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Stadtgeflüster: Junge Internet-Queen entdeckt Umweltschutz

Louisa Dellert warnt vor Magerwahn und   erzählt von ihrem grünen Herzen. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (.) Louisa Dellert warnt vor Magerwahn und erzählt von ihrem grünen Herzen.

L ouisa „Lou“ Dellert ist ein Internetstar, ihre Fans sind prompt überwiegend jung und weiblich. So sitzen nur drei Männer unter den etwa 50 Frauen, die in der Buchhandlung Hugendubel den Lifestyle- und Nachhaltigkeitsgedanken aus dem Buch der Braunschweigerin gebannt folgen. „Ich bin als Fitnessbloggerin bekannt geworden. Als ich bei Instagram irgendwann Hunderttausende Follower hatte, nannte man mich ,Influencerin‘“, erzählt die Autorin, die auch im TV-Format „Fitness Diaries“ zu sehen war. Der Hype hatte seinen Preis, und ein dramatisches Erlebnis veränderte alles. Runtergehungert und drakonisch trainiert auf 46 Kilogramm fiel sie beim Sport um, woraufhin Ärzte bei ihr ein Loch in der Herzklappe feststellten: „Ich trieb exzessiv Sport. Seltsamerweise bekam ich für diese Schinderei jede Menge Applaus.“ Nach der erfolgreichen Operation wurde ihr klar, dass „der Sixpack gar nichts wert ist im Gegensatz zu meinem Leben, das ich fast verloren hätte“. Sie überdachte ihren Lebensstil. „Heute wiege ich zehn Kilo mehr und bin über jede gesunde Minute in meinem Leben glücklich“, sagt die 28-Jährige.

Parallel begann sie, sich mit den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen, las viel darüber, kontaktierte Experten und Firmen. „Eigentlich wollte ich einen Blog daraus machen, nun ist es das Buch ,Mein Herz schlägt grün‘ geworden.“ Darin nimmt sie den Leser mit auf ihren Weg zu mehr Nachhaltigkeit: „Mein Buch wendet sich an jeden, der nicht sofort von null auf 100 sein Leben umkrempeln will, sondern Schritt für Schritt etwas verändern möchte.“ Sie empfiehlt etwa Haarseife oder Kosmetika ohne Mikroplastik. „Im Urlaub schwamm ich im Meer vor Malta. Überall trieben Müll und Plastikabfälle im Wasser. Das öffnete mir die Augen, wir haben alle eine Verantwortung und können auch im Kleinen etwas tun für den Umweltschutz“, so Dellert. Und erzählt, wie sie tagtäglich die Welt ein wenig „verbessert“: „Heute etwa fuhr ich mit dem Zug statt mit dem Auto nach Frankfurt. Ich ließ mir Brötchen in meinen Beutel packen und füllte meine Trinkflasche auf der Toilette mit Leitungswasser.“ Die Mainmetropole kennt sie bereits von früheren Aufenthalten, sie schätzt vor allem die Ecken mit viel Natur, „wo ich laufen kann – meine Leidenschaft“.

Etliche „Bösewichte“ prangert die junge Frau im Ratgeber an. Nur ein Beispiel: „Etwa 60 Prozent aller Textilien bestehen aus Polyester, einer Faser, die aus Erdöl gemacht wird. Fleecejacken verlieren bis zu 1900 Fasern pro Waschgang. Bei einer Trommelladung Acryl schwimmen danach 700 000 Fasern im Wasser.“ Daher trägt Lou Dellert lieber Naturfasern, wie auch bei ihrem Besuch in Frankfurt. Ihr Plädoyer für einen Sinneswandel stieß beim Publikum auf offene Ohren. Gefragt waren auch die einfachen Rezepte im 200-Seiter, etwa für selbst gemachte Zahnpasta mit Kokosöl und Natron. Ältere Leser dürften bei manchen heißen Tipps stutzen, denn schon unsere Urgroßmütter kannten „Zero Waste“, reinigten eingebrannte Pfannen mit Soda und machten das Licht immer aus, wo es nicht gebraucht wurde.

(fai)

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