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Vom Zittern vor dem Kinosaal

Regisseur mit Hauptdarsteller: Chris Kraus und Lars Eidinger stellten ihren neuen Film im Cinema am Rossmarkt vor. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Regisseur mit Hauptdarsteller: Chris Kraus und Lars Eidinger stellten ihren neuen Film im Cinema am Rossmarkt vor.
Frankfurt. 

Zwar hatten ihnen die Hessen keine Filmförderung gewährt, trotzdem wollen Lars Eidinger und Chris Kraus wissen, wie ihr Streifen „Die Blumen von gestern“ in Frankfurt ankommt. Eidinger ist der Hauptdarsteller, Kraus der Regisseur des Films, der offiziell erst am Donnerstag in den Kinos anläuft. Frankfurter Premiere hat er bereits im Cinema am Rossmarkt gefeiert.

Deshalb sitzen die beiden Männer an diesem Abend bei einem Bier im Kinofoyer, sie geben Interviews – und beneiden alle, die jetzt in ihren Kinosesseln sitzen und die Geschichte um einen deutschen Holocaust-Forscher und seine junge, jüdische Assistentin verfolgen. Natürlich haben sie ihren Film bereits etliche Male gesehen, doch sie wüssten zu gern, was jetzt im Zuschauerraum passiert. Zwischen dem Publikum zu sitzen, „das ist doch etwas anderes“, sagt Kraus.

Er ist aufgeregt. „Und das ist auch gut, denn ich habe vier Jahre lang für diesen Film gekämpft“. Nun will er wissen, ob seine Arbeit ankommt. „Anders als bei Festivals haben die Leute hier für den Film bezahlt“, fügt Eidinger hinzu. Am Ende forderte keiner sein Geld zurück: „Die Blumen von gestern“, in dem auch Adèle Haenel , Hannah Herzsprung und Jan Josef Liefers mitspielen, kam an diesem Abend gut an.

Zudem sitzen die beiden Männer ganz gern mal zusammen: Lars ist mein Seelenverwandter“, sagt Kraus über ihre Zusammenarbeit. „Das konnte man vorher nicht wissen, man erkennt erst beim Arbeiten, wie ein Menschen tickt.“

Auch in ihrer Meinung über Frankfurt sind sie sich nah, sie mögen die Stadt. „Mein Roman ,Scherbentanz‘ ist ja bei Joachim Unseld in der Frankfurter Verlagsanstalt erschienen“, erinnert Chris Kraus, dessen größter Erfolg bislang das mit 46 Filmpreisen geehrte Drama „Vier Minuten“ war (2006). 2002 hatte der 53-Jährige seinen Roman geschrieben, ihn danach mit Margit Carstensen und Jürgen Vogel verfilmt. Im März erscheint sein zweites Buch: „Das kalte Blut“. Auch daraus soll noch ein Film werden.

Eidinger, der in Berlin geboren und zu Hause ist und dessen Theaterheimat die dortige Schaubühne ist, hat mal in Sachsenhausen gewohnt. Für zwei Monate, er spielte am Schauspiel. „Da habe mich in die Stadt verliebt.“, so der 40-Jährige. Frankfurt haue einen einfach vor den Kopf. Die hiesigen Gastwirtschaften haben es ihm angetan, besonders „Fichtekränzi“.

Von bodenständig bis total abgehoben, inzwischen kennt der Berliner viele Welten. Denn am 19. Januar kommt er auch noch mit „Personal Shopper“ in die Kinos. Dafür drehte er mit Kristin Stewart , der Hollywood-Schauspielerin, die als Bella Swan in den Verfilmungen der Twilight-Romane von Stephanie Meyer bekannt wurde. „Ich habe viel von ihr gelernt“, sagt Eidinger über die jüngere Kollegin. „Ihre Art der Schauspielerei ist aufrichtig, man könnte das viel benutzte Wort des ,authentischen Spiels‘ verwenden Sie entspricht dem Ideal meines Berufes“, schwärmt er. Allzu nah kam er dem Star allerdings nicht. „Einmal waren wir in Paris gemeinsam essen.“ Dabei wird’s wohl bleiben. Stewart lebe auf einer ganz anderen Ebene der Prominenz.

Wobei auch Eidinger gut beschäftigt ist: Er ist mit dem Stück „Richard III.“ auf Tour und hat weitere Filmdrehs im Kalender stehen. So spielt er mit Moritz Bleibtreu im Psychothriller „Abgeschnitten“ von Christian Alvart , zum anderen „bin ich im ,Dreigroschenfilm‘ Berthold Brecht“.

(es)
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