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Nichts als Arbeit

Sebastian Koch auf Lesereise – eine Station ist Frankfurt. Foto: Bernd Kammerer (.) Sebastian Koch auf Lesereise – eine Station ist Frankfurt.
Frankfurt. 

Es eilt ihm der Ruf voraus, ein Schauspieler zu sein, der sich seine Rollen sehr genau aussucht. Nun hat Sebastian Koch in den vergangenen Jahren etliche Filme gedreht. Zwei sogar gleichzeitig. Zuletzt kam „Nebel im August“ in die Kinos. Zuvor stand der 54-Jährige für „Im Namen meiner Tochter“ und „Bridge of Spies“ (Der Unterhändler) vor der Kamera.

„Ich wollte immer schon mit Daniel Auteuil drehen, das war mal ein Traum von mir“, erinnert sich Koch. „Dann war alles unterschrieben für den Film ,Im Namen meiner Tochter – der Fall Kalinka’ und plötzlich ruft Steven Spielberg für ,Der Unterhändler’ (Bridge of Spies) an.“

Somit stand Sebastian Koch vor einem Luxusproblem. „Ich mache eigentlich nie parallel mehrere Filme, aber ich mochte das Drehbuch so gern, und mit Spielberg zusammen arbeiten zu dürfen, passiert ja auch nicht alle Tage.“ Die Produktionsfirmen einigten sich und legten die Drehtage so fest, dass Koch beide Streifen machen konnte. „Spielberg beim Arbeiten kennenzulernen, das war eine tolle Erfahrung“, erzählt Koch. „Wir haben noch Kontakt, sind jedoch nicht wirklich befreundet, so wie ,Buddies’ halt, aber ich darf schon sagen, dass wir uns angefreundet haben“, beschreibt der Schauspieler, der auch an der Seite von Bruce Willis in „Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ zu sehen war.

„Wir hatten eine sehr intensive Zeit und das ist immer eine Basis, wenn man sich schreibt oder trifft. Vielleicht kommt so auch ein weiteres Projekt zustande, bei dem die Rolle wieder stimmt“, sagt Sebastian Koch, der sich auch als Fan des Films „Toni Erdmann“ zu erkennen gibt. „Das mit der vielen Arbeit, das muss man aber auch relativieren – das hängt ja auch immer von der Größe der Rolle ab“, gibt Koch zu bedenken.

„Das unterschätze ich immer noch, obwohl ich es eigentlich wissen müsste, dass die Arbeit nach dem Film, besonders wenn die Veröffentlichung ansteht, wahnsinnig viel Zeit in Anspruch nimmt“, erklärt der erfolgreiche Mime. Für die nächsten Wochen und Monate hat er erstmal genug gearbeitet. „Jetzt kommt die berühmte Pause, um neue Kräfte zu tanken“, sagt er, relativiert das aber gleich. „Nicht auszuschließen ist, dass ich im Januar oder Februar in New York drehe. Aber noch ist alles im Gespräch“, fällt ihm dazu ein.

Und so ganz arbeitslos wird er die Zeit bis dahin auch nicht sein, denn Sebastian Koch geht auf Lesetournee und trägt aus seiner Weihnachts-CD vor. „In der wunderschönen Atmosphäre der Erlöserkirche in Bad Homburg ist die Idee zu dieser besonderen Weihnachts-CD und schließlich auch für die Lese-Tournee entstanden“, erinnert er sich.

Für Koch ist das etwas Besonderes, „denn ich habe noch nie eine Tour gemacht“. Er lehnt den Weihnachts-Konsumrummel „entschieden ab. Aber ansonsten haben diese Feiertage durch meine Tochter, die Weihnachten liebt, ihren Reiz für mich wiedergewonnen“. Wovor so mancher Reißaus nimmt, das findet Koch wunderbar: „Zwei bis drei Tage lang bieten die Festtage Gelegenheit, die ganze Familie um sich zu haben – wie schön.“

Vor kurzem widmete das Filmmuseum Sebastian Koch, der auch eine tragende Rolle in der jüngsten Staffel der US-Serie „Homeland“ hatte, einen ganzen Abend. An diesem konnte sich der Vater einer Tochter einen Streifen wünschen – und seine Wahl fiel auf „Der Mörder meiner Mutter“ von Lars Kraume . „Urs Spörri vom Deutschen Filminstitut hatte mich gebeten, an einem Abend als Gast der Reihe ,Ein Abend mit...’ nach Frankfurt zu kommen.“ Koch sagt: „Die Idee ist wunderbar, dass man sich einen Film aussuchen darf, der dann dem Publikum im Kino gezeigt wird.“

(es)
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