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Stadtgeflüster: Sie will auf ihre Kosten kommen

Schauspielerin Anke Sevenich in dem Film „Familienzuwachs“ Schauspielerin Anke Sevenich in dem Film „Familienzuwachs“

Sie steckt voller Tatendrang. Etliche „tolle“ Projekte hat Anke Sevenich in der Mache. Unter anderem eins, mit dem sie den Deutschen Drehbuchpreis gewonnen hat. „Sayonara Rüdesheim“ lautet der Titel dieses vom Land Hessen geförderten Drehbuchs, das sie mit Stephan Falk schrieb und das gerade gut wächst und gedeiht.

Das andere filmische Baby der Frankfurter Schauspielerin, die unter anderem mit Filmen aus der Marthaler-Reihe oder der Taunuskrimi-Reihe bekannt ist, heißt „Familienzuwachs“. Kürzlich war der Film bei den internationalen Hofer Tagen, einem renommierten Filmfestival, zu sehen und ist noch bei weiteren Festivals eingereicht worden. Kürzlich erhielt er bei Kinofest in Lünen den Publikumspreis. Außerdem gewann der Streifen bei der jüngsten Ausgabe des Hessischen Filmpreises in der Kategorie Kurzfilm.

„Wir haben ihn vergangenes Jahr gedreht in Geilshausen bei Gießen“, so die Frau, die bald ihren 59. Geburtstag feiert. Die Memminger Filmemacherin Teresa Hoerl suchte eine Schauspielerin in ihrem Alter, die hessisch babbelt und „sich in den Niederungen der hessischen Provinz hineinfinden kann“, erzählt die Mimin. Ihre Motivation, an diesem Projekt mitzuwirken, beschreibt sie so: „Es geht mir nicht nur darum, die jungen Nachwuchsfilmer zu fördern, sondern das war eine Rolle, die ich gerne spielen wollte.“ Gage gab es dafür allerdings nicht, aber die Arbeit an „Familienzuwachs“ erfüllte sie. „Wir haben in einem leerstehenden Haus gedreht“, erinnert sich Anke Sevenich, die gern mit Nachwuchsfilmern zusammenarbeitet, solch jungen Leuten, wie sie auch diesen Streifen gemacht haben. „Sie sind die Zukunft des deutschen Films.“ Dennoch bleibt auch ein Geschmäckle. „Es ist verrückt geworden. Schauspieler kommen immer wieder in die Situation, in der zu ihnen gesagt wird: ,Du hast doch Leidenschaft für deinen Beruf, dann mach’ doch mal kostenlos“, berichtet Anke Sevenich und betont: „Das ist mein Beruf. Das impliziert, dass ich Profi bin und dass ich davon lebe. Das ist kein Hobby von mir. Und es gibt einen deutlichen Unterschied, wenn in einem Film Laiendarsteller spielen oder Profischauspieler.“

Das Können und die Ausbildung, die im Beruf des Schauspielers stecken, würden überhaupt keine Wertschätzung mehr erfahren – weder monetär noch moralisch. „Mein Beruf ist kein Ehrenamt“, mahnt die Grimme-Preisträgerin. „Die Berufsgruppen müssten sich zusammentun und sich dagegen wehren.“

Demnächst ist Anke Sevenich im Fernsehen in einer Folge von „Soko Stuttgart“ und in einer Episode von Marie Brand mit dem Titel „Der Duft des Todes“ zu sehen. In diesem Jahr möchte sie Kraft und Zeit in „Sayonara Rüdesheim“ investieren. Aber in ihrem Beruf kann sie nicht wirklich weit im Voraus planen. „Manche Angebote kommen sehr kurzfristig, drei bis sechs Wochen bevor es losgeht“, so Anke Sevenich, die sich auch gut vorstellen kann, eine Frankfurter Volksschauspielerin zu sein. „Eine Schauspielerin für die Region, das wäre schön.“ Mit dem Frankfurter Schauspieler, Regisseur, Sänger und Intendanten Michael Quast stand sie schon auf dessen „Fliegender Volksbühne“. „Ich würde auch gern mehr Theater machen, falls sich das mit Dreharbeiten für Filme und Serien vereinbaren lässt.“

(es)

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