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Tapetenwechsel mit Guido Maria

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Frankfurt. 

Was wäre uns bloß entgangen, wenn Guido Maria Kretschmer einst tatsächlich das Stethoskop statt Nadel und Faden gewählt hätte? Denn Deutschlands beliebtester Modedesigner und Fashion-Experte wollte tatsächlich mal Arzt werden. Er brach das Medizinstudium dann aber zugunsten seiner kreativen Karriere ab. Und so erübrigt sich die Frage, was seine überwiegend weiblichen Fans nur ohne den Mann machen würden, der Tag für Tag im höchst erfolgreichen TV-Format „Shopping Queen“ modeaffine Frauen von 14 bis 94 fürs Einkaufen und Stylen begeistert.

Entgangen wären den Ladies Kretschmers Gespür für Looks und natürlich Sprüche wie „Das Kleid tut nichts für sie“, mit denen er seinen Anspruch unterstreicht, stets ehrlich in seinen Urteilen zu sein – wenn auch nie beleidigend oder unter der Gürtellinie. „Mir geht’s immer darum, dass die Menschen erkennen, wer sie wirklich sind und in was sie sich wohlfühlen. Ich kann schließlich auch nicht alles tragen und weiß das“, betont der Designer, der gestern bei der Frankfurter Messe „Heimtextil“ seinen neuesten modischen Coup präsentierte: eine eigene Tapetenkollektion.

„Kleidung und Accessoires haben die Aufgabe, den eigenen Typ zu unterstreichen, Schwächen zu kaschieren und Vorzüge gekonnt in Szene zu setzen. Dasselbe gilt auch für das Design von Interieurs.“ Dies solle etwas mit der Person, die darin lebt, zu tun haben, etwas über sie verraten. „Zu einem braven, verträumten Blumenmädchen, in dessen Schlafzimmer nicht viel los ist, passen ganz andere Dekors, Farben und Muster als zur toughen Single-Lady, die sich Kerle angelt.“ Beide Lifestyles seien vollkommen in Ordnung, schließlich mache die Verschiedenheit der Menschen die Welt ja auch bunter. Dennoch kann man es – das wissen Kretschmer-Fans – in den Augen des Designers, der in schlichtem Schwarz zu weißen Sneakers zur Messe gekommen ist, auch zu bunt treiben. Nicht nur in der Mode. „Vielen Architekten müsste man das Handwerk legen. Was mich besonders ärgert, ist, dass heutzutage so wenig Wert auf ein schönes Entree gelegt wird. Für meinen Geschmack braucht es wieder eine andere Weite.“

Selbstverständlich habe nicht jeder die Möglichkeiten, die er in seinem Berliner Domizil hat, um sich voll und ganz nach den eigenen Wünschen einzurichten. „Wem nur 50 Quadratmeter zur Verfügung stehen, der sollte eben nicht versuchen, alles vollzustellen, als lebe er auf 120 Quadratmetern.“ Mit Tapeten ließe sich aber viel machen, um den eigenen Stil zu unterstreichen, weiß Kretschmer, der alle Modelle der Kollektion „Fashion for Walls“, die auch Gardinen und Kissen bereithält, selbst kreiert und dabei einen Aspekt stets vor Augen gehabt hat: „Ich kann mich noch an meine Eltern erinnern, für die eine Renovierung eine Investition bedeutete. Deshalb habe ich meine Entwürfe bewusst so gestaltet, dass hoffentlich für jeden Typ, Geschmack und Raum etwas dabei ist, von dem man schlicht sagt: Das passt zu mir. Hier fühle ich mich wohl.“

Und wohl fühlte sich der Frauenliebling schließlich auch in Frankfurt, wo die Fans wie überall, wo er auftaucht, Schlange standen, um ein Autogramm oder sogar ein Foto zu erlangen. Froh machte ihn dabei vor allem, dass er zufällig auf eine Bekannte getroffen war: Moderatorin Rabea Schif, die für die Sendung „Prominent“ ein Interview mit dem Designer machen sollte. „Die Rabea! Das ist ein tolles Frankfurter Mädchen. So ein Zugewinn für unseren Sender. Immer wenn ich sie sehe, dann bin ich ganz hin und weg.“ Doch auch für die Stadt fand Guido Maria Kretschmer warme Worte: „Frankfurt ist eine tolle Stadt, um von hier aus die Trends in die Welt rauszuhauen.“

(nar)
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