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Im neuen Zwirn die Wähler überzeugen

Stephan Görner nimmt Maß: Er schneidert für Bernadette Weyland ein Jackett, das sie im OB-Wahlkampf trägt. Foto: Leonhard Hamerski Stephan Görner nimmt Maß: Er schneidert für Bernadette Weyland ein Jackett, das sie im OB-Wahlkampf trägt.

Das Innenfutter soll mit einem Überraschungseffekt enthüllt werden, soviel sei verraten. CDU-Oberbürgermeisterkandidatin Bernadette Weyland lässt sich bei Herrenausstatter Stephan Görner ein Jackett für den Wahlkampf anfertigen; gewählt wir das Stadtoberhaupt am 25. Februar 2018. Hatte er der Politikerin unlängst in dieser Zeitung noch zu einem knallroten Kostüm mit kurzem engen Rock geraten, siegten jetzt Vernunft und Instinkt, nicht zur männlichen Projektionsfläche zu werden. Dunkelblau wird das neue Jackett, seriös und schmeichelnd.

„Das gute Stück bezahle ich selbstverständlich aus eigener Tasche“, beugte die CDU-Frau etwaigen Missverständnissen vor. Geduldig ließ sie Görner Maß nehmen, wozu der Stilexperte in seinem Atelier eine Probejacke aus einfachem Material zur Hilfe nahm. Maßband hier, Maßband da, und fertig. Nach dem Prozedere wurde der Stoff ausgesucht. „Schwarz ist eine Anlassfarbe“, riet Görner ab. Anthrazit oder, prosaischer, Mausgrau „lieber nicht“, so die Kandidatin. Also Dunkelblau. Von Görner, der mit PR-Mann Sven Müller die Charity-Aktion „Kleider machen Leute“ initiierte, kennt man schon länger formelle Jacketts mit plakativem Futter. Für Fußballfans ließ er das Trikot des Lieblingsvereins einnähen, oder er fütterte Jacken mit den wichtigsten Stationen aus dem Leben des Trägers.

„Chic von außen und innen, der Clou“, freut sich Weyland auf das Ergebnis, für das die Nadeln glühen müssen, denn die „Enthüllung“ drängt terminlich. Für die Frankfurterin, die im Oktober ihren 60. Geburtstag feiert, ist Maßkonfektion eine Premiere, sonst kaufe sie von der Stange. Modische Statements sind ein dünnes Eis auf der politischen Bühne, egal wie es aussieht, geschaut wird immer. Ex-Oberbürgermeisterin Petra Roth sah man gelegentlich mit einer schwarzen Lederjacke. Hobby-Bikerin Weyland hätte die Maschine dazu. Mit einem Kleidungsstück wird man die Kandidatin nicht sehen: „Nie würde ich eine teure Designer-Jeans tragen, die extra auf alt gemacht ist oder sogar noch Risse hat.“ Risse wären dann doch ein schlechtes Omen.

(fai)
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