E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 26°C

Stadtgeflüster: Schlappe für den Altkanzler

Zum Glück hat dieser Hannoveraner Edelfan seinen 96ern in Frankfurt kein Glück gebracht: Altkanzler Gerhard Schröder (links), hier mit Gattin Kim So-yeon und Eintracht-Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Zum Glück hat dieser Hannoveraner Edelfan seinen 96ern in Frankfurt kein Glück gebracht: Altkanzler Gerhard Schröder (links), hier mit Gattin Kim So-yeon und Eintracht-Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing.

Die Adlerträger spielen gegen Hannover 96, und wer schaut von der Loge der Steubing AG aus zu? Altkanzler Gerhard Schröder von der SPD. Er befand sich allerdings nur zufällig in der Mainmetropole. „Ich muss weiter nach Singapur“, so der 73-Jährige, der in Begleitung seiner 25 Jahre jüngeren Lebenspartnerin Kim So-yeon in die Commerzbank-Arena gekommen war. „Und da haben wir uns gedacht, dass wir uns doch das Spiel anschauen könnten“, so Schröder. „Normalerweise sehe ich mir fast nur die Heimspiele an, gehe nicht so oft zu Auswärtspartien, aber dieses Mal hat es gut gepasst“, so der Altkanzler, der – zum Glück – seinen Hannoveranern kein Fortune brachte und auch nicht verriet, was er in Singapur zu tun hat: „Ich arbeite dort.“

Seit fast zwei Jahrzehnten war Günter Possmann nicht mehr bei einem Spiel der Eintracht. Aber, um einem kranken Freund einen Wunsch zu erfüllen, schaute er sich das Match gegen Hannover an und traf danach vor dem Stadion seinen Sohn Peter, der Ebbel aus dem Korb von Frau Rauscher an die Passanten verteilte.

Vor 48 500 Zuschauern schlug der unerwartete Champions-League-Anwärter vom Main den starken Aufsteiger mit einem knappen, aber verdienten 1:0. Gesehen hat das auch Marie Nauheimer , Chefin der auf dem Main kreuzenden Primus-Linie. „Eigentlich ist Tennis meine Leidenschaft“, so die Reederin und zweifache Mutter. Aber den Adlerträgern drückt sie natürlich die Daumen, auch weil sie Torwart Lukas Hradecky kennt – „ein sympathischer Typ“, findet die Frau. Wirklich oft gehe sie nicht ins Stadion, „aber ich freue mich auch immer, wenn die Eintracht auf einem unserer Schiffe zu Gast ist“, sagt sie und fügt hinzu: „Die Eintracht gehört zu Frankfurt, wie die Primus-Linie.“ In der Stadtloge traf sie nicht nur auf Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU), sondern auch auf Alon Meyer , der seit gut zehn Jahren Präsident von TuS Makkabi ist und selbst für die Eintracht gegen das runde Leder trat. „Das war allerdings in der D-Jugend“, sagt der heute 43-Jährige, der die Chance an diesem Samstagnachmittag nutzte, um für die neue Makkabi-Anlage Werbung zu machen. Am Fuße des Fernsehturms und gegenüber von der Bundesbank soll sie bis Ende 2019 entstehen. „Leider bin ich nicht hier, um Spieler zu beobachten, die wir für Makkabi einsetzen könnten“, scherzt der Vereinschef, der selbst noch in der zweiten Makkabi-Mannschaft spielt – defensives Mittelfeld – und einst für die Erste in der Landesliga gekickt hat. „Aber das ist auch nicht unser Anspruch“, stellt Meyer klar, der „von Geburt an“, wie er sagt, Eintracht-Fan ist. „Mein Vater hat seit 1958 eine Dauerkarte, und ich gehe ins Stadion, seitdem ich vier Jahre alt bin.“

Wie aktiv Investor Ardi Goldman in Zukunft sein darf, das ist eine Frage, mit der sich der 55-Jährige seit Tagen intensiv auseinandersetzen muss. Der Mann, der gestern das Heimspiel genoss, muss wohl ins Gefängnis. Grund: Er war im November 2015 schuldig gesprochen und zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden – zu viel für eine Bewährungsstrafe. Das Urteil wurde dieser Tage bestätigt. Goldman hat, wie das Gericht feststellte, einen Manager der Fraport AG bestochen, um in der Cargo-City Süd in den Genuss von Erbbaurechten zu kommen. Als einziger von vier Angeklagten hatte er bis zum Schluss seine Schuld bestritten. Goldman wurde außerdem dazu verurteilt, 14,4 Millionen Euro „Wertersatz“ zu zahlen.

Auf die Frage, was nun wird, antwortet Goldman mit einem altbekannten Spruch: „Es kommt, wie es kommt, und es ist, wie es ist.“ Ob er Angst habe, hinter Gitter zu kommen. „Wenn ich weg bin, bin ich immer noch da“, so Goldman. Und noch eine Frage bleibt offen: Welchen Hut er bei Haftantritt wohl tragen wird?

(es)

Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen