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Bestseller-Autorin Julia Kröhn: Vielschreiberin mit Riesenerfolg

Hunderttausendfach verkaufen sich die Bücher von Julia Kröhn - die Bestseller-Autorin lebt im unspektakulären Frankfurter Stadtteil Nied.
Die Bestseller-Autorin Julia Kröhn. Sie wohnt in einem unspektakulären 60er-Jahre-Mehrfamilienhaus im wenig aufregenden Frankfurter Stadtteil Nied. Foto: Salome Roessler Die Bestseller-Autorin Julia Kröhn. Sie wohnt in einem unspektakulären 60er-Jahre-Mehrfamilienhaus im wenig aufregenden Frankfurter Stadtteil Nied.
Frankfurt. 

Knapp 1000 Seiten, über ein Kilo schwer und gleichsam getränkt mit Herz- und Mörderblut – der neue Roman der Frankfurter Bestseller-Autorin Julia Kröhn hat es in sich. Liebes- und Mittelalterromane, Fantasy, Krimis, sogar Kinderbücher. Und alle finden ihre Leser – manche sogar hunderttausendfach und auch am anderen Ende der Welt.

Unter dem Pseudonym Kiera Brennan liefert die Vielschreiberin nun einen Epos über das hochmittelalterliche Irland, der sich eng an den historischen Ereignissen orientiert. Seinerzeit war die Insel in unzählige Königreiche gespalten, deren Bewohner sich bekämpften, folterten und umbrachten. Rohe Jahre, von denen die Autorin in ihrem prallen Schmöker „Die Herren der Grünen Insel“ erzählt.

„Irland wollte ich schon lange näher erforschen. Ich mag den keltischen Hintergrund dort“, erklärt sie. Mehrmals bereiste die Schriftstellerin die Insel und besuchte etliche Originalschauplätze, darunter Burgruinen und Schlachtfelder: „Das ist wichtig für mich, um ein Gefühl für den Ort zu bekommen, oder schlicht zu wissen, wie lange man in Dublin von der Kathedrale bis zum Fluss läuft, damit ich es entsprechend schildern kann. Das Atmosphärische sauge ich bei allen meinen Recherchereisen auf wie ein Schwamm.“

Gut zwei Jahre Arbeit stecken im Buch der gebürtigen Österreicherin, die mit ihrer vierjährigen Tochter in Nied lebt. Ist die Kleine im Kindergarten, schreibt die „bekennende Eremitin“ über ferne Zeiten und Schicksale. Mehr als 30 Bücher sind es inzwischen. „Autorin und Mutter sein, das bringt einen Dauerspagat mit sich – aber das hält immerhin gelenkig“, beschreibt sie augenzwinkernd ihren Alltag. Ihre Muttergefühle seien es gewesen, die ihr besonders eine Szene im neuen Roman schwer machten: „Ich musste beschreiben, wie einer jungen Mutter ihr Baby weggenommen wird. Ein Alptraum. Ich habe mit geschlossenen Augen geschrieben und nach jedem Satz eine Pause gemacht. Doch als Schriftstellerin darf ich mich nicht schonen.“

So springt Julia Kröhn diesmal kopfüber in eine Epoche, die gefährlicher kaum sein könnte. Die Normannen stehen vor der Tür und Irland zieht das Schwert, um eine Invasion zu verhindern. Für die Geschichtenerzählerin reizvoll: „Zwei absolut unterschiedliche Kulturen treffen hier aufeinander. Und wie so oft in der Geschichte, die Kulturen wollen sich gegenseitig zerstören, bereichern sich aber auch gegenseitig. Ganz bewusst schildere ich hier die Perspektive derer, die in den Geschichtsbüchern nur eine Fußnote wert sind.“ Die blutige Epik erinnert an den US-Serien-Hit „Game of Thrones“. Kein Zufall. „Die Struktur ist tatsächlich ähnlich, Bürgerkrieg und ein äußerer Feind. Doch was in Irland im 12. Jahrhundert geschah, ist keine Fantasy“, so die Autorin. Vielleicht rückt ihre schriftstellerische Aufmerksamkeit bald auf das historische Geschehen in Frankfurts Umgebung, der Ursprung der Nibelungensage und die Zeit der Völkerwanderung reizen sie sehr. Auch hier prallten schließlich Kulturen aufeinander, auch hier klirrten die Eisenschwerter und zeigten edle Damen, was Liebe und Hinterlist ist. Kröhns Irland-Roman, der am 15. Februar erscheint, dürfte zeigen, dass im Mittelalter fast überall der Misthaufen am Dampfen war.

(fai)
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