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Kunst aus Alltag und Ironie – und kaum zu erkennen

Städelabsolvent und Philosoph Yasuaki Kitagawa. Foto: Bernd Kammerer (.) Städelabsolvent und Philosoph Yasuaki Kitagawa.
Frankfurt. 

Wo ist denn die Kunst?“, fragten viele, die zur Vernissage in das 1822-Forum der Frankfurter Sparkasse kamen. Fünf Wochen hatte Städelabsolvent und Philosoph Yasuaki Kitagawa im Galerieraum gewerkelt, und das Ergebnis musste man suchen: weiße Wände, zwei kleine Fenster und ein Loch.

Der Meisterschüler von Starkünstler Tobias Rehberger hat den Raum subtil manipuliert und foppt so Sehgewohnheiten. Bald schauten alle Gäste ins tiefe Loch, unter ihnen Jazz-Legende Heinz Sauer und die Kunstsammlerin Helga Rausch , deren Mann einst Hausmeister der Städelschule war.

„Das ist Uranglas“, erklärte der Künstler das gelb-grünlich leuchtende Objekt, das im Loch versteckt liegt. Er habe es im Internet gekauft und eine gefährliche Strahlung gehe nicht von ihm aus, versicherte Kitagawa. Tatsächlich war fluoreszierendes Uranglas im 19. Jahrhundert groß in Mode, Flakons und Kuchenplatten entstanden daraus. Das Glas erinnere ihn an seine Zeit in einem japanischen Atomkraftwerk, für das er vor 25 Jahren arbeitete: „Im Reaktor sah ich ähnliche Phänomene. Das Übermächtige, nicht sichtbar in unserem Alltag, wollte ich veranschaulichen.“ Und um diese ungewöhnliche Schau abzurunden, verriet der in Tokio geborene Künstler noch ein Geheimnis. Er habe im Terrazzo-Boden einige weiße Felder schwarz bemalt, welche, habe er vergessen. Bei dieser Mischung aus Alltag und Ironie, die auch beim Saisonstart der Frankfurter Galerien vom 9. bis 11. September zu sehen sein wird, blitzt Rehberger hervor, der seine Kunst ähnlich angeht. „Seine klare Meinung schätze ich sehr“, betonte der Meisterschüler.

(fai)
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