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Stadtgeflüster: Von Ehen und anderen Konzepten

Hängen verschiedenen Lebenskonzepten an: die Schauspielerinnen Tanja Schumann (links) und Renan Demirkan. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Hängen verschiedenen Lebenskonzepten an: die Schauspielerinnen Tanja Schumann (links) und Renan Demirkan.

Irgendwie beruhigend, dass der blaue Schläger, mit dem Schauspielerin Tanja Schumann auf der Bühne der Frankfurter „Komödie“ ihr Gegenüber verdrischt, nur aus festem Schaumstoff ist. Denn der Gatte, gespielt von Giovanni Arvaneh („Marienhof“), bekommt damit ordentlich einen auf den Deckel, allerdings ist auch er mit einem solchen Schläger ausgestattet. „Anti-Aggressionsschläger“ nennen Psychologen das harte Polster, mit dem sich angestaute Wut abbauen lässt.

In der Komödie „Alles über Liebe“, die gestern Premiere feiert, hat das Paar viele gute Gründe seinem Ärger Luft zu machen, denn ihr Problem heißt Ehe. Alltag und Gewohnheit haben die Liebe schläfrig werden lassen, jetzt soll eine Paartherapie das sinkende Eheschiff retten. Die Kölner Schauspielerin Renan Demirkan („Dr. Klein“) gibt die hoffnungslos überforderte Therapeutin, frei nach dem Motto: Schuster haben die schlechtesten Schuhe. Psychologen sind eben auch nur Menschen und Ehepartner.

„Der bissige verbale Schlagabtausch ist mal rührend, mal schreiend komisch. Die Frau drängt zur Therapie, der Mann schweigt. Das muss eskalieren, und die Komödie zeigt den Konflikt unter dem Brennglas“, erzählt Renan Demirkan über die kurze Zündschnur einer kriselnden Ehe. Im echten Leben hält die Schauspielerin wenig von der Ehe, mit dem Vater ihrer Tochter blieb sie sieben Jahre zusammen, dann trennte man sich. „Die Ehe gehörte nie zu meinem Lebenskonzept, auch wollte ich nie mit einem Mann alt werden. Als ich schwanger wurde, heiratete ich nur meinen Eltern zuliebe.“ Doch ohne Ehe heißt bei ihr nicht ohne Liebe sein – Verliebtheit hat für Renan Demirkan einen hohen Stellenwert, „das ist überhaupt das Großartigste“. Ist diese Phase, dieser „Ausnahmezustand“ wie sie sagt, aber vorbei, gibt es keine Verlängerung, denn „eine untrennbare, bedingungslose Liebe habe ich niemals zu einem Mann erfahren, wohl aber zu meiner Tochter, die heute 31 Jahre alt ist. Eltern wissen, was diese Idealform der Liebe ausmacht“. Sie trägt Herz und Meinung auf der Zunge, so kennt man die Grimme-Preisträgerin und Buchautorin, die auch offen mit ihren Krisen umging. Nach einer Krebserkrankung entstand ihre Initiative „Zeit der Maulbeeren“, die bedürftigen Patientinnen ein ländliches Refugium zur Verfügung stellt.

Für ihre Kollegin Tanja Schumann steht die Ehe auf einem anderen Blatt, die Hamburgerin ist glücklich verheiratet und schwärmt: „Trennungen zwischendurch, wenn ich Theater spiele, halten die Liebe frisch. Mein Mann, als Sternzeichen Löwe ohnehin sehr vereinnahmend, arbeitet von zu Hause aus, da sehen wir uns fast rund um die Uhr.“ Fast zeitgleich mit ihrer Ankunft in Frankfurt landeten die Kandidaten des RTL-“Dschungelcamps“ am Flughafen. Für Tanja Schumann kein Grund neidisch zu sein, sie saß selbst vor vier Jahren am australischen Lagerfeuer, wo sie sich wacker schlug. „Das TV-Format war nichts für mich. Seitdem schaue ich nur noch Zusammenfassungen, keine ganze Folgen.“ Auch wolle sie nie wieder wie im Buschcamp auf Kaffee verzichten müssen. Dieser Mangel ist in Frankfurt nun wirklich nicht zu befürchten. Bis zum 18. März kreuzen sich die Liebesklingen, pardon, die blauen Schläger.

(fai)

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