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Sie schreiben ihr eigenes Drehbuch

Rolf Silber und David Ungureit (rechts) haben ein schwieriges Thema aufgegriffen: Sterben im Hospiz. Das Drehbuch wurde jetzt beim Hessischen Filmpreis ausgezeichnet. Eigentlich sind das die besten Voraussetzungen, um einen Verleih zu finden und den  Film produzieren zu können. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Rolf Silber und David Ungureit (rechts) haben ein schwieriges Thema aufgegriffen: Sterben im Hospiz. Das Drehbuch wurde jetzt beim Hessischen Filmpreis ausgezeichnet. Eigentlich sind das die besten Voraussetzungen, um einen Verleih zu finden und den Film produzieren zu können.

Die beiden kennen sich seit langem. „Das bleibt nicht aus, wenn man in der Filmszene in Frankfurt arbeitet“, sagt David Ungureit . Nun verbindet den Regisseur Rolf Silber und den Drehbuchautor Ungureit ein noch festeres Band: Sie haben den Hessischen Filmpreis in der Kategorie Drehbuch gewonnen – für kein leichtverträgliches Thema. In „Schneegestöber“ geht es um das Sterben im Hospiz. „Wenn du damit zum Fernsehen gehst, werden sofort Gründe genannt, warum es nicht geht“, sagt Ungureit. Der Hauptgrund: Das Thema spreche Zuschauer nicht an. „Das stimmt vielleicht auch. Aber wir wollten die Geschichte trotzdem machen“, sagt Ungureit.

„Wir haben auch schon Dinge fürs Fernsehen und fürs Kino zusammen entwickelt, die liegen aber noch in der Schublade“, fügt Silber an. Das soll sich mit „Schneegestöber“ ändern. „Ursprünglich war der Stoff fürs Fernsehen gedacht“, erzählt Ungureit, der für den Film „Männerhort“ und für die Serien „Danni Lowinski“ sowie „Das Pubertier“ die Drehbücher schrieb. „Dann kam Rolf als Regisseur mit ins Gespräch, und durch das viele Darüberreden entwickelte es sich, dass er sich auch am Schreibprozess beteiligte“, schildert Ungureit. „Wir hatten auch schon jemanden aus einem großen amerikanischen Verleih, der sehr an dem Drehbuch interessiert war“, will Silber keine Namen nennen. Allerdings sei man dann ohnehin nicht ins Geschäft gekommen, sagt Silber. Und er klingt nicht einmal unglücklich darüber.

„Ein schweres Thema leicht erzählt, das ist unser Ziel“, sagen beide unisono. Als ein gutes Beispiel nennen sie „Ziemlich beste Freunde“, in dem ein ab dem Hals gelähmter Mann einen eben erst entlassenen Häftling als Pfleger engagiert – und die beiden werden Freunde. Einig sind sich Ungureit und Silber auch darüber, dass „Schneegestöber“ kein Kassenschlager wird. Eigentlich müssen die beiden aber nicht den Kopf in den Sand stecken, schließlich befasst sich die Serie „Club der roten Bänder“ mit einem ähnlichen Thema und ist der Renner.

Erfahrung mit langer Vorarbeit und langer Wartezeit bis zur Verwirklichung eines Films hat Silber schon gemacht. „Bei ,Echte Kerle‘ hat es acht Jahre gedauert, bis ich ihn durchgekriegt habe“, erzählt er. „Auch als ich einen Film über meine Gehirnblutung gemacht habe, bin ich aus etlichen Redaktionen rausgeflogen“, erinnert er sich. „Es kommt darauf an, dass man die Leute zum richtigen Zeitpunkt abholt“, meint Ungureit.

Da kommt ihnen der mit 7500 Euro dotierte Preis gerade recht. Nicht des Geldes wegen, „sondern, damit das Feuer an bleibt“. Das war eine Bestätigung, dass viele Leute die Geschichte gelungen finden, dass er wieder ein wenig mehr ins Rampenlicht gerückt wird „und natürlich, dass wir sagen können, dass das ein prämiertes Drehbuch ist“. Nun heißt es: Raus in die Welt und Schauspieler und Verleiher ansprechen. „Wir möchten aber noch keine Namen nennen“, gibt Silber sich zurückhaltend und erklärt, warum: „Da ist inhaltlich richtig Risiko dabei, weil wir uns mächtig weit aus dem Fenster lehnen.“

Wenn alles gutgehe, dann begännen die Dreharbeiten im Herbst des kommenden Jahres, kündigt Ungureit an und freut sich riesig. Denn: „Es spricht so viel dagegen, ich weiß, es ist gegen die Vernunft, aber wir ziehen es durch.“

(es)

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