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Stadtgeflüster: Regisseurin auf Werbetour

Die Kult-Regisseurin Margarethe von Trotta winkt im Frankfurter Cinéma Fotografen und zahlreichen Fans zu. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Die Kult-Regisseurin Margarethe von Trotta winkt im Frankfurter Cinéma Fotografen und zahlreichen Fans zu.

Für Margarethe von Trotta ist das Weihnachtsfest eine Gelegenheit zum Durchatmen. Bis kurz vor Heiligabend ist die Regisseurin und Drehbuchautorin unterwegs, um ihren neuen Film „Forget About Nick“ zu promoten. Bei ihrer Reise durch die Republik machte die mit über 30 Preisen dekorierte Filmemacherin, die unter anderem die Goldene Kamera, den Regie-Preis bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig für „Die bleierne Zeit“ sowie den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für besondere Leistungen im Film- und TV-Bereich erhielt, auch am Main Halt.

„Mir bleibt nur noch der 23., um ein paar Geschenke zu besorgen“, sagte sie bei ihrer Stippvisite im Cinéma am Roßmarkt. Es sei fast jedes Jahr so, dass sie bis zum letzten Moment arbeite. Dann aber genieße sie die Ruhe, wenn sie mit ihrem Sohn und dessen Frau Weihnachten feiere. „Mal fällt die Feier größer aus, mal kleiner“, erzählt sie. Zwar habe ihr Sohn keine Kinder, doch kämen ab und an die Geschwister seiner Frau mitsamt Sprösslingen. „Dann herrscht Remmidemmi. Ich sitze dann nur da und guck’ zu. Das ist wunderbar.“

Sie verrät, dass sie manchmal gern wieder ein Mädchen wäre. „Wenn Kinder in der Familie ein schönes Weihnachten hatten, dann wirkt das weiter. Ich hatte das nie“, erzählt die 75-Jährige. Ihre Mutter sei sehr arm gewesen, oftmals habe das Geld nur für ein „Minibäumchen und vielleicht ein Geschenk“ gereicht. Prompt war dieses dann für sie „heilig“, erinnert sich von Trotta, die mit Filmen wie „Das Versprechen“, „Rosa Luxemburg“ oder der vierteiligen Fernsehserie „Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cressphal“ bekannt wurde.

Zur Familientradition gehörte es, an Weihnachten zwei Lieder zu singen: „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „O du fröhliche“. Und erst wenn Margarethe die Weihnachtsgeschichte vorgelesen hatte, begann die Feier. Dennoch ist Weihnachten kein Sehnsuchtsfest für sie: „Bei uns war das keine ausufernde Feier. Das habe ich nicht erlebt und deshalb bin ich da nicht nostalgisch.“

Als sie älter wurde, wünschte sie sich vor allem Bücher. Nach der Bescherung blätterte sie darin und überlegte, was sie zuerst lesen wolle. „Diesen Moment habe ich geliebt. Sich nach dem vielen Arbeiten mal hinzusetzen und dann diese Ruhe zu haben und das Glück, endlich lesen zu können.“ Ruhig wird es für sie in den kommenden Wochen und Monaten erstmal nicht: Demnächst reist sie nach Spanien, genauer Madrid und Barcelona, um auch dort für ihren neuesten Streifen „Forget About Nick“ mit Ingrid Bolsø Berdal und Katja Riemann auf Werbetour zu gehen.

Das Werk handelt von zwei Frauen, beide wurden vom selben Mann verlassen: Nick. Er entlohnt seine beiden Ex-Frauen für die jeweilige Scheidung mit jeweils einer Hälfe einer Wohnung in New York. Die Dreharbeiten seien nichts Außergewöhnliches gewesen, „jeder Film ist da sehr ähnlich“, erzählt die Regisseurin. Dadurch, dass sie ein solches Projekt im Vorfeld gut plane, gebe es nicht sonderlich viel Platz für Unvorhersehbarkeiten.

Und so steht längst fest, dass sie 2018 einen neuen Streifen drehen wird: Einen Dokumentarfilm über Ingmar Bergman . Bei Margarethe von Trotta geht es wirklich Schlag auf Schlag. Doch jetzt freut sie sich erst einmal auf Weihnachten.

(ama)

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