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Stadtgeflüster: Musik verbindet Menschen

Künstler, DJs, Gastronomen, Musiker und Kreative schlossen sich zum Aktionsbündnis „Frankfurt ist bunt“ zusammen, um dieses Projekt zu stemmen.
Christian Rindermann (links) und Sia Sanei sind die Macher von „Liebe ist unsere Religion – Musik ist unsere Sprache“, die am Freitag, 1. September, auf dem Goetheplatz über die Bühne geht. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Christian Rindermann (links) und Sia Sanei sind die Macher von „Liebe ist unsere Religion – Musik ist unsere Sprache“, die am Freitag, 1. September, auf dem Goetheplatz über die Bühne geht.

Sia Sanei und Christian Rindermann kennen sich seit mehr als zwölf Jahren. Der Iraner, der mit seiner Familie vor langer Zeit über Umwege von der Türkei über Spanien nach Frankfurt kam, und der Musiker, der viele Jahre lang Resident-DJ im weltbekannten „Cocoon“-Club war, lernten sich in diesem legendären Schuppen beim Arbeiten kennen. „Wir sind Freunde“, sagt Sanei.

Und gemeinsam haben sie bereits so manche Veranstaltung auf die Beine gestellt. So eine aber wie „Liebe ist unsere Religion – Musik ist unsere Sprache“ noch nie.

Pino Caruso gestaltete das Logo der Veranstaltung. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Pino Caruso gestaltete das Logo der Veranstaltung.

Künstler, DJs, Gastronomen, Musiker und Kreative schlossen sich zum Aktionsbündnis „Frankfurt ist bunt“ zusammen, um dieses Projekt zu stemmen. Auf den Slogan kam Sia Sanei über Nacht. Die Geburtsstunde dieser Idee liegt aber schon länger zurück. Damals, als DJ Sven Väth die Goetheplakette im Kaisersaal bekam und später alle möglichen Leute im Schirncafé auflegten, sprach Rindermann Oberbürgermeister Peter Feldmann an. Das war 2015. „Wir redeten nicht ausschließlich über die Aktion von Übermorgen, sondern darüber, dass in Frankfurt mehr interessante Dinge geschehen sollten“, erinnert sich Rindermann, der mit Künstlernamen DJ C-Rock heißt.

Damals hätten sie die Saat gepflanzt. Inzwischen sind alle möglichen Hürden und Hindernisse überwunden und Feldmann ist Schirmherr dieser Aktion, die am Freitag, 1. September, auf dem Goetheplatz über die Bühne geht. Da passt es, dass an diesem Tag in Deutschland seit den 60er-Jahren der offizielle Anti-Kriegs- und Weltfriedenstag gefeiert wird.

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Und darum geht es: um die Liebe. Die Macher möchten für etwas und nicht gegen etwas demonstrieren. „Wir wollen eine positive Antwort auf die politischen Demos der Angst geben, auf die Gewaltexzesse der letzten Zeit und den Hass. Keine Nationalität, keine Sprache und keine Religion soll ausgeschlossen werden“, sagen die beiden Macher. „Wir als Väter wollen nicht, dass unsere Kinder in einer hasserfüllten Welt aufwachsen“, sagt Sanei. „Ich als ehemaliger Flüchtling weiß, wie es ist, wenn du in einem Land groß wirst, in dem du keine Rechte hast und die Familie Angst vor dem Regime haben muss“, erklärt er. „Es ist wichtig, dass wir das, was wir hier haben, die Demokratie und das Demonstrationsrecht, schützen. Wir müssen den Menschen klarmachen, dass das nicht selbstverständlich ist“, findet Sanei. „Viele nehmen das als gegeben hin, aber die Geschichte hat oft genug gezeigt, dass das nicht so ist.“

Die Macher wollen demonstrieren, dass Musik die Menschen auf einer Ebene miteinander verbinde, auf der Religion, Hautfarbe oder Kulturkreise keine Rolle spielten. „Musik sehen wir nicht als Hintergrundbeschallung – vielmehr verfügt sie über eine sehr große Kraft“, sagt Rindermann. „Wir wollen zeigen, dass diese Welt, in der wir hier in leben, keine ist, vor der man Angst haben muss. Der Frankfurter Weg ist europäisch, international, religionsübergreifend und tolerant. Lasst uns ein Signal senden, dass dieser Weg der richtige ist“, fordern sie.

Mit im Boot sind Rapper Moses Pelham , DJ Ata Macias , Sänger Chima und der Künstler und Musik-Video-Regisseur Pino Caruso , der auch das Logo der Veranstaltung gestaltete. Es zeigt ein riesiges Friedenszeichen mit christlichen, jüdischen und islamischen Symbolen und steht für das friedliche Zusammenleben aller Religionen.

Auch Gastronomen wie Mengi und Taff Zeleke , David und James Ardinast und Sam Kamran ziehen mit. Los geht es am Freitag auf dem Goetheplatz um 16 Uhr. Das Programm reicht von afrikanischen Trommlern bis hin zu Techno-DJs. Es soll ein friedliches, buntes Friedensfest voller Liebe und cooler Musik werden, erklären die ambitionierten Macher.

(es)
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