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Krücken in der Loge, Pech aufm Platz

Nach der Knie-OP: Dragoslav Stepanovic mit Tochter und Frau. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Nach der Knie-OP: Dragoslav Stepanovic mit Tochter und Frau.

Einmal mehr bewahrheitete sich am Wochenende der Spruch, dass Fußball nur die schönste Nebensache der Welt ist. Spätestens dann ist das der Fall, wenn man andere Probleme hat als Gegentore und ungenutzte Torchancen. Kult-Trainer Dragoslav Stepanovic , der einst den Spruch prägte „Lebbe geht weider“, kam auf Krücken zum Spiel der Adlerträger gegen Bayer Leverkusen in die Commerzbank-Arena. Grund: Stepi, wie alle den 69-Jährigen rufen, musste sich einer Notoperation unterziehen. Das Knie war lädiert. Das linke. „Schon lang kaputt“, sagte Stepi in der Loge der Firma „X-Direct Group“.

Vor zehn Tagen dann war es so weit, er jettete nach Hamburg, um sich das malade Gelenk richten zu lassen. „Es sollte schon vor 20 Jahren operiert werden.“ Immer wieder verschob er diese lästige Pflicht. „Aber wir mussten es schließlich machen lassen, weil es anfing, stark zu bluten“, sagt seine Frau Jelena.

Alte Bekannte: Andreas Brehme und Wolfgang Steubing. Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Alte Bekannte: Andreas Brehme und Wolfgang Steubing.

Nun geht es dem Knie besser, aber dem Gemüt, zumindest dem fußballerischen, nicht. Denn mit dem, was „seine“ Eintracht abgeliefert hat, konnte der einstige Trainer nicht zufrieden sein. Die Mannschaft verlor gegen Leverkusen mit 0:1. „Ich komme trotzdem zu jedem Spiel, egal was ist. Bei diesem wollte ich auch besonders gern sein, weil ich doch auch in Leverkusen Trainer war“, erklärt Stepi.

Nicht ganz so oft in der Commerzbank-Arena wie der Fußballlehrer Stepanovic weilt Andreas Brehme , Fußballweltmeister von 1990, in dem Frankfurter Stadionrund. „Ich muss der Eintracht, ihren beiden Trainern Niko und Robert Kovac , aber auch Fredi Bobic ein großes Kompliment aussprechen, auch wenn dieses Spiel wohl nicht zu den besten der Mannschaft gehört“, so der Fußball-Experte, der seinerzeit im Finale der Weltmeisterschaft in Italien gegen Argentinien den Elfmeter zum Siegtreffer verwandelte. „Ich ziehe den Hut davor“, so Ex-Bayern-Profi und Lautern-Legende Brehme weiter, der in der Vorstandsloge von Eintracht Frankfurt zu Gast war. „Ohne Riesengehälter zu bezahlen, stellen sie hier wirklich etwas Großes auf die Beine“, so Brehme, der nun, wie er sagt, an drei Firmen beteiligt ist: „Ich kümmere mich um Spieler und um die Spielfläche.“

Ebenfalls zu Gast der Eintracht war Schauspieler Jo Bolling , der seit mehr als einem Vierteljahrhundert in der Kult-Vorabendsendung „Lindenstraße“ den Taxifahrer Andi Zenker gibt. „Ich wohne schon seit 17 Jahren in der Gegend rund um Frankfurt, und ich muss sagen, ich komme immer gerne ins Stadion“, so der 76-Jährige. „Die Mannschaft wird immer besser“, findet der Mime, der noch einen Einjahresvertrag bei der Lindenstraße hat. Außerdem möchte er ein Theater in seinem Wohnort Dietzenbach initiieren. „Seit drei oder vier Jahren versuche ich das schon. Aber leider bisher ohne Erfolg“, so der Schauspieler, der noch einen weiteren Traum hat: Regie zu führen.

(es)

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