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Stadtgeflüster: Orden von Frankreich erhalten

Generalkonsulin Pascale Trimbach zeichnete Prof. Roland Kaehlbrandt aus. Generalkonsulin Pascale Trimbach zeichnete Prof. Roland Kaehlbrandt aus.

Das Bundesverdienstkreuz hat er schon. Auch Träger des Hessischen Verdienstordens ist der 64-Jährige, der im vergangenen Jahr zudem die Ehrenplakette der Stadt erhielt. Nun wurde Roland Kaehlbrandt , deutscher Stiftungsmanager, Sprachwissenschaftler und Sachbuchautor sowie Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, eine ganz besondere Ehre zuteil, denn er erhielt den Nationalen Verdienstorden Frankreichs.

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Die Generalkonsulin des Nachbarstaates, Pascale Trimbach , überreichte Kaehlbrandt die Auszeichnung im französischen Generalkonsulat. „Ich bin im deutsch-französischen Geiste aufgewachsen. Der Orden ist vor allem Ansporn, nicht nachzulassen“, sagt der Ausgezeichnete über die Bedeutung, welche die Verleihung für ihn hat. „Die Französische Republik mit ihren Prinzipien der Menschenrechte, der Laizität und der einigenden Sprache ist für mich ein Leitstern“, so Kaehlbrandt.

Frankreich sei für ihn eine zweite Heimat, geistig, geschichtlich, menschlich, landschaftlich. Unsere beiden Länder bildeten den Kern einer europäischen Verständigung hin zu engeren Formen der europäischen Einigung. Deshalb gelte es, immer wieder neu für das deutsch-französische Verhältnis zu werben. „Die Republik Frankreich steht für mich für nachahmenswerte Grundprinzipien: Menschenrechte, Trennung von Staat und Kirche und sorgfältig gepflegte Nationalsprache. Vor allem die französische Sprachkultur, die in allen Bevölkerungsschichten gepflegt wird, sollte auch für Deutschland ein Vorbild sein“, findet Roland Kaehlbrandt, der mit dieser Würdigung nicht gerechnet hat. „Mit einer Auszeichnung darf und sollte man nie rechnen.“

Gründe, warum er sie erhalten hat, finden sich freilich etliche. Hier nur einige. Kaehlbrandt war Lektor für deutsche Sprache an der Pariser Universität Sorbonne, Direktor der Deutschen Stiftung Maison Heinrich Heine in Paris und Pressesprecher des Deutsch- Französischen Jugendwerks in Bad Honnef und Paris. Zudem berief ihn Frankreichs ehemaliger Wirtschafts- und Finanzminister Jacques Delors für mehrere Jahre in die Jury des Preises „L’ Européen de l’année“ (Europäer des Jahres). Als Stiftungsmanager pflege Kaehlbrandt Kontakte zur französischen Stiftungsszene, werbe für eine Stärkung des französischen Stiftungssektors und sei in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft daran beteiligt gewesen, dass die Alfred-Grosser-Gastprofessur an der Goethe-Uni ins Leben gerufen wurde. Kaehlbrandt sei ein erklärter Bewunderer der französischen Sprachkultur, die er in seinen Büchern zur deutschen Sprache als Beispiel eines angemessenen Sprachbewusstseins rühme. Nach französischem Vorbild habe er mit der Polytechnischen Stiftung den „Großen Diktatwettbewerb“ auf die Beine gestellt. Außerdem organisierte die Politechnische Stiftung im vergangenen Jahr, als Frankreich Gastland der Buchmesse war, mit „Frankfurt auf Französisch“ ein deutsch-französisches Kolloquium zur Sprachkultur beider Länder, an dem die Präsidentin der Académie française, Hélène Carrère d’Encausse , teilnahm.

Die Auszeichnung war übrigens so etwas wie ein nachträgliches Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk, denn der Präsident der Französischen Republik hatte ihn mit Dekret vom 26. Dezember 2017 zum Offizier im Nationalverdienstorden Frankreichs ernannt – einen Tag nach seinem Wiegenfest.

(es)

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