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Schauspielerin setzt sich für Kinder in Not ein: Jutta und Gino erobern die Stadt

Jutta Speidel mit Gino, mit dem sie zurzeit Frankfurt kennenlernt. Foto: Ursula Düren (dpa) Jutta Speidel mit Gino, mit dem sie zurzeit Frankfurt kennenlernt.
Frankfurt. 

Ihre Stimme ist unverkennbar, seit mehr als 40 Jahren ist die Münchnerin Jutta Speidel wie kaum eine andere Schauspielerin im Fernsehen präsent. Gut gelaunt, kommt die 62-Jährige ins Fachgeschäft Bettenrid, aber nicht, um Bettwäsche zu kaufen, sondern um ihre Verbundenheit mit dem Traditionsgeschäft aus München zu zeigen.

Schon oft gab es in den Betten-Läden an der Isar Lesungen mit der beliebten Schauspielerin, die Erlöse daraus kamen ihrer Hilfsorganisation „Horizont“ zugute. Vor 20 Jahren gründete sie den Verein, der obdachlosen Kindern und Müttern ein Dach über dem Kopf bietet.

Noch bis Sonntag, 27. November, bleibt Jutta Speidel in Frankfurt und zeigt in der „Komödie“ im Solo-Stück „Verliebt, verlobt, verschwunden“ ihr großes Können.

Sie wohnt zentral und werde oft, erzählt sie, bei ihren Spaziergängen am Main, bei denen sie ihr alter „wolfsgespitzelter Border Collie“ Gino begleitet, erkannt und angesprochen. „Obwohl ich das Stück schon drei Jahre spiele, zuletzt in München, ist es jedes Mal wieder eine Herausforderung“, plaudert sie über ihr Lampenfieber.

Am Hochzeitsmorgen ist der Bräutigam wie vom Erdboden verschluckt, und Dagmar, eine Paraderolle für Jutta Speidel, macht sich in ihrem Baumhaus mächtig Luft, über ihre Männer, ihr Leben und die Suche nach ewiger Liebe. „Dagmars erster Mann hat gern mal fremd ,geschnüffelt‘, und nach 18 Jahren Ehe blieb die Kommunikation auf der Strecke, von heute auf morgen war er dann weg. Und jetzt scheint wieder ein Mann stiften gegangen zu sein“, fasst die Schauspielerin das Dilemma zusammen.

Parallelen zum eigenen Leben? Im vergangenen Jahr kam nach elf Jahren Beziehung das Aus mit dem italienischen Schauspieler Bruno Maccallini . Für Speidel hatte er seine Frau verlassen. „Ich glaube an die Liebe, ich hatte einige schöne große in meinem Leben. Ich war einmal unter der Haube, keine klassische Hochzeit, wir haben heimlich geheiratet. Eine neue Liebe kann ich mir durchaus vorstellen, ich bin offen für jemanden, der mich liebhaben möchte.

So etwas ist in jedem Alter möglich, bewundernswert, wenn man sich diese Offenheit bewahrt“, sagt sie. Im Seniorenheim, wo ihre 90-jährige Mutter lebt, gebe es auch Pärchen.

Erst als die Bayerin vor vielen Jahren in der Mainstadt drehte, verschwanden ihre Vorurteile. „Ich habe meinen Frieden mit Frankfurt geschlossen und hier tolle Menschen kennengelernt, auch schöne Ecke entdeckt. Jetzt freue ich mich auf den Weihnachtsmarkt“, ist sie voll des Lobes. Auch beim SportpresseBall am vergangenen Wochenende schaute sie nach der Vorstellung vorbei, hatte mit Bekannten viel Spaß in der Alten Oper.

Neu entdeckt hat sie den Wochenmarkt an der Konstablerwache, und als leidenschaftliche Köchin findet sie an den Ständen ihre Zutaten. „In der Theaterwohnung kochen erzeugt ein Gefühl von Heimat, und heute gibt es feine Hühnerschenkelchen.“

Wenn sie im Dezember zurück in München ist, stehe viel positiver Stress an, mehrere Charity-TV-Events warten, ihr Verein baut ein zweites Haus, und dafür muss die Spendenbüchse geschüttelt werden.

Bis dahin wird sie jeden Abend mit George Clooney tanzen, und wie der attraktive Star auf der „Komödien“-Bühne daherkommt, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Auch Hexen würden ihn anschmachten. fai

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