Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 8°C

Stadtgeflüster: US-Nationaltrainer Bruce Arena sieht Eintracht-Niederlage

Halten die Frankfurter Eintracht trotz der Niederlage für ein starkes Team: Eintracht-Vorstand Fredi Bobic (von links), US-Nationalcoach Bruce Arena und der Trainer der deutschen U 23-Nationalelf, Stefan Kuntz. Bilder > Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Halten die Frankfurter Eintracht trotz der Niederlage für ein starkes Team: Eintracht-Vorstand Fredi Bobic (von links), US-Nationalcoach Bruce Arena und der Trainer der deutschen U 23-Nationalelf, Stefan Kuntz.
Frankfurt. 

Bei Eintracht Frankfurt sind alle aufs Pokal-Finale gepolt, das am Sonntag, 27. Mai, in Berlin über die Bühne geht. Da gerät, so scheint’s zumindest, die Bundesliga zur Nebensache. Denn zufrieden kann ja wohl niemand mit dem sein, was die Elf der Adlerträger am Samstag auf heimischem Rasen gegen die Wölfe aus Wolfsburg zustande gebracht hat.

Bruce Arena im Stadion

Einer wird sich dafür wohl eine Extra-Standpauke anhören müssen: Denn Bruce Arena kann von der Leistung des Abwehrspielers Timothy Chandler nicht überzeugt gewesen sein. Dabei war der Trainer der Nationalmannschaft der Vereinigten Staaten eigens in die Commerzbank-Arena gekommen, um Chandler, der zwar in Frankfurt geboren wurde, aber auch für das Nationalteam der Amerikaner spielt, zu beobachten. „Frankfurt ist für mich der letzte Halt einer Rundreise mit mehreren Stationen“, erzählt der Nachfolger von Fußballweltmeister Jürgen Klinsmann, den er 2016 nach fünf Jahren als Nationaltrainer abgelöst hatte. „Ich werde nach dem Spiel mit Timothy sprechen“, kündigt Trainer Arena an. Allzu streng wird er da wohl nicht: „An Chandler schätze ich seine Konstanz“, analysiert Arena, der zum dritten Mal die Geschicke der amerikanischen Fußballnationalmannschaft leitet. „Deshalb kenne ich Frankfurt und das Stadion hier ziemlich gut. Schließlich war ich auch 2006 bei der Weltmeisterschaft in Deutschland dabei“, so Arena, der in der Vorstandsloge von Eintracht Frankfurt länger mit einem Kollegen von der Nationaltrainerbank plaudert.

Auch Stefan Kuntz im Stadion

Denn auch Stefan Kuntz , Trainer der U 21-Auswahl des Deutschen Fußballbundes (DFB), verfolgt von dort aus die Partie, hat aber auch mit dem amerikanischen Kollegen einiges zu besprechen. „Wir haben uns über unsere jungen Talente ausgetauscht“, so Stefan Kuntz. „Ich habe einen guten Draht zu Fredi Bobic “, sagt Kuntz. „Deshalb freut es mich sehr, dass Eintracht Frankfurt in der vergangenen Saison die Sensation gelungen ist.“ Zur Erinnerung: Die Frankfurter standen damals kurz vor dem Abstieg, wendeten erst spät das Blatt. „Jetzt hat die Mannschaft den Schwung aus dieser Zeit mitgenommen.“ Kuntz baut auf: Dass nach einer so guten Hinrunde auch ein „Tief kommen musste“, sei klar. „Aus dem das Team aber wieder herausgefunden hat.“ Da wird es angepfiffen, das Spiel, das mit dem Kommentar „erschütternd schlecht“ und einer 0:2-Niederlage in die Bilanz eingeht.

Zum Glück ändert der deprimierende Spielausgang nichts daran, dass die Adlerträger im Pokalfinale stehen. „Das ist spektakulär und die Bestätigung der sehr guten Arbeit des ganzen Stabs“, findet Kuntz.

Ganz ohne Glück wird es auch nicht gegangen sein. Auch darüber sprechen am Spieltag Oberbürgermeister Peter Feldmann und Holger Obermann – einst Moderator der ARD-Sportschau und Torhüter beim FSV sowie erster deutscher Fußballprofi in den Vereinigten Staaten. Inzwischen ist er 80 und engagiert sich seit vielen Jahren in der sportbezogenen Entwicklungshilfe in Krisengebieten. Seine Arbeit als „Sportentwicklungsexperte“ führt ihn im Auftrag des DFB und des Nationalen Olympischen Komitees unter anderem auch häufig nach Nepal. Von dort brachte er einen Buddha mit, den er Feldmann in der Halbzeitpause überreicht. „Die Eintracht hilft uns in Nepal sehr in Sachen Fußballschule“, erzählt Obermann, der sein Geschenk auch den Adlerträgern widmete, obwohl es jetzt im Römer landet. Obermann verbindet mit der Eintracht einiges. „Ich war in den 70er Jahren hier B-Jugendtrainer.“

Feldmann wird oft beschenkt. Er trug einen Fan-Schal, den er von einem Fan nach dem Relegationsspiel 2016 in Nürnberg bekommen hatte, zu dem Feldmann gefahren war. „Er hat ihn mir gegeben, weil er meinte, dass ich der Eintracht Glück gebracht hätte.“ Am Samstag versagt diese Wunderwirkung, aber vielleicht bringt Feldmann der Elf ja im Pokal-Finale Glück. Er fährt mit nach Berlin.

Anders als der legendäre Cha Bum-kun , der von 1979 bis 1983 für die Eintracht spielte. „Ich bin in Korea Schirmherr eines Turniers, das über mehrere Wochen geht, und kann leider nicht hier sein. Ich drücke aber kräftig die Daumen.“ Weniger gesprächsfreudig gibt sich der Chef der Commerzbank, Martin Zielke . Er mochte lieber zuschauen statt sprechen und belässt es bei einem kurzen Witz: Klar, sei er Eintracht-Fan – von Berufs wegen.

(es)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse