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Stadtgeflüster: „Mister Frankfurt“ auf der Jagd nach einem Pferd

Der Kult-Kellner und ehemalige „Mister Frankfurt“ Luigi Orelli hat mit Regina Alef den zweiten Teil von „Das verlorene Rennpferd“ gedreht. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Der Kult-Kellner und ehemalige „Mister Frankfurt“ Luigi Orelli hat mit Regina Alef den zweiten Teil von „Das verlorene Rennpferd“ gedreht.

Es ist vollbracht. Was lange als unmöglich galt, ist nun fertig geworden: Frankfurts Kult-Kellner Luigi Orelli hat seinen zweiten Film abgeschlossen. Er heißt wie der erste „Das verlorene Rennpferd“, ist aber Teil zwei.

Luigi Orelli dreht nicht nur Filme, sondern hat auch ein Buch geschrieben – mit dem Titel „Das Leben ist ein Cappuccino: der biografische Lebensroman über die allmähliche Deutschwerdung eines waschechten Italieners“. Das alles, weil er sich an den Grundsatz erinnert, den ihm seine Mamma Rita einst mit auf den Weg des Lebens gegeben hat: „Was du gibst, das wird dir vielfach zurückgegeben werden.“

Deshalb nahm der heute 70-Jährige in seiner aktiven Zeit als Kellner im Café an der Liebfrauenkirche schon mal „abstraktes Trinkgeld“ an. Wenn jemand nichts hatte, aber gern gegeben hätte, oder wenn er kein passendes Wechselgeld parat hatte, akzeptierte er es mit seinem charmanten italienischen Lächeln.

Das möchte Luigi Orelli seinen Zuschauern mit auf den Weg geben. Denn er wäre gern Schauspieler geworden. Diesbezügliche Erfahrungen sammelte er. So war er an der Seite von Suzanne von Borsody in „Die Macht der Gefühle“ und mit Katja Flint in „Für immer und jetzt“ zu sehen. Aber: „Es hat nicht sollen sein.“ Viel Hoffnung hatte Luigi Orelli in den Regisseur Alexander Kluge gesetzt, der „Die Macht der Gefühle“ gedreht hat. „Er hat sich nicht mehr gemeldet.“

Doch zurück zum verlorenen Rappen Cameron. „Wir haben den Film am Montag zum ersten Mal gesehen“, sagen Luigi Orelli und Hauptdarstellerin Regina Alef zeitgleich. Sie spielt in beiden Filmen die Frau an seiner Seite. „Und ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden bin und der neue Film mir sehr gut gefällt“, sagt Luigi Orelli.

In den 60ern kam er als Gastarbeiter nach Frankfurt. Dort begann für den Mann aus dem Dorf Paggese, das in der Nähe der ewigen Stadt Rom liegt, ein komplett neues Leben. Er testet das Nachtleben der Mainmetropole auf Herz und Nieren, wird vor genau 50 Jahren sogar zu „Mister Frankfurt“ gewählt. Hübsche Frauen lernte er reihenweise kennen. Doch sein Herz gehört nur zweien: Mamma Rita und seiner Ehefrau Nicoletta.

Der Film ist ein Krimi. „Aber da laufen nicht so viele Polizisten herum und suchen einen Mörder, sondern wir haben dem Film einen sehr italienischen Touch gegeben. Un tocco“, betont er. Sechs Monate lang saßen sie an der Produktion, obwohl sie ohne Drehbuch vorgingen. „Aber der Schnitt, der hat sehr lang gedauert. Ganze zwei Jahre“, sagt Regina Alef.

Auch der Kameramann Patrick Biewer war federführend am Film beteiligt. Insgesamt arbeiteten 24 Frauen und Männer mit und gedreht wurde auch in Frankfurt – natürlich im Café Liebfrauenberg. Luigi Orelli gibt sich aber auch selbstkritisch. Zumindest, was den ersten Teil von „Das verlorene Rennpferd“ betrifft. „Der war nicht schön“, sagt er rückblickend, verspricht aber, dass der zweite „ganz großes Kino“ wird.

Wer sich davon überzeugen möchte, dem bietet sich am Sonntag, 12. August, um 18.15 Uhr Gelegenheit. Doch nicht hier in Frankfurt, sondern in Gelnhausen, im dortigen Pali-Kino. Warum nicht in Frankfurt? Orelli: „Ich weiß nicht, vielleicht machen wir hier auch noch eine.“ Schlecht wäre das nicht, weil er doch ein Frankfurter Original ist.

(es)

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