in eine emanzipiertere Zeit, vom Ersten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre“, erklärt sie. Bei ihren Recherchen staunte die Autorin über den Erfindungsreichtum, „aus Fallschirmseide wurden Kleider geschneidert.“

Grundsätzlich ist Mode für sie ein Symbol: „Sie beförderte die Freiheit der Frau, schränkte sie aber auch immens ein, denkt man beispielsweise an das Korsett. Im 20. Jahrhundert war Mode immer ein Spiegel dafür, wenn es mit der Frauenbewegung einen großen Schritt vorwärts ging“, betont die Schriftstellerin.

Unerwartet schwer fiel ihr jedoch der Blick auf eine Zeit, „die ich selbst als Kind erlebt habe.“ Denn eigentlich ist ja das Mittelalter ihr Metier. „Fertigpizzen und Dosenkost, vieles reagierte auf die berufstätige Frau. Der Hosenanzug kam in Mode, im Büro waren Röcke bis dahin Pflicht.“ Kröhns Mutter, seinerzeit Lehrerin in Österreich, bekam vom Schuldirektor noch die strikte Order, Röcke zu tragen. Ein Nebenschauplatz des Romans wird Nied sein, dort wohnt die Autorin. „Es war mir ein Spaß, ein paar Ecken dort mit einzubauen.“ Im kommenden Jahr soll der Roman erscheinen. fai

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