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Stadtgeflüster: Rappen für ein besseres Miteinander

Rapper Hassan Annouri (links) und DJ D-Flame geben an diesem Wochenende ein gemeinsames Konzert im Velvet Club. Bernd Kammerer Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (.) Rapper Hassan Annouri (links) und DJ D-Flame geben an diesem Wochenende ein gemeinsames Konzert im Velvet Club. Bernd Kammerer

Sie sind zusammen groß geworden, seit gut 30 Jahren befreundet, „aber wir haben schon sehr, sehr lange nichts mehr miteinander gemacht“. Das ändert sich nun. Denn an diesem Sonntag treten Produzent und Rapper Hassan Annouri und DJ D-Flame im Velvet Club an der Weißfrauenstraße auf. Um 18 Uhr ist Einlass. Eine Stunde später soll es losgehen. Den Sonntag suchten sich die Macher bewusst als Veranstaltungstag aus. „Sonntags kann jeder“, weiß Annouri aus Erfahrung. „Wer aus der Gastro- oder Musikszene kommt, der ist freitags und samstags vollbeschäftigt. Hat also keine Zeit für Konzerte, weil er im Laden stehen muss.“ Diese Menschen seien dann auch froh, wenn es zum Ausklang der Woche etwas gebe, zu dem sie gehen können.

Das Ganze wird auch nur wenige Stunden dauern, so dass jeder zu seiner Portion Schlaf kommt. „Es wird so richtig abgehen, weil wir seit Langem mal wieder in unserer Heimatstadt auftreten“, kündigt Annouri an, der zwar noch hier wohnt, D-Flame hingegen, der mit bürgerlichem Namen Daniel Kretschmer heißt, lebt seit gut sieben Jahren in Hamburg. „Wir sehen uns sonst nur in anderen Städten oder nur per Zufall hier in Frankfurt“, sagt Annouri. Dass er auf die Idee fürs gemeinsame Konzert kam, war auch so ein Zufall. Eines Abends saß er im Tonstudio und blätterte in einer Zeitschrift. Das Titelmotiv waren er und sein Kumpel D-Flame. „Das war 1992. Damals war ich 18. Jetzt bin ich 43.“

Am Tag danach schnappte er sich sein Handy und klingelte bei D-Flame durch. Der fiel auch aus allen Wolken, dass das alles so irre lange her ist. „Komm’, wir müssen mal wieder etwas gemeinsam machen, sagte ich ihm – und er war gleich dabei.“ „Das wird also eher ein Klassentreffen als ein Konzert“, frotzelt Hassan Annouri. „Das ist doch das Beste, was passieren kann. Dass du auf eine Veranstaltung gehst und dort Leute triffst, die du seit zehn oder 15 Jahren nicht mehr gesehen hast“, findet der Produzent, der nicht zuletzt durch seinen Song „Frankfurter Jungs“ bekannt wurde.

Doch es geht nicht nur ums Feiern und fröhlich sein, sondern auch um das Miteinander. „Ich habe ein Logo geschaffen, dass die drei Religionen Christentum, Judentum und Islam in sich vereinigt“, erklärt Annouri. „Wir wollen zeigen, dass wir gerade in dieser kritischen Zeit, in der versucht wird, Juden, Moslems und Christen auseinanderzubringen, das nicht mit uns machen lassen“, so Annouri weiter. „Wir sind alle Freunde, wir sind miteinander aufgewachsen, kennen diese Kulturen und lassen uns auf keinen Fall in eine Ecke drängen. Dieser ganze Mist hat nirgends etwas zu suchen“, betont der Musiker. „Uns bringt das nicht auseinander, sondern es eint uns eher.“

Zum Ablauf: D-Flame und Hassan Annouri werden allein und zusammen die Bühne rocken. „Aber wir haben auch sehr viele Gäste, die uns unterstützen“, so Annouri. Zu diesen gehören „Deutschland sucht den Superstar“-Gewinner von 2015 Severino Seeger, Marlon B von der Gruppe „Die Söhne Mannheims“ und die Frankfurter Sängerin Kaye Ree, um nur einige zu nennen. „Das wird ein riesengroßes Fest.“

(es)

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