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Niemals geht man so ganz: Brenda Rae verlässt die Oper

Generalmusikdirektor Sebastian Weigle applaudiert Brenda Rae. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Generalmusikdirektor Sebastian Weigle applaudiert Brenda Rae.

Nach neun Jahren verabschiedet sie sich von Frankfurt, verlässt das Ensemble der Oper. Aber nicht ganz. Im nächsten Jahr wird die amerikanische Sopranistin Brenda Rae , die vor neun Jahren hier anfing, wieder im Haus am Willy-Brandt-Platz zu hören sein. Dann allerdings als Gast und in der Rolle der Gilda in dem Melodrama in zwei Akten „La Sonnambula“ von Vincenzo Bellini. Am Sonntag gab sie als Zdenka, Tochter des Rittmeisters Graf Waldner, in „Arabella“, der lyrischen Komödie von Richard Strauss, ihren Abschied. „Am meisten werde ich die Menschen vermissen“, sagt sie. Obwohl sie doch wiederkommen wird. „Ja, aber es ist ein seltsames Gefühl, denn es ist irgendwie schon das Ende einer Ära“, sagt die Opernsängerin. Als Ensemblemitglied sei man näher an allem als als Gast. Aber sie bereue ihre Entscheidung nicht. „Es ist der richtige Schritt.“ Sie habe so viele Angebote rund um die Welt. Und im Ensemble müsse sie „immer fragen“, ob sie andere Angebote annehmen dürfe. „Das ist das Richtige für mein Leben“, sagt sie, bevor sie sich aufmacht zur kleinen, aber feinen Abschiedsparty. Viel Zeit zum Feiern hat die Mutter eines Sohnes allerdings nicht, „denn ich muss nach New Mexico fliegen“, wo die Proben fürs nächste Stück beginnen. Die Brücken nach Frankfurt will sie nicht komplett einreißen. „Wir behalten unsere Wohnung hier, suchen aber ein Haus in Minnesota.“ Zum einen, weil es dort einen internationalen Flughafen gibt, zum anderen wohnt dort auch ihr Zwillingsbruder und „meine Eltern und meine Schwiegereltern sind nicht zu weit entfernt“.

„Vor zehn Jahren sang sie mir in einem kleinen Raum vor und war damals bereit, nach dem Examen an der Juilliard School nach Frankfurt zu kommen“, erinnert sich Opernintendant Bernd Loebe . „Ich glaube, es war eine Win-Win-Situation zwischen uns beiden.“ 31 Partien sang Brenda Rae an der Oper. Dann, vor gut einem Jahr, kam sie in Loebes Büro. „Sie hat geweint und war wie verzweifelt.“ Auf der einen Seite standen und stehen die vielen Engagements und Angebote, die sie hat. „Und auf der anderen Seite der mürrische Intendant in Frankfurt, der ihr sagt, dass sie aber auch zu Hause singen soll“, scherzt Loebe. Zudem galt es, eine familiäre Situation zu klären. „Ich war es dann, der ihr riet, aus dem Ensemble auszusteigen“, sagt Loebe. Und so wurde ihr Vertrag auf eigenen Wunsch nicht mehr verlängert.

„Ich habe gemerkt, dass diese Frau zerrissen ist. Wir werden sie vermissen“, sagt Loebe. Übrigens war dies auch die letzte Aufführung der „Arabella“ in Frankfurt. Sie wird aber in Madrid wieder zu sehen sein.

(es)
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