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Stadtgeflüster: Musik reicht ihr zum Glücklichsein

Die Frau mit der Gitarre: Musikerin Fee ist der nächste aufgehende Singer-Songwriter-Stern aus Frankfurt. Foto: Bernd Kammerer (.) Die Frau mit der Gitarre: Musikerin Fee ist der nächste aufgehende Singer-Songwriter-Stern aus Frankfurt.

Sie ist der aufgehende Singer-Songwriter-Stern Frankfurts: Fee . Sie lebt und komponiert im Nordend und liebt Hamburg. Auf der Bühne im Haus am Dom testet sie den Klang ihrer Gitarre und wie er beim Publikum ankommen könnte. „Es klingt irgendwie seltsam“, ruft sie dem Tontechniker zu. Fee heißt mit vollem Namen Felicitas, doch eigentlich schon seitdem sie ein Kind ist, ruft ihre Mutter sie bei der Kurz- und Koseform.

Vor acht Jahren zog sie nach Frankfurt. Die Mainmetropole zog sie aus privaten Gründen Musikmetropolen wie Köln oder München, wo sie als Musikerin wohl besser aufgehoben gewesen wäre, vor. „Jetzt bin ich hier klebengeblieben, habe meine Freunde und mein Leben hier“, so die 27-Jährige, die in wenigen Tagen ihr neues Album „Ein Zimmer Küche Bad“ auf den Markt bringt. „Ich finde es nicht schlimm, dass Frankfurt keine Riesen-Musikstadt ist, das erdet mich.“ Außerdem lerne sie sehr schnell alle Leute kennen, die in der Stadt irgendwas mit Musik zu tun haben. In Berlin stünde an jeder Ecke jemand, der das Gleiche mache wie sie. Hier ginge es weniger darum, sich miteinander zu vergleichen, sondern die Frankfurter Musiker arbeiteten zusammen. So wie sie mit dem Singer-Songwriter Gastone .

„Mit ihm habe ich meine ersten Demos produziert. Er war es auch, der mich darin bestärkte, auf der Bühne Gitarre zu spielen“, erinnert sich die junge Frau, die 2016 den Nachwuchswettbewerb beim W-Festival in Frankfurt gewann. In diesem Jahr ist sie auch wieder dabei und spielt vor Christina Stürmer und auf der Open Air Bühne. Gelernt habe sie das Spielen auf den sechs Saiten nämlich nie wirklich. „Ich habe immer gedacht, ich wäre zu schlecht, doch Gastone meinte, dass das eben mein Stil ist.“

Auch mit dem Überflieger Max Giesinger arbeitete sie bereits zusammen. „Wir haben uns im Bandpool an der Pop-Akademie kennengelernt“, erinnert sie sich. Mit Giesinger schrieb sie auch den Song „Süden“, der jetzt auf der Platte ist. „Das ist der einzige Song, den ich nicht komplett allein geschrieben habe auf der Platte“, stellt sie klar. Das Album, das in einem Studio in der Innenstadt entstand, habe sie allerdings hauptsächlich mit einem Frankfurter gemacht – mit dem Schlagzeuger von Shantel .

An der neuen Platte, die bei einem Gießener Lable erscheint, hat sie lange gearbeitet. Und außerdem „sind dem Typen, der den Mix macht, vier Geräte abgeraucht, die so leicht nicht zu ersetzen waren“. Erfahrungen mit großen Plattenfirmen sammelte Fee schon früher mit ihrer Band „Neoh“. Doch das wollte sie nicht mehr. Sie suchte Menschen, die mit ihr zusammenarbeiten, weil ihnen ihre Musik so gefällt, wie sie ist und die nicht „dauernd kommen und sagen, dass man hier noch und da noch was ändern könnte“.

Mit Bands „Wir sind Helden“, „Juli“ oder Christina Stürmer und Rockoma Nena teilte sie sich die Bühne damals. Bereut habe sie den schritt nie. „Weil ich gemerkt habe, was ich dafür bekomme. Nämlich nur das, das ich machen möchte und mich überhaupt nicht verbiegen muss. Alles hundert Prozent ich. Das macht mich sehr, sehr glücklich.“ Denn Erfolg, vor Tausenden von Zuhörern zu spielen, den brauche sie nicht. Das sei natürlich etwas sehr Schönes, aber auch kleine, intime Konzerte seien sehr schön.

Seit Ende 2016 hat Fee wieder eine Band. „Inzwischen habe ich wieder vier coole Typen. Ich konnte immer schon gut mit Männer, weil ich kein Tussi-Mädchen bin.“ Fee ist Musikerin durch und durch, hat keinen Plan B. Schlägt sich durch. „Viele Kreative aus Frankfurt unterstützen mich in meiner Musik und meinem Weg. Darüber bin ich sehr dankbar“, erklärt sie, wie sie über die Runden kommt. Außerdem spielt sie ganz, ganz viel. „Anfangs habe ich alle drei Tage gespielt.“ Nun macht sie es nicht mehr so intensiv.

„Du musst aber auf jeden Fall etwas zurücklegen“, erklärt sie. „Das muss sein, sonst kannst du irgendwann deine Miete nicht zahlen.“ Fee ist also sehr diszipliniert. „Ein Zimmer Küche Bad“ erscheint am 9. März und am 16. April steigt im Nachtleben an der Konstabler Wache die Release-Party.

(es)

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