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Narren-Jahrmarkt in Timbuktu

Mit Schleier, Zirkusdirektor und Gardist: Die Organisatoren des neuen „Jahrmarkt in Timbuktu“ freuen sich schon auf die moderne Wiederauflage im Zoo-Gesellschaftshaus. Und der Chef „von det Janze“, Klaus Jürgen Fischer (4. v. li.), zieht schon mal den Hut davor. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Mit Schleier, Zirkusdirektor und Gardist: Die Organisatoren des neuen „Jahrmarkt in Timbuktu“ freuen sich schon auf die moderne Wiederauflage im Zoo-Gesellschaftshaus. Und der Chef „von det Janze“, Klaus Jürgen Fischer (4. v. li.), zieht schon mal den Hut davor.
Frankfurt. 

Timbuktu liegt in der afrikanischen Sahara – nicht so der „Jahrmarkt in Timbuktu“. Dieser 1925 erstmals veranstaltete Bürger- und Künstlermaskenball ist ein Frankfurter „Urgestein“, das die Bürger über Generationen innig liebten. 1976 fand der letzte „Jahrmarkt“ im Gesellschaftshaus des Palmengartens statt; der Publikumsgeschmack hatte sich verändert, eine Ära endete. Am Faschingssamstag, 25. Februar, soll nun aber die Legende wiederauferstehen, noch bunter und wilder als es das Tanzvergnügen früher war. Nur der Ort ist ein anderer, die erdachte Figur des „Königs Wumba-Tumba“, den einmal sogar Sänger Ivan Rebroff verkörperte, breitet seinen Hofstaat von nun an im Zoo-Gesellschaftshaus aus.

„Unser Timbuktu meint einen fiktiven Ort, an dem Freiheit, Fröhlichkeit und kosmopolitisches Denken vorherrschen. Er lässt der Phantasie jeden Spielraum offen“, erklärt Klaus Jürgen Fischer , Vorsitzender des Vereins „Jahrmarkt in Timbuktu“, welcher die Trägerschaft der Neuauflage übernahm.

Das alte Konzept des Maskenballs lebt fort, wird jedoch in die Moderne geführt. Warb man 1949 noch scherzhaft „Nichtkostümierte werden am Spieß geröstet“, will man jetzt den Veranstaltungsort in einen heißen Kessel mit diversen Live-Partybands, darunter die „Hermes House Band“ mit Sänger Lou Bega , Showtanz und Kulinarik „vom Würstchen bis zur Auster“ verwandeln. Moderiert wird die quirlige Ballnacht von Jörg Bombach („Hessenquiz“). Masken sind erwünscht, aber keine Pflicht.

Der Kartenverkauf läuft, die Preise sind moderat (55 bis 222 Euro). „Flaniergäste dürfen ab der Saalöffnung um 19.11 Uhr kommen“, erklärt Fischer. Bis zu 1200 Gäste werden erwartet, sie können direkt an den roten Teppich vorfahren. Letzteres sei ein Argument für den neuen Ort gewesen, ebenso die Freiheit im Zoo-Gesellschaftshaus, den Caterer selbst zu bestimmen, so Fischer. „Die Dekoration in dem denkmalgeschützten Gebäude wird eine andere sein als früher im Palmengarten – Stofftiere und Netze sind hier feuerpolizeilich untersagt, daher setzen wir vor allem auf eine florale Inszenierung.“

Die Wiederbelebung der „Timbuktu“-Legende hat viele Fürsprecher in der Stadtgesellschaft, darunter Ex-Oberbürgermeisterin Petra Roth , Regisseur Wolfgang Kaus und Theater-Intendant Claus Helmer. Börsen-Experte Frank Lehmann freut sich ganz besonders: „Früher war dieser Ball das Ereignis zu Fassenacht gewesen. Doch für mich als Student und Azubi bei der Zeitung war er eine Nummer zu groß, unerreichbar und doch immer mit Sehnsucht in Kopp und Hirn.“

Sorgen, dass der Ball nicht funktioniert, hat Fischer nicht. „Es gibt in der Stadt keinen Masken- oder Kostümball dieser Art mehr, wir füllen eine Lücke, auch für junge Leute“, sagt der 67-Jährige. Auch die Preise ermöglichten es allen Bürgern teilzunehmen. Der Frankfurter baut auf seine langjährige Erfahrung als Präsident des Großen Rats; bis 2013 hatte er das Amt inne. Ein erfahrenes Team, darunter auch Fernsehprofis, unterstützen ihn beim „Jahrmarkt in Timbuktu“, so der Präsident. Schwerer sei die Akquise von Sponsoren gewesen: „Da war man anfangs sehr verhalten“. Doch nun ist alles unter Dach und Fach, stehen viele VIPs auf der Gästeliste, ferner Diplomaten aus karneval-affinen Ländern sowie aus Kuweit, dem Libanon und Saudi-Arabien, die bereits den alten „Timbuktu“-Ball schätzten. Dann heißt es wie in den 20er Jahren: „Die Gäste werden in einen Wirbel vergnüglicher Stunden hineingezogen.“

(fai)
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