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Jetzt ist Bäppi auch noch Gästeführer

Bäppi La Belle führt Besuchergruppen durch die neue Altstadt. Nicht immer sind seine Kommentare ganz ernst gemeint. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Bäppi La Belle führt Besuchergruppen durch die neue Altstadt. Nicht immer sind seine Kommentare ganz ernst gemeint.

Manch einer fragt sich, woher das Show-Kraftpaket Thomas Bäppler-Wolf , alias Bäppi La Belle , die Energie nimmt, zwischen all seinen großen und kleinen Auftritten noch neue Ideen auszubrüten. Wie immer für eine Überraschung gut, ist der 56-Jährige jetzt unter die Gästeführer in der neuen Altstadt gegangen. Und, wie man es von ihm kennt, unterhält er sein Publikum mit Herz und Witz. Noch vor der Premiere gingen die meisten Karten für die öffentlichen Führungen in diesem Jahr weg, wie kühler Apfelwein in der Mittagshitze. Vorschusslorbeeren, die, hätte er nicht beim ersten Rundgang einen breitkrempigen Hut getragen, von ihm ohne weiteres zum Kranz geflochten worden wären, denn zu seiner Eitelkeit steht er.

Los ging es mit 30 Gästen am Justina-Brunnen und weiter durch die Gassen und Winkel der neuen Altstadt. „In der Schule hatte ich immer in Geschichte eine Eins mit Sternchen, dafür war ich in den anderen Fächern miserabel“, gab der Entertainer zu. Ein bisschen nervös sei er trotz seiner Kenntnisse um Frankfurts Historie schon gewesen, weshalb er am Vortag die Route nochmal allein gegangen sei, und dabei prompt auf Ilse Schreiber aus der Kleinmarkthalle – ein anderes Frankfurter Original, mit dem er die Leidenschaft für Fleischwurst teilt – traf. „In der Altstadt begegnet man eigentlich immer Leuten, die man kennt“, weiß der Gästeführer.

Immer wieder kreuzten bei der Premiere andere Touristengruppen den Weg, das Quartier läuft sich warm für den Ansturm, der ab September mit der Eröffnung der Läden und Cafés erwartet wird. Eine Gruppe wurde vom Frankfurter Architekten Christoph Mäckler geleitet, der sich mit einem Mikrofon ausgestattet hatte, während seine Gäste Kopfhörer trugen. „Das brauche ich nicht, mein Organ schafft das allein“, witzelte Bäppler-Wolf. Generell kann jeder, der sich berufen fühlt, durch das kleine Häusermeer der Altstadt Gruppen führen, eine Genehmigung ist nicht erforderlich. Anders sieht das bei Kirchen und Museen aus.

Keine Tour ohne flotten Spott, das ist bei Bäppler-Wolf das Salz in der Suppe. So hatte er die Lacher auf seiner Seite, als er den Wasserspeier am Haus „Goldene Waage“ – ein eindrucksvoller Drache – als Gruß an die asiatischen Gäste deklarierte, oder am Markt auf die Verwechslungsgefahr der beiden Bartträger Friedrich Stoltze und Karl Marx hinwies. Nur bei einer Sache schwoll dem streitbaren Frankfurter der Kamm: „Taubenplage? Das ist doch Unsinn. Wenn ein Foto gedruckt wird, das Verunreinigungen am Rebstock-Hof zeigt, heißt das nicht, dass das ganze Quartier so aussieht.“ Gleichwohl, nie war eine „Altstadt“ so sauber wie diese – und auch Frankfurt war vor seiner Kriegszerstörung bekanntlich kein Rosengärtchen.

Das Lieblingshaus des Entertainers ist, wie könnte es anders sein, das „Rote Haus“. Dort wurde früher geschlachtet und hinter der ochsenblutroten Fassade stand die Wiege, pardon, der Brühtrog des Frankfurter Würstchens, wie der Fleischwurst-Kenner informierte. Schnell verging die Zeit bei launiger Rede, die Gäste applaudierten begeistert.

Am Ende zauberte der Tausendsassa wieder ein neues Projekt aus dem Hut: „Im Sommer starten mein Mann und ich mit einem englischen Hochzeits-Oldtimer, den kann man mit mir als Queen Lisbet mieten.“ Immer noch einen draufsetzen, das Kraftpaket kann es nicht lassen.

(fai)

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