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Stadtgeflüster: Susanne ist jetzt ein fröhliches Landei

Die Autorin Susanne Fröhlich wird sich erst im nächsten Jahr wieder mit ihrer Romanfigur Andrea Schnid beschäftigen. Aktuell arbeitet sie an einem Ernährungsbuch. Die Autorin Susanne Fröhlich wird sich erst im nächsten Jahr wieder mit ihrer Romanfigur Andrea Schnid beschäftigen. Aktuell arbeitet sie an einem Ernährungsbuch.

Andrea Schnid zieht aufs platte Land. Dorthin, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Fans der Frankfurter Bestsellerautorin und Moderatorin Susanne Fröhlich (55) wissen, was das bedeutet: Turbulenzen. Denn die Romanheldin Schnid, Hauptfigur einer Buchreihe, ist notorisch überdreht. Im neuen Lebensabschnitt, betitelt mit „Verzogen“, kommt die Stadtpflanze zwischen dörflicher Sozialkontrolle, Yoga im Kindergartensaal und Thermomix-Müttern schnell an ihre Grenzen. Das Dorf ist alles, nur kein Sehnsuchtsort. Vor allem geht die Privatsphäre flöten, glaubt man den Schilderungen im Buch.

Die Autorin lebt selbst seit bald 20 Jahren auf dem Land, „in einem größeren Dorf als im Buch beschrieben und im Hochtaunus“, bleibt sie vage. Hähne höre sie morgens keine krähen, allerdings: „Man lebt hier viel intimer als in der Stadt. Alle wissen alles über den anderen, und es ist manchmal erstaunlich, wie schnell sich Neuigkeiten verbreiten. Wer glaubt, der Überwachungsstaat sei eine Erfindung des digitalen Zeitalters hat nie auf dem Dorf gelebt.“

Eigentlich zeigt der Trend genau in die andere Richtung – Landflucht statt romantischer Heugabel-Idylle. „Stimmt“, so die Autorin, „viele wollen in die Stadt ziehen, aber wer kann das bezahlen? Junge Paare ziehen lieber aufs Land, auch weil dort die Kinder draußen spielen können.“ Ziehen Städter mit Sack und Pack in ein Dorf, erleben sie oft Überraschungen.

„Viele haben diese Sehnsucht nach Stille und viel Grün, ein ganz konkretes Bild ist da in den Köpfen. Und die Aufmerksamkeit anderen gegenüber wird gern verklärt. Tatsächlich würde es in einem kleinen Dorf wohl nie vorkommen, dass eine Leiche 14 Tage unentdeckt in einer Wohnung liegt. Dann aber stellen die Städter erstaunt fest, dass es weit und breit kein Café gibt, wo man mal eben einen Kaffee trinken kann“, weiß Fröhlich.

Feuerwehrverein? Im Klischee ist dieser die Kontaktbörse für Neuankömmlinge schlechthin. „Nein, ich bin in unserem Dorf kein Mitglied. Wenn man auf dem Land die Leute kennenlernen möchte, ist ein Hund ideal. Beim Spazierengehen kommt man mit allen schnell ins Gespräch“, rät sie aus eigener Erfahrung.

Auch für das Joggen, seit langem eine tägliche Übung von ihr, sei die ländliche Umgebung ideal: „Um die 45 Kilometer kommen da in der Woche schon zusammen.“ Ist sie auf Leserreise stelle sich ein Phänomen ein, „ich bin oft erstaunt, wie laut es ist; früher lebte ich selbst in der Großstadt, da fiel mir das gar nicht so auf.“

Zwischen sechs und zwölf Monaten arbeitet sie an einem Buch, „wie eine Schwangerschaft“, vergleicht die Autorin. Erst im nächsten Jahr will sie sich wieder Andrea Schnid widmen, der 11. Roman mit der chaotischen Protagonistin ist fest geplant.

Aktuell arbeitet sie wieder an einem Sachbuch, in dem es um ein Ernährungsthema geht und das im Dezember erscheint. Viel verraten will sie vorab nicht, nur, dass nicht zuckerfreie Ernährung, aktuell ein Megatrend, im Fokus stehe. Nein, auch um den Thermomix gehe es nicht, „ich besitze ohnehin keinen, ich koche ausschließlich mit klassischen Töpfen.“ Eine kleine Spur legt Susanne Fröhlich dann doch noch. „Ich habe Rheuma und das, was ich im Buch erläutere, hat mir sehr geholfen. Das würde ich gern weitergeben.“

(fai)

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