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Barkeeper Jörg Meyer: Köstliche Grie Soß trinken

Jörg Meyer zählt zu den 50 besten Barkeepern der Welt. Vor kurzem jettete er von der Elbe an den Main, um das zu tun, was er am besten kann: Getränke mixen.
Frankfurt. 
Jörg Meyer mag Neues probieren: Hier den Gin Sieben. Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer
Jörg Meyer mag Neues probieren: Hier den Gin Sieben.

Während der Dreharbeiten zu „A Most Wanted Man“ ging Schauspieler Philip Seymor Hoffman in Hamburg öfter einen trinken. Unter anderem zog es den Mimen, der im Februar des vergangenen Jahres starb, nachdem er einen Drogencocktail zu sich genommen hatte, in die Bar „Le Lion – Bar de Paris“.

Dort gibt es weniger gefährliche Cocktails, die vor allem eins sind: lecker. Gemixt werden die köstlichen Drinks von keinem geringeren als Jörg Meyer , der zu den 50 besten Barkeepern der Welt gehört und vor kurzem von der Elbe an den Main jettete, um das zu tun, was er am besten kann: Getränke mixen.

Klar, gehen bei ihm die Stars ein und aus. Doch Namen gibt er nicht preis. „Wir prahlen nicht mit den Namen unserer Gäste“, verweist der sympathische Experte auf das Gebot des Diskretion.

In Frankfurt angekommen, kostete und verkostete er bei einem Gin-Tasting in der Nobelherberge Villa Kennedy ein Getränk, das aus den Kräutern Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch besteht, eben den sieben Kräutern der Grie Soß: den Gin Sieben, einen echten Frankfurter Dry Gin.

Für den Mann der seit etlichen Jahren eine Bar führt, die weltweites Renommee genießt, war das eine Geschmacksexplosion. „Ich kannte den Destillateur vorher nicht, aber ich werde sicher eine Flasche von der Bar mit nach Hamburg nehmen“, so der dreifache Vater, der mittlerweile zwei Bars in Hamburg führt. „Ich finde diesen Gin gut. Wenn man dran riecht, duftet es relativ sauber nach grüner Soße“, sagt der gelernte Kellner, für den Aperol Spritz und Hugo die „Longdrinks der Belanglosen“ sind.

Jetzt kann er entspannt auf dem Sofa in der JFK Bar sitzen und genießen. Das war nicht immer so. „In den ersten drei Jahren habe ich so viel Geld verloren und war dauernd pleite, weil es nicht funktionierte.“ Und das, obwohl er 2008, nur ein Jahr nach Eröffnung, in New Orleans einen Preis für seine Bar bekam als weltbeste Neueröffnung. Auch in Australien kam Le Lion unter die ersten fünf Bars weltweit.

„Wir haben ganz viele Preise gewonnen, aber es hat niemanden interessiert.“ Worauf es ankam und immer noch ankommt, „ist, dass ich abends meine Bar voll habe und die Rechnungen bezahlen kann“.

Zunächst durchlebte er „eine schräge Situation“. Auf der einen Seite extrem viel Zuspruch und Fragen von Ratsuchenden. „Ich musste dann antworten, dass wir momentan noch nicht wüssten, ob wir weitermachen könnten, aber dass es echt Spaß machte.“ Auf der anderen Seite bleiben die Gäste aus.

Doch die Durststrecke für den Getränkefachmann ist seit einem halben Jahrzehnt vorbei. „Man braucht eben lange, um sich zu etablieren, alles andere ist nicht nachhaltig“, weiß er nun aus Erfahrung.

Obwohl oder gerade weil sein Leben sich in seinen Lokalen abspielt, besucht er andere Bars nur, wenn er unterwegs ist. Und der 40-Jährige ist viel auf Achse, gut 60 Tage im Jahr. „Wenn ich in Hamburg bin, genieße ich die Zeit mit meiner Familie.“ Ist er aber fort, nimmt er abends zwei bis drei Lokale unter die Lupe. In Frankfurt zog es ihn ins Bahnhofsviertel zu seinem „alten“ Freund René Soffner . Der verwirklichte sich vor kurzem seinen Traum und eröffnete an der Elbestraße „The Kinly Bar“ , wo es im Stil der Speakeasy-Bars zur Zeit der Prohibition in Amerika feinste Spirituosen gibt.

(es)
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