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Heinrich Hoffmanns Nachfahren traten im Museum auf: Struwwelpeters Verwandte

Johanna Hessenberg (links) und Nina Weniger im Struwwelpeter-Museum. Foto: Bernd Kammerer (.) Johanna Hessenberg (links) und Nina Weniger im Struwwelpeter-Museum.
Frankfurt. 

Als Kinder wurden sie immer wieder mal deshalb gehänselt und als Heranwachsende fand die eine es sogar richtig uncool, die Ur-ur-Urenkelin des Frankfurter Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann, des Autors des legendären „Struwwelpeter“, zu sein.

Doch das ist lange her – bei der einen etwas mehr, bei der anderen etwas weniger. Nun sind die Schwestern Nina Weniger und Johanna Hessenberg , eigens aus Berlin angereist, wo sie beide leben und arbeiten, um den 122. Todestag ihres Vorfahren zu begehen. Passenderweise geschah dies gestern im Struwwelpeter-Museum an der Schubertstraße. Beide taten, was sie am besten können: Nina Weniger rezitierte und Johanna Hessenberg spielte dazu auf dem Saxofon.

„Man muss die Feste feiern, wie sie fallen“, findet Schauspielerin Nina Weniger. Der Geburtstag – es wäre auch kein runder gewesen – hätte sich eventuell auch angeboten. „Nur habe ich einen Tag zuvor meine Tochter zur Welt gebracht“, sagt Musikerin Johanna, deren Kind am 12. Juni zur Welt kam. Also fast auf den Tag genau 207 Jahre nach ihrem Ur-ur-ur-ur-Großvater.

„Als Kinder haben wir den ,Struwwelpeter‘ natürlich hoch und runter gelesen“, berichtet die 47-Jährige Nina Weniger. „Meinem dreijährigen Sohn lese ich auch aus dem ,Struwwelpeter‘ vor“, sagt die 35-jährige Johanna Hessenberg, die ihre ganze Familie mit nach Frankfurt genommen hat. Sie kamen alle bei ihrer Mutter unter, die in diesem Jahr sogar die Lesung miterlebte.

„Das war vergangenes Jahr nicht möglich, weil sie auf ihren Enkel aufpassen musste“, so Johanna Hessenberg.

„Mein Sohn ist heute 19, war aber als Kind ein passionierter Daumenlutscher“, erinnert sich Nina Weniger. „Doch als meine Mutter ihm ,Die Geschichte vom Daumenlutscher‘ vorlas, schmiegte er sich ganz eng an sie und genoss das. Er hat die Geschichte überhaupt nicht auf sich bezogen“, erinnert sich Nina Weniger. Der kleine Mann brauchte auch keine Angst zu haben, dass ihm, wie dem Konrad in der Geschichte, die Daumen abgeschnitten würden.

Nina Weniger ist übrigens unter anderem aus der Serie „Unser Charly“ bekannt, aber sie war auch in einigen Folgen der ARD-Kultkrimiserie „Tatort“ und bei der RTL-Serie „Cobra 11“ zu sehen. Außerdem machte sie sich durch die vielen Hörbücher, die sie eingelesen hat, einen Namen.

„Unser Opa hat sogar eine Kantate komponiert“, weiß Johanna Hessenberg, die als Profimusikerin unter anderem in der Band „Sistanagila“ spielt. „Und unsere Großmutter, die Oma Hessenberg, arbeitete auch hier im Museum“, so die beiden. Die kleine Johanna war oft dabei, wenn Gisela Hessenberg die Besucher durch das Haus führte. „Es sind auch viele Familienerbstücke hier“, so Johanna Hessenberg.

„Vor drei Jahren las ich seine Lebenserinnerung’ und war überrascht, wie lustig und humanistisch er war“, berichtet Nina Weniger, über die jüngste Annäherung an ihren Ahnen. Demnächst steht sie wieder vor der Kamera, dreht für das amerikanische Unternehmen Netflix eine Serie, in der sie eine Nebenrolle hat.

Heute Abend gastieren sie mit ihrem 75-minütigen Programm in Heidelberg und im April sind sie in Freiburg zu Gast.

(es)
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