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Lächelnd Liebe erleben

Chihuahua „Prince“ hätte gern etwas Eis geschleckt – aber Frauchen Dominique Siassia und ihr Kollege Hugo Grimm posieren erst einmal fröhlich. Der Rest ist geheim... Foto: Salome Roessler Chihuahua „Prince“ hätte gern etwas Eis geschleckt – aber Frauchen Dominique Siassia und ihr Kollege Hugo Grimm posieren erst einmal fröhlich. Der Rest ist geheim...
Frankfurt. 

Zu gern würde der Chihuahua „Prince“ an der Eiswaffel lecken. Bettelnd streckt der Hund von Schauspielerin Dominique Siassia („Sturm der Liebe“) die Zunge aus. Eigentlich dürfte der Vierbeiner nicht mit im Zoo sein, nur für das Foto am Eisstand drückt man ein Auge zu. Hier atmen die Berlinerin und ihr Bühnenpartner Hugo Grimm („Verbotene Liebe“) kurz durch bevor die Probe im Fritz-Rémond-Theater weitergeht. Heute Abend stehen die beiden in der französischen Liebeskomödie „Das Lächeln der Frauen“ auf der Bühne – eine Geschichte, die zeigt, wie Literatur zum Liebesboten werden kann. Wie das? Ein Lektor veröffentlicht unter Pseudonym einen Roman, eine Frau findet sich darin bis ins kleinste Detail beschrieben und macht sich auf die Suche nach dem Autor. „Sie ist die Frau, die ich immer gesucht habe“, schwärmt Hugo Grimm in der Rolle des Geheimniskrämers. Ein Such- und Versteckspiel nimmt seinen Lauf.

„Wenn wir uns das erste Mal begegnen, muss ich mich immer zusammenreißen, um keinen Lachkrampf zu bekommen, so humorvoll spielt Hugo die Szene“, verrät die 37-Jährige. Das Zwei-Personen-Stück öffnet die ,vierte Wand’, was heißt, dass die Schauspieler mit dem Publikum in Kontakt treten. Dabei ist von allen Seiten Spontanität gefragt.

Der kleine „Prince“, benannt nach dem berühmten US-Sänger, bellt wie ein ganz großer, und bereitet der Single-Frau seit ein paar Monaten Freude: „Tiere geben so gute Energie. Ich suchte eine Rasse, die zu meinem Leben passt, denn ich bin pausenlos unterwegs, viel im Flieger.“ Wenn Frauchen spielt, wartet der Hund hinter der Bühne in seinem Körbchen. „Er weiß schon genau, wann das Stück zu Ende ist. Komme ich in der Pause, hebt er nur kurz den Kopf“.

Die praktizierende Buddhistin mag alle Tiere, allerdings würden Schlangen nicht mehr ihre engsten Freunde: „Ich wuchs im Kongo auf, da gab es gefährliche Exemplare.“ Ihre deutsche Mutter ging der Liebe wegen nach Afrika, später floh sie mit ihrem Mann, einem Regisseur, nach Deutschland. „Meine Eltern sind bis heute ein Paar“, sagt die Schauspielerin stolz. Vieles an ihr sei deutsch und zugleich kongolesisch geprägt. „Krisen begegnet man im Kongo sehr emotional. Anders als in Europa zelebriert und feiert man den Tod“, berichtet sie.

An seinen kurzen Aufenthalt in Afrika kann sich Hugo Grimm nicht erinnern. Er war noch zu klein als sein Vater in einer Missionsstation in Tansania arbeitete. Was den Schauspieler, Vater von zwei Kindern, innerlich stärkt, ist an seinem Silberring abzulesen: Eine filigrane Lotusblüte symbolisiert den Buddhismus. Noch ist er ein Suchender, „die Ideen stehen mir nahe.“ Dominique Siassia konvertierte offiziell und trifft auch in Frankfurt Freunde, die diese Philosophie teilen. Kein Wunder also, dass sich die beiden Schauspieler bestens verstehen, ähnliche Bücher lesen und nach dem streben, was sie jeden Tag in sich ruhen lässt. „Das Leben ist eine Lernaufgabe, ein Trainingsfeld. Jeder Mensch, der uns begegnet, ist ein Lehrer“, sind sie überzeugt.

Ob dennoch in der romanischen Liebe, die so schmerzen kann, alle „Waffen“ erlaubt sind, klären die zwei auf der Bühne.

(fai)
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