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Frankfurter Frauenband: „The Slags“ lieben es jetzt leiser

Seit Ende der 1980er Jahre machen (von links) Suse Michel, Conni Maly und Bine Morgenstern gemeinsam Musik. Am Freitag stellen sie ihr neues Album im Yachtklub vor. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Seit Ende der 1980er Jahre machen (von links) Suse Michel, Conni Maly und Bine Morgenstern gemeinsam Musik. Am Freitag stellen sie ihr neues Album im Yachtklub vor.

Die Frankfurter Frauenband „The Slags“ hat eine neue CD aufgenommen. „The Bedroom Tapes“ heißt der neue Silberling. Um die Produktion finanzieren zu köne, haben sich Schlagzeugerin Suse Michel , Gitarrist Conni Maly und Bine Morgenstern , die singt, Harfe und Perkussion sowie Akkordeon spielt, verkauft. Crowdfunding lautet das Zauberwort. Und wer dem Trio finanziell unter die Arme griff, bekam als Belohnung wahlweise eine oder mehrere CDs, ein Überraschungspaket oder ein Gratiskonzert in der eigenen Wohnung, in einer Kneipe oder bei einer Party.

Das hat Geldgeber offenbar überzeugt. Denn unter dem Strich kam genügend zusammen, damit die drei Musikerinnen vier Tage im Studio untertauchen und das neue Werk einspielen konnten. Das Trio stellt es an Freitag, 8. Juni, ab 20 Uhr im Yachtklub von Hans Romanov am südlichen Mainufer unmittelbar an der Alten Brücke vor. Ursprünglich sollte das Album im Eros_49 im Bahnhofsviertel präsentiert werden. Doch dann entschloss sich die Band für den schwimmenden Klub auf dem Main. Unterstützt werden die drei Damen bei ihrem Konzert von Oliver Rüger . Dieser war früher ein Teil der Fankfurter Formation „The Seesaw“ und hat das neue Album von „The Slags“ auch produziert. Am Bass steht zudem an diesem Abend Daniel Schröter .

„Das Aufnehmen war viel Arbeit“, sagen die drei Damen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. „The Bedroom Tapes“ zeichnet sich durch neue Töne aus. „Wir spielen jetzt basiert auf einem Unplugged-Schlaggitarren-Sound“, sagt Conni Maly. Laut Suse Michel setze man auch auf mehrstimmigen Gesang. „Früher waren wir eine reine Rockband, die sehr heavy war“, so Bine Morgenstern. Das ist jetzt anders. Die Damen sind ruhiger und leiser geworden.

„Wir orientieren uns mehr an Groove und Rhythmus und an alte Tanzmusik der 60er Jahre, als die Gitarren noch nicht verstärkt waren“, sagt Conny Maly.

Auslöser für die leisere Gangart der Band waren die Erkrankung und der Tod von Bandmitglied Anja. „Schon als sie krank war, haben wir uns gesagt, dass die ganze Schlepperei mit den Instrumenten nicht sein musste und haben uns für diese Unplugged-Geschichte entschieden“, erinnert sich Suse Michel. Und das hatte natürlich Auswirkungen auf den Sound. Die Songs, die die Band vor Anjas Tod geschrieben hatten, wurden im Laufe der Jahre neu arrangiert. „Wir haben uns aufs Wesentliche, auf das, was das Lied ausmacht, konzentriert“, sagt Suse Michel.

Das Ergebnis gibt es nun auf CD. „Wir haben von vier Alben, die wir in der Vergangenheit veröffentlicht haben, je einen Song in der neuen Instrumentierung auf die CD gepackt. Neben sieben neuen Stücken sind auch einige vor acht oder zehn Jahren entstanden“, berichtet Conni Maly. Auch vergangenen Sommer und Winter seien einige neue geschrieben worden.

Die Neuausrichtung hat Vorteile. „Wir brauchen nicht unbedingt Strom, um zu spielen. Wir könnten eine Welttournee machen und an jeder Ecke auftreten“, gibt Conni Maly zu bedenken. Das „Slags“- Ziel ist es, weiterhin Konzerte zu spielen und neue Songs zu schreiben. Klingt relativ bescheiden für eine Band, die mit ihren ersten Alben für Furore sorgte und auf großen Festivals – unter anderem beim Bizarre-Festival – gespielt hat. 13 Tourneen spielte die Band, die es seit Ende der 1980er Jahre gibt, in ihrer Karriere. „Ach, wir gehen im Herbst auf eine kleine Tour, aber nur in große Städte“, sagt Bine Morgenstern.

Die Jahre haben nicht nur den Klang, sondern auch die Menschen bei den „Slags“ verändert. Sie müssten nicht mehr jedes Angebot annehmen, sagen die drei. Obwohl es in der Aufzählung so klinge, sei ihnen nicht alles zugeflogen. „Nein, wir waren unheimlich fleißig, haben enorm viel geprobt und unsere Konzerte gebucht. Wir waren jeden Tag im Proberaum“, fügt Conni Maly an und erzählt, wie sie mal Keith Richards , den Gitarristen der Rolling Stones, anschrieb und fragte, ob er nicht ihre Platte produzieren wolle. „Auch Iggy Pop haben wir gefragt.“ Aber keiner von beiden sagte zu.

Jetzt sind die drei Damen ruhiger, aber nicht weniger engagiert. Nur eins hat sich geändert: Jetzt ist es so, dass die Dinge eher auf sie zugeflogen kommen.

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