Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 22°C

Stadtgeflüster: Luthers Stimme in Afrika

Die Frankfurter Regisseurinnen Julia Irene Peters und Jutta Feit haben in Tansania eine spannende Doku über Chöre gedreht.
Stark im Duett: Julia Irene Peters (.l) und Jutta Feit Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Stark im Duett: Julia Irene Peters (.l) und Jutta Feit

Die eine war die Schwangerschaftsvertretung für die andere, und gemeinsam haben sie dann ein ganz eigenes Baby auf die Welt gebracht. Es war aber eine schwere Geburt für die Frankfurter Regisseurin Julia Irene Peters und ihre Co-Regisseurin Jutta Feit , ebenfalls Frankfurterin.

Fünf Jahre gingen sie mit dem Projekt „Sing it loud – Luthers Erben in Tansania“ schwanger. Gestern feierten sie mit dem tansanischen Kanaani-Jugendchor, der in dem Streifen porträtiert wird, im Cinema am Roßmarkt Premiere – ausverkauftes Haus. Bundesweiter Kinostart ist allerdings erst am kommenden Donnerstag,18. Mai.

Wer den Film bereits vorher sehen möchte, dem bietet sich heute Abend um 20 Uhr im Murnau Filmtheater an der Murnaustraße 6 in Wiesbaden eine weitere Gelegenheit. „Der Film startet dann in neun Städten in ganz Deutschland“, freut sich Julia Irene Peters. „Dafür, dass wir selbst auch die Verleiherinnen sind, ist das super“, fügt Jutta Feit hinzu.

Bei „Sing it loud“ handelt es sich um einen Musikdokumentarfilm, „den ich gemacht habe, weil ich die Chöre toll fand und weil ich gut fand, dass es in Tansania einen Musikwettbewerb gibt“. Jedes Jahr nehmen weit mehr als 1500 Chöre an diesem großen, mehr als 60 Jahre alten Sängerwettstreit der evangelisch lutherischen Kirche teil. Der Film erzählt vom Leben, Glauben und musikalischen Schaffen von sechs Menschen, die in drei verschiedenen Chöre singen.

„Ich war überrascht davon, als ich erfuhr, dass es diesen Wettbewerb gibt“, so Julia Irene Peters, die seit einiger Zeit im Eltern-Lehrer-Chor der Liebfrauenschule singt. „Wenn man in einem Chor mitsingt, fühlt man sich sofort total gut und innerhalb von kürzester völlig entspannt und wohl“, sagt sie.

„Was schwierig war, war die Finanzierung“, erzählt Jutta Feit. Fünf Jahre waren nötig, um das Geld zusammenzubekommen. „Wir haben 2012 die Idee gehabt, dann gab es eine Recherche-Reise.“ Bis es dann ans Drehen ging, zogen noch einige Jahre ins Land. „Im August des vergangenen Jahres haben wir damit angefangen“, erzählen beide. „Wir haben einmal drei Wochen und einmal zwei Wochen gedreht und fünf Monate lang geschnitten“, berichten die beiden Frauen, die sich in einer Filmproduktionsfirma kennenlernten. „Ich war ihre Schwangerschaftsvertretung“, berichtet Feit. „Ich hatte ein Expose geschrieben und es Jutta geschickt, sie schaute drauf“, erzählt Peters, die damals als Producerin arbeitete. „Ich kümmerte mich um die Finanzierung von Filmen, las Drehbücher und tat alles, was mit dem Herstellen von Filmen zusammenhängt.“ Beste Voraussetzungen also, um dann selbst einen zu realisieren.

„Sing it loud“ war der erste gemeinsame Streifen der beiden Frauen. „Wir erhoffen uns Ruhm und Geld“, scherzen sie. Und wird’s was damit? „Ja, es sieht gut aus.“ Demnächst wollen sie den Film bei internationalen Festivals zeigen. „Wir gehen auch auf Kinotour – vom 14. Mai bis zum 3. Juni“, berichten sie. „Und mit dem Chor sind wir bis Ende Juni auf Konzerttournee.“

Der Chor gibt auch einen Workshop an der Paul-Hindemith-Schule, an Pfingsten wird er gemeinsam mit den Schülern auf dem Römerberg zu den Reformationsfeierlichkeiten auftreten.

(es)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse