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Stadtgeflüster: Mit der Gitarre auf der Suche

Die Musikerin Elif ist immer mit ihrer Gitarre unterwegs. Am Sonntag ist sie im Radio zu hören. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Die Musikerin Elif ist immer mit ihrer Gitarre unterwegs. Am Sonntag ist sie im Radio zu hören.

Promotion-Touren mag sie. „Man lernt so viele verschiedene Menschen kennen, das ist wunderbar“, sagt Elif. Die 25-Jährige heißt mit vollem Namen Elif Demirezer , ist ein deutsch-türkische Popmusikerin und Songschreiberin aus Berlin, die bei der Pro Sieben-Casting-Show „Popstars“ im Jahr 2009 den zweiten Platz belegte. Damals war sie zarte 16 Jahre alt. Anschließend startete sie ihre Solo-Karriere. Nun reist sie mit ihrer Gitarre als wichtigstem Gepäckstück durch die deutsche Republik und bewirbt ihre neue und damit zweite Platte „Doppelleben“. Am kommenden Sonntag, 25. Februar, ist die Sängerin ab 20 Uhr in der Show „hr3 100pro Deutsch“ bei Moderator Gunnar Töpfer zu hören.

Ganz in Schwarz gekleidet sitzt Elif da, sucht nach Worten und trinkt Cappuccino. Sie hat jetzt kürzere Haare. „Die musste ich schneiden“, sagt sie und greift mit der rechten Hand in eine Haarsträhne. „Im Album geht es auch viel um eine vergangene Beziehung. Und wie das so ist, wenn eine Beziehung vorbei ist, schneidet man sich die Haare. Jetzt habe ich Platz für neue Erinnerungen in meinen Haaren“, sagt die junge Frau, die an eine Zukunft mit Nachwuchs denkt. „Ich kann mich gar nicht dagegen wehren, wenn ich Kinder sehe, dann reagiert mein Körper darauf und ich glaube, ich hätte total Lust, jemanden zu finden, mit dem ich es wirklich ernst meine und mit dem ich Zukunftspläne schmieden kann.“ Vielleicht singt Elif ja in absehbarer Zukunft keine Pop-, sondern Schlaflieder. „Aber im Moment bin ich Single“, betont sie.

In „Doppelleben“ geht es aber auch um die Beziehung zu ihren Eltern. „Ich habe immer gehofft, dass meine Eltern mich verstehen. Aber jetzt weiß ich, dass es sehr wichtig ist, als Kind auch seine Eltern zu verstehen. Denn erst wenn beide Parteien sich verstehen, kann man einen Schritt aufeinander zumachen.“ Den taten ihre Mutter, ihr Vater und sie selbst. Auch, indem sie „Doppelleben“ hörten. „Danach haben wir alle sehr geweint.“

Schon vor gut zehn Jahren gab es erste Anknüpfungspunkte mit der Mainmetropole, denn bei „Popstars“ sang Elif mit Cassandra Steen , der Stimme der Band „Glashaus“, die von Moses Pelham ins Leben gerufen wurde und in der der Rapper und Produzent auch mitspielt. „Früher waren Cassandra und die anderen, mit denen ich sang, die Stars. Heute sind sie Kollegen. Das ist schön“, sagt sie.

Zu Moses Pelham hat Elif schon lange Kontakt: „Als ich angefangen habe, Musik zu machen und an meiner ersten Platte geschrieben habe, bin ich hierher nach Frankfurt gefahren und habe mit ihm gearbeitet“, erinnert sich die Musikerin, die damals noch sehr jung war. „Er ist sehr gut. Aber das habe ich damals noch gar nicht gemerkt, weil ich noch so in meinen musikalischen Kinderschuhen steckte und so sehr damit beschäftigt war, meine Sprache zu finden und herauszubekommen, wer ich als Künstlerin überhaupt bin“, sagt sie. Dabei habe der Produzent sehr gut versucht, ihr die musikalischen Bälle zuzuspielen. „Doch das habe ich damals nicht so gut begriffen. Es war aber sehr schön und spannend mit ihm zu arbeiten“, sagt sie und fügt hinzu: „Jetzt wäre ich wirklich dazu bereit, mit ihm zu arbeiten.“

Mit dem Hessischen Rundfunk verbindet sie ebenfalls eine angenehme Erfahrung, denn bei der „hr3@night“-Reihe stand sie vor fünf Jahren auf der Bühne – auf welcher, weiß sie allerdings nicht mehr, schließlich hat die junge Frau bereits unzählige andere Konzerte in ganz Deutschland gegeben.

Unter anderem war sie Vorband von Tim Bendzko und lernte damals den Frankfurter Erdem Akla kennen. „Er ist inzwischen einer meiner engsten Freunde und wir arbeiten auch zusammen.“ Für die Sängerin ist er so etwas wie ein Berater und gibt ihr auch Hilfestellungen. „Wir gehen durch dick und dünn zusammen. Für mich ist er eine Mischung aus einem Psychologen und einem Marketing-Genie“, schwärmt Elif, die auch schon mit der Frankfurter Sängerin Namika (vor zwei Jahren mit dem Lied „Lieblingsmensch“ bekannt geworden) sang. „Wir waren sogar mal beim selben ,Konstrukt‘ aus Label und Management unter Vertrag“, erinnert sich Elif, die sich mit Kolleginnen gut versteht. „Unter uns Musiker-Mädels sind wir alle sehr nett und freundlich“, sagt sie.

Und ihr Debüt-Album landete weit vorne. Im Jahr 2015 wurde ihr Song „Unter meiner Haut“ vom DJ-Duo „Gestört aber GeiL“ gemeinsam mit Koby Funk und Wincent Weiss neu aufgenommen und stieg bis auf Platz sechs der deutschen Single-Charts.

(es)

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