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Stadtgeflüster: Musiker, Schauspieler, Autor: Ulrich Tukur geht auf Tournee

Tausendsassa Ulrich Tukur im Goldsaal des Hessischen Rundfunks. Der Schauspieler, Musiker und Komponist geht bald mit seiner Combo auf Tour – und schreibt überdies an seinem Erstlingsroman.  Foto: Bernd Kammerer Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Tausendsassa Ulrich Tukur im Goldsaal des Hessischen Rundfunks. Der Schauspieler, Musiker und Komponist geht bald mit seiner Combo auf Tour – und schreibt überdies an seinem Erstlingsroman. Foto: Bernd Kammerer

Ulrich Tukur und kein Ende. Der Mann ist einfach ein Tausendsassa: Musiker, Schauspieler und Autor. Wir erinnern uns: Jüngst nahm der 60-Jährige beim Hessischen Film- und Kinopreis in der Alten Oper aus den Händen von Volker Bouffier den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten entgegen. „Ich weiß gar nicht mehr genau, wo ich ihn hingestellt habe – ich glaube, er steht zwischen zwei Schnapsflaschen“, denkt Tukur laut nach, der eine vierwöchige Probensitzung mit seinen „Rhythmus Boys“ in der Toskana, wo er ein Anwesen hat, hinter sich hat.

Bald geht er mit seiner Gruppe „Rhythmus Boys“ auf große Tournee. „Da haben wir uns die Lieder ausgesucht und das Thema festgelegt. Es lautet ,lunatische Tanzmusik – eine Nacht über den Mond‘“, sagt Tukur, der in Hessen vor allen Dingen bekannt ist, weil er in der ARD-Kultkrimiserie „Tatort“ den Kommissar Felix Murot gibt. Es sei kein einfaches Stück Arbeit, das mit der Musik. Denn: „Wir haben nur neue Lieder, neue Arrangements und Tänze.“ Wird Tukur gar selbst tanzen? „Nein“, antwortet er. Andere lassen die Puppen tanzen, „ich lasse die Jungs tanzen“, sagt er und beschreibt, was er vorhat. „Es wird ein Abend über die Nacht“, kündigt der 60-Jährige an, der auch sagt, dass das Programm in der Alten Oper wohl etwa zwei Stunden dauern wird.

Zur Musik kam Ulrich Tukur durch Mutter und Vater. „Ich habe angefangen, Klavier zu spielen, weil meine Eltern es wollten. Es war zu einer Zeit, wo das eben zum guten Ton gehörte“, erinnert sich Tukur. Während seine beiden Geschwister ihre Instrumente mal zur Seite legten, „bin ich am Klavier drangeblieben, weil ich die Faszination des Jazz für mich entdeckte, als alle Welt ,Beatles’ oder ,Rolling Stones’ hörte – das ist mein ganz großes Lebensglück, denn es ist eine sehr gute Möglichkeit, sich auszudrücken.“

Zurück zum Programm. „Ich möchte etwas an der Grenze von Theater, Literatur und Musik schaffen“, sinniert Tukur. „Es soll eine hohe Poesie und Witz haben“, fasst er die Ziele zusammen, die er mit dem Programm verfolgt, das vollständig so betitelt ist: „Grüß’ mir den Mond – durch die Nacht mit Ulrich Tukur und den Rhythmus Boys“. In Dänemark ist geplant, dem Konzert den Feinschliff zu verpassen. Mitte März erst ist er damit in Frankfurt in der Alten Oper zu Gast. Zwar kommt einem bei dem Titel gleich das alte Hans-Albers-Lied „Flieger, grüß’ mir die Sonne“ von 1932 aus dem Film „F.P.1 antwortet nicht“ in den Sinn. Aber das wird Tukur wohl nicht intonieren. „Vielleicht bis zu der Stelle, an der der Mond vorkommt“, stellt er in Aussicht. „Der Mond und seine Macht haben die Menschen schon immer fasziniert“, meint Tukur. Der Erdtrabant sei erst 1969 „durch die Mondlandung der Amerikaner so furchtbar entweiht worden. Ich hätte gern, dass er weiter etwas Unerreichbares geblieben wäre.“

Bis zum Beginn der Tournee dauert es noch ein bisschen, aber Tukur wird keinesfalls langweilig werden. „Ich schreibe einen Roman“, sagt er. „Und zwar für ein Frankfurter Haus – für den Fischer Verlag.“ Vor zwei Jahren habe er mit der Arbeit daran begonnen. „Ich habe noch nie einen Roman geschrieben“, erzählt er. „Aber ich muss ihn bis zum Sommer fertig haben. Das wird ziemlich anstrengend und mein Opus Magnum. Er handelt von einem Menschen, der entdeckt, nein, der weiß, dass er ein anderer war – und nach und nach spürt dieser andere ihn auf.“ Den Titel verrät er nicht. „Es ist eine Zeitreise, die in der nahen Zukunft und in den 40er Jahren während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und in Frankreich spielt.“

Musiker, Schauspieler, Autor – wie schafft er das? „Ich mache es irgendwie. Wenn mich die Muse küsst und mich die Inspiration packt, setze ich mich ans Klavier oder schreibe. Meine Frau ist strukturierter als ich“, sagt Tukur. „Ich bin auch nicht wie Thomas Mann, der sich von 8 bis 12 Uhr an den Schreibtisch setzte und schrieb, sondern ich merke auf einmal vorm Kamin, wie mir eine Idee kommt – und dann schreibe ich fünf Stunden“, berichtet er. „Oder ich mache gar nichts und habe nur ein schlechtes Gewissen“, witzelt Ulrich Tukur.

(es)

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