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Die Tomallas stehen für Heavy Metal und Techno: Starkes Paar für starke Musik

Bilden zu zweit eine Einheit: Wafa Tomalla und ihr Mann DJ Talla 2XLC alias Andreas Tomalla. Foto: Bernd Kammerer (.) Bilden zu zweit eine Einheit: Wafa Tomalla und ihr Mann DJ Talla 2XLC alias Andreas Tomalla.
Frankfurt. 

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau, lautet ein geläufiges Sprichwort. Dass dies zutrifft, beweist das Ehepaar Wafa Tomalla und DJ Talla 2XLC alias Andreas Tomalla , so der bürgerliche Name des DJs. Er gilt als Pionier und einer der wichtigsten Wegbereiter der kommerziellen deutschen und internationalen Techno/Trance-Szene. „Kennengelernt haben wir uns damals in der Flughafen-Disco ,Dorian Gray’“, erinnert sie sich. „Es war das erste Mal, dass Andreas dort war, obwohl er keinen Auftritt hatte. Er fragte einen Bekannten, ob er ihn mir vorstellen könnte. So höflich!“ Am nächsten Tag rief er dann Wafa an, obwohl sie ihm ihre Nummer nicht gegeben hatte. „Er hat recherchiert und mich einfach im Büro angerufen.“

Die hübsche Lady aus dem Westerwald, die im zarten Alter von 15 Jahren zur „Miss Wiesensee“ gekrönt wurde, steht allerdings nicht im Schatten ihres Mannes, der sich durchaus selbstbewusst als Schöpfer des Wortes „Techno“ bezeichnet. Sie verfügt selbst über beste Kontakte – und zwar zur deutschen wie auch zur weltweiten Technoszene. Diese hat sie sich über Jahre hinweg aufgebaut.

Erstaunlich ist hingegen, dass die Frau, die Musik „immer schon geliebt“ hat und während der Schulzeit zu den coolen Mädchen gehörte, die mit einem Aufnäher der Gruppe „Front 242“ durch die Gegend lief, sich auch in einem Genre auskennt und szenebekannt ist, das so gar nicht ihr Ding ist: Heavy Metal.

Wafa Tomalla, Mutter von zwei Kindern, zieht gerne Fäden, organisiert Musikproduktionen, bringt Musiker zusammen, vermittelt Produzenten. Und sie ist auch als Managerin tätig – unter anderem für ihren Mann. Dabei greift sie auf ihr Netzwerk zurück, „das ich mir schon aufgebaut habe, bevor ich ,Talla’ kennengelernt habe“.

Zu ihren Bekannten gehört auch Boris Pracht , der einst Bassist der deutschen Metal-Core-Band „Caliban“ war. Mit ihm produzierte Tomalla eine CD und ein Video über die Geschichte des deutschen Metals. Unter anderem mit Doro Pesch , den „Scorpions“ und der Band „Kreator “. „Da war ich plötzlich parallel in einem anderen Musikgenre aktiv“, erinnert sich Wafa, die eine Schwester und zwei Brüder hat – alle sind Lehrer, ebenso wie die Partner. „Und das, obwohl Heavy Metal gar nicht meine Musik ist und ich dort als extravagant gelte.“

Die Frau, die ihre Leidenschaft für Musik bereits als Jugendliche entdeckte, absolvierte nach dem Abitur trotzdem erst einmal eine Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau. Eine Erfahrung, von der sie auch heute noch profitiert, denn auch jetzt bringt sie zusammen, was zusammengehört. Waren es früher Flüge, Reiseziele und Hotels für Kunden, sind es jetzt Künstler, Plattenfirmen und Veranstalter.

Musik allerdings, die bestimmte ihr Leben schon sehr früh. „Andere Mädchen haben mit Puppen gespielt – ich verbrachte Stunden vor dem Radio und habe auf Songs gewartet, um sie aufzunehmen“, erinnert sich Wafa Tomalla. „Es war schon immer meine Leidenschaft.“ Musik machte sie selbst allerdings nie. „Ich hatte Ideen, die ich dann mit Talla und Produzenten umgesetzt habe.“ Sie schrieb auch Texte und die Arrangements. Eines ihrer Projekte landete sogar einmal in den Top 20. Angebote als Tänzerin erhielt sie auch, lehnte aber stets ab. Auch singen sollte sie, doch sie entschied sich fürs Management. Aus zwei Gründen: „Dieser Job ist sehr viel interessanter und man lebt sehr viel länger“, sagt Wafa Tomalla.

Wafa – der Name steht übrigens für „Treue“ – steckt voller Pläne. So posiert sie ab und zu als Model vor der Kamera. „Ich würde mich aber nicht als Model bezeichnen“, gibt sie sich bescheiden, obwohl sie schon auf Covern von Magazinen wie „FMH“ zu sehen war und von Starfotografen abgelichtet wird. Und es steht auch noch ein neues, großes Projekt an: Tallas Biografie. „Wir haben sie zusammen geschrieben. Seit mehr als zehn Jahren existiert die Idee meinerseits“, erzählt Wafa Tomalla, die das Buch zur Frankfurter Buchmesse auf den Markt bringen möchte.

Aber ein anderes, viel ehrgeizigeres Projekt schwebt über allem: Das „Museum of Modern Electronic Music“ (Momem) an der Hauptwache. Und da tut sich was: Seit einigen Wochen ist die Webseite donate.momem.org online. Mit Hilfe von Spenden soll nicht nur der Grundstein zur Realisierung des europaweit ersten Museums für elektronische Musik gelegt werden – sondern auch der erste Ehrenplatz ebendort für die Unterstützer. Auf der neuen Webseite kann jeder Techno-Fan das Museum unterstützen und ein oder mehrere Pixel der „Infinity Disc“ – eine animierte Disc und das „Herz“ der Seite – erwerben. Auf der Disc kann man auch andere Unterstützer finden und über einen „Share-Button“ Freunde auf Facebook zum Mitmachen aktivieren. „Mit dem Momen wollen wir auch die Anhänger der weltweiten Bewegung würdigen. Unsere Unterstützer sind das Fundament des Museums. Mit der Disc wollen wir sie deshalb zum sichtbaren Teil des ,Inner Circle’ der elektronischen Musik machen“, erklärt Gründer Andreas Tomalla das Konzept. Vernetzung und Interaktion sind das Leitmotiv der Spendenkampagne und des Museums. Die Disc mit Bildern aller Unterstützer wird als Installation ihren Platz finden. In den kommenden Wochen sollen mit einer Serie von Aktionen verschiedene Orte bespielt werden.

(es)
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