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Sportler für die Organspende

Drei für Organspende (von links):  Olympiasieger Henry Maske, Kio-Gründer Hans Wilhelm Gäb und Moderator Johannes B. Kerner. Foto: Bernd Kammerer (.) Drei für Organspende (von links): Olympiasieger Henry Maske, Kio-Gründer Hans Wilhelm Gäb und Moderator Johannes B. Kerner.
Frankfurt. 

Es ist ein Abend, der Mut macht und unter die Haut geht. Denn es geht um ein Thema, das die meisten am liebsten ganz weit weg schieben, weil es mit dem Tod zu tun hat: die Organspende. Kio, die „Kinderhilfe Organtransplantation“, machte gestern unter dem Motto „Olympiasieger und Weltmeister zeigen Flagge für Organspende“ eine Benefiz-Veranstaltung, durch die Moderator Johannes B. Kerner führte. Ort war der Festsaal des Campus Westend. Es ging darum, die Arbeit von Kio zu würdigen, den Unterstützern zu danken und den Helmut-Werner-Preis zu vergeben. Er ging an die „Spieloase“ der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Auszeichnung erinnert an den früheren Mercedes-Chef, der an Leberversagen starb.

Auch Siggi Dietrich, Karl-Heinz Rummenigge, Nia Künzer und Eberhard Gienger (v. l.) waren da. Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (.)
Auch Siggi Dietrich, Karl-Heinz Rummenigge, Nia Künzer und Eberhard Gienger (v. l.) waren da.

Die Verleihung war Teil der gemeinsamen Benefiz-Veranstaltung des Vereins „Sportler für Organspende“ und der „Kinderhilfe Organtransplantation“. Gekommen waren viele prominente Sportler. Unter ihnen Fußballweltmeisterin Nia Künzer , Tischtennis-Ass Timo Boll , Kunstturner und CDU-Politiker Eberhard Gienger , Olympia-sieger im Gewichtheben Matthias Steiner , Fußballlegende und Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge , Olympia-Sieger im Boxen Henry Maske und Olympiasiegerin im Degenfechten Britta Heidemann – um nur einige zu nennen.

Matthias Steiner und Britta Heidemann lächeln Seite an Seite. Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (.)
Matthias Steiner und Britta Heidemann lächeln Seite an Seite.

Vor einigen Jahren folgte diese einer Einladung von Hans Wilhelm Gäb , dem Kio-Gründer, zu einem Event. Für den gab es minutenlange stehende Ovationen am Ende der Veranstaltung. Nicht nur für seine Leistung, sondern auch, weil er die Leitung von „Sportler für Organspende“ und Kio abgab an die Doppelspitze Frank Feldmann und Reinhard Gödel . „Es war Zeit für einen Stabwechsel“, sagte Gäb, der selbst 1994 lebertransplantiert wurde.

Haben offensichtlich gute Laune: Elena von Metzler, Christian Seifert und Sylvia von Metzler (v. l.). Bild-Zoom Foto: Bernd Kammerer (.)
Haben offensichtlich gute Laune: Elena von Metzler, Christian Seifert und Sylvia von Metzler (v. l.).

Zurück zu Britta Heidemann: „Ich habe beschämt festgestellt, dass ich mich nie mit dem Thema auseinandergesetzt hatte“, erinnert sie ich. Das änderte sich dann. Berührend ist an diesem Abend die Geschichte des heute zehnjährigen Tom, der nur lebt, weil sein Vater ihm ein Drittel seiner Leber spendete. „Meine Leber ging kaputt und Papa gab mir einen Teil seiner Leber“, sagte der Viertklässler und rührte weit mehr als 200 Besucher.

Ebenfalls sehr emotional sind Matthias Steiners Erinnerungen an den Tod seiner Frau Susann. „Am Tag nach ihrem Tod kam die Frage, ob ich sie für eine Transplantation freigebe“, berichtet Steiner. „Es ging um die Netzhaut.“ Steiner war perplex und schockiert. „Weil ich mich davor nie mit dieser Frage beschäftigt habe.“ Aber: „Ich war gefestigt und sagte ja.“

Auch Rummenigge sagte vor einigen Jahrzehnten ja und wurde Kio-Gründungsmitglied. „Ich musste damals nicht lange grübeln“, erinnert er sich. „Ich kenne Hans Willhelm Gäb gut und als er transplantiert wurde, hat es uns alle sehr beschäftigt.“ Und bei dem großen Engagement, das Gäb vorlebte, „war es für mich selbstverständlich“.

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