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Frankfurterin will den Begriff positiv besetzen: Kinderbuchautorin Nadia Doukali lässt „Nafri“ rechtlich schützen

Die Frankfurter Kinderbuchautorin Nadia Doukali möchte den Begriff "Nafri" positiv besetzen und sicherte sich die Rechte.
Nadia Doukali möchte mit ihren bedruckten T-Shirts der negativ behafteten Abkürzung „Nafri“ etwas Positives geben. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Nadia Doukali möchte mit ihren bedruckten T-Shirts der negativ behafteten Abkürzung „Nafri“ etwas Positives geben.
Frankfurt. 

Nafri, die Abkürzung steht für „nordafrikanischer Intensivtäter“. Spätestens seit der Silvesternacht in Köln ist sie in aller Munde und sorgt für ziemlich viel Wirbel. Benutzt wird sie von der Polizei.

Die Kinderbuchautorin Nadia Doukali ist selbst nordafrikanischer Abstammung, kam 1976 mit ihren Eltern nach Griesheim und hat sich jetzt dieses Wortes auf künstlerische Art und spielerische Weise angenommen. Mit dem Designer Sebastian Weigelt entwickelte sie mit dieser Abkürzung einige Motive, die die beiden nun auf T-Shirts drucken.

Nafri als weiße Faust auf schwarzem Hintergrund, die Schriftzüge Nafri-Girl und -Boy, Nafri als schwarze Faust mit Blumen in der Hand auf weißem Hintergrund, der Schriftzug Nafro, „I love (als Herz dargestellt) Nafri“ oder das Wort „Nafrodisiakum“ in Anspielung auf Aphrodisiakum. „Das sind Logos, mit denen man zeigen kann, dass man das Schöne mag und Liebe lebt“, schildert sie ihre Intention, die hinter der ganzen Aktion steckt.

„Es ist meine künstlerische Umsetzung des ganzen Themas und wir haben bisher neun Motive entwickelt“, sagt die 1971 in Marrakesch geborene Mutter von drei Kindern.

Warum sie das tut, erklärt sie so: „,Nafri‘ das ist ein sehr schönes, starkes Wort“, findet Aktivistin Doukali, die sich unermüdlich für ein friedliches Miteinander sowie den Dialog zwischen den Religionen und die Völkerverständigung einsetzt. Doch bei ihr wird das „i“, das bei der Polizei für „Intensivtäter“ steht, zum Bestandteil des Wortes. Nadia Doukali versteht das „afri“ als „Afrika“. Denn: „Ich unterstütze doch keine Intensivtäter“, unterstreicht Nadia Doukali.

Sie geht sogar noch weiter. „Ich bin eine stolze Nordafrikanerin, die in Deutschland lebt und Deutsche ist und habe mir diesen Namen auch gleich als Marke schützen lassen“, erklärt sie. „Der Begriff ,Nafri‘ gehört jetzt mir. Ich bin die ,Nafri-Mutter‘“, so Nadia Doukali. Doch „Nafri“ bleibt ein negativ behafteter Begriff. Geht es nach Doukali soll sich das jedoch ab jetzt ändern.

„Ich möchte einfach das Negative, das diesem Wort anhaftet, entfernen. Wir wollen es positiv besetzen und benutzen.“ Auch deshalb fällt das Intensivtäter-i weg. Für sie steht „Nafri“ für „Lebensfreude und es bedeutet Vertrauen und ganz viel Liebe. „Wer die Nordafrikaner kennt weiß, dass sie sehr gastfreundlich, sehr offen, sehr modern und sehr kreativ sind.“

Um Vorteile gehe es ihr bei der ganzen Aktion auch nicht. „Ich habe mir den Namen schützen lassen, damit er nicht weiterhin missbraucht wird. ,Nafri‘ ist eine tolle Abkürzung für die Herkunft der Nordafrikaner. Die Maghrebstaaten sind zwar physisch getrennt, aber im Herzen immer vereint“, berichtet Doukali. „Sie und auch andere Länder, sind eine Bereicherung für unsere deutsche Gesellschaft. Daraus eine Ausgrenzung zu schaffen, ist rassistisch und muss unterbunden werden. Ich mache darauf auf meine Art aufmerksam. Mit schönen Dingen und natürlich mit meiner Marke“, verdeutlicht sie.

„In Zukunft ist es so, wie üblich bei markenrechtlichen Dingen, dass es auch hier Rechte gibt, die ich vertreten kann und darf“, betont die Macherin.

„Die T-Shirts werden auf Nachfrage gedruckt, weil wir sonst nicht hinterherkommen“, sagt Nadia Doukali, die nicht mit so einem Ansturm auf ihr neues Produkt gerechnet hat. Doch nicht bei allen kommen Doukalis Absichten gut an.

Es gab heftige Reaktionen im Netz. „Das Schlimmste ist, dass uns als Team unterstellt wird, dass wir nicht wissen würden, was ,Nafri‘ an dem Abend bedeutet hat. Aber natürlich wissen wir das.“

Und mehr noch: „Es ist doch so, dass die Polizei einen guten Job macht. Dass, was sie dort an dem Abend getwittert hat, war nicht so glücklich. Aber das Wort an sich ist doch ein sehr schönes, ein klangvolles. Nordafrika ist ein schöner Landstreifen und deshalb ist doch alles gut.“

(es)
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