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"Mit einem Bein im Grab"

„Alte Säcke“, sagt „Tankard“-Sänger „Gerre“. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) „Alte Säcke“, sagt „Tankard“-Sänger „Gerre“.
Frankfurt. 

Tankard“ bedeute zwar Bierkrug, aber in Sachen Musik ist bei Gitarristen Andreas Gutjahr , Schlagzeuger Olaf Zissel und Bassisten Frank Thorwarth das Maß noch lange nicht voll. Sie gehören zu den Dienstältesten in ihrem Gewerbe und brachten vor wenigen Tagen ihre 17. Silberplaste auf den Markt. Doch das ist noch lange nicht alles. Hinzu kommen noch einige Live-Platten und Eps sowie ein paar „Tankwart“-Platten. Trotz dieser Fülle an Veröffentlichungen: Die Frankfurter Thrash-Metaller von „Tankard“ sind kein bisschen müde vom Headbangen und kein bisschen leise.

Am Mikro steht wie immer Andreas Geremia . Den nennt nur seit Jahrzehnten niemand mehr so. Jeder ruft den sympathischen Frontmann mit seinem Spitznamen „Gerre“. Und er ist es auch, der entspannt und locker, wie es nunmal seine Art ist, über „One Foot in the Grave“ (Mit einem Bein im Grab), so der Titel der neuen CD, spricht. „Es ist nicht das Ende der Band, und es ist auch nicht die letzte Platte, die wir machen werden“, versichert Gerre gleich. „Es ist ironisch gemeint. Mit Bezug auf unser Alter, denn wir werden ja 35 Jahre alt“, erklärt der Sänger und meint damit natürlich die Band –„ich habe in diesem Jahr genullt“, so Gerre, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert. „Wir sind zwar alte Säcke, aber wir haben immer noch unendlich viel Spaß daran, diese Musik zu machen.“

In den dreieinhalb Jahrzehnten ihrer Karriere haben „Tankard“ alle möglichen Höhen und Tiefen durchlebt. Etwa was die Verkaufszahlen angeht. „Früher hat man noch Tonträger verkauft. Das ist heute schwieriger geworden“, erklärt Gerre das Musikgeschäft. „Wenn du in der ersten Woche ein paar Tausend verkaufst, bist du in den Charts ganz oben.“

Aber auch beim Aufnahmeprozess hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten viel getan. So schreiben „Tankard“ ihre Songs fast schon hauptsächlich übers Internet. Sie schicken sich Dateien zu und arbeiten jeder im den eigenen vier Wänden daran. Ganz ohne sich zu treffen, geht es aber nicht. Doch nicht im Proberaum kommen sie zusammen, sondern im Studio des Gitarristen. Den Proberaum sehen sie nur vor Live-Auftritten von innen.

Bei aller Liebe zu Altbewährtem: „One Foot in the Grave“ hat einiges Neues zu bieten. Etwa den Produzenten. „Drei Platten hatten wir mit Michael Mainx gemacht.“ Nun sei es an der Zeit gewesen für einen Wechsel. So gingen sie zu Martin Buchwalter . „Nun klingen wir noch ein wenig heavier“, schildert Gerre den neuen Sound, und man wundert sich im Stillen, dass das überhaupt geht, dass „Tankard“ noch heavier, also härter klingen. Buchwalter saß zuvor unter anderem bei CD-Aufnahmen von Gruppen wie „Destruction“ an den Reglern und spielt selbst bei „Personal War“, das dürfte die härtere Gangart erklären.

Neu ist auch ein Auftrittsort für das Frankfurter Quartett, das rund um den Globus Konzerte gibt. „Wir spielen dieses Jahr das erste Mal in Malaysia.“ Und nach 16 Jahren sind „Tankard“ auch wieder beim größten Heavy-Metal-Festival der Welt, dem „Wacken Open Air“, dabei. „Pünktlich zum Geburtstag und nur fünf Tage nach dem Pokalendspiel ist die neue Platte esrchienen – perfektes Timing würde ich sagen“, so Gerre, der durch und durch Eintracht-Fan ist und sich mit der Band und dem Lied „Schwarz-weiß wie Schnee“ ins kollektive Frankfurter Fußballgedächtnis eingebrannt hat.

Trotz oder gerade wegen der Routine im Texten und Komponieren, „ist und bleibt es immer ein großer Kraftakt. Das schüttelt man sich nicht so einfach aus dem Ärmel. Da steckt viel Arbeit dahinter“. Ist das Mühe, die sich dann auch lohnt, sich auszahlt? „Wir haben Spaß dran.“ Allerdings ist der Druck gewichen, der früher auf der Gruppe lastete. „Du musst jetzt nicht wie damals alle zwei Jahre eine Platte veröffentlichen“, sagt Gerre. „Aber es ist natürlich ganz gut, immer mal im Gespräch zu bleiben.“ Und das geschieht mit einer neuen CD. Und am 29. Dezember steigt das Geburtstagskonzert „Tankard and Friends“ zum 35. mit ganz vielen befreundeten Bands.

(es)
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