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Bernd Reisig präsentiert Weihnachtsshow: Weihnachten wird wieder schrill

„Comedy goes X-mas“ geht in die dritte Runde.
Sie machen dieses Jahr „Comedy goes Christmas“: Faisal Kawusi, Woody Feldmann, Lena Liebkind, Khalid Bounouar und Pu (von links). Sie treten am Ersten Weihnachtsfeiertag im Saalbau Bornheim auf. Foto: Bernd Kammerer (.) Sie machen dieses Jahr „Comedy goes Christmas“: Faisal Kawusi, Woody Feldmann, Lena Liebkind, Khalid Bounouar und Pu (von links). Sie treten am Ersten Weihnachtsfeiertag im Saalbau Bornheim auf.
Frankfurt. 

Von der Jahrhunderthalle geht’s in den Saalbau nach Bornheim. Und auch sonst ändert sich vieles bei der Weihnachtsshow „Comedy goes X-mas“, die Tausendsassa Bernd Reisig in diesem Jahr zum dritten Mal präsentiert. So verzichtet der Macher bei der aktuellen Ausgabe, die am Sonntag, 25. Dezember, ab 20 Uhr steigt, auf das „Promispektakel“.

Bei dem standen in den vergangenen Jahren bis zu acht wenig oder fast gar nicht bekannte Menschen auf der Bühne und präsentierten ein – zum Glück – nur kurzes Stück, das irgendwie irgendwas mit Weihnachten zu tun hatte.

Statt des „Promispektakels“ gibt es ein ganz anderes. „Es war witzig, aber es ist doch langweilig sich zu wiederholen“, erklärt Reisig, warum er darauf verzichtet. „Es war auch so ein wenig die Luft raus.“ Nun tragen Vertreter der drei Frankfurter Zeitungen Auszüge aus Leserbriefen vor, die in den Schubladen oder Mail-Boxen verschwunden sind und es nie an die Öffentlichkeit geschafft haben. Entweder weil sie zu böse, gemein, irre oder einfach schlicht beleidigend sind. Beim „Hate-Slam“ rezitieren Redakteure der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Frankfurter Neuen Presse und der Frankfurter Rundschau eine Auswahl der gemeinsten und krassesten Hass- und Schmähbriefe.

Dabei suhlen sich allerdings nicht im Selbstmitleid, sondern nehmen’s mit Humor. Das alles unter dem Titel „Sehr geehrtes Herr Arschloch“. Erprobt wurde dies auf ähnliche Art übrigens schon mehrfach in Stuttgart, wo die Rundschau bereits einige Erfahrungen mit dieser Art des Vortragens sammelte.

Reisig krempelte also das komplette Programm um. Was bleibt ist das Motto „Wir saufen uns die Verwandten schön“.

So lud der Mann, der einst unter anderem Rockröhre Nena und den FSV managte, Faisal Kawusi , Pu , Khalid Bounouar und Lena Liebkind ein, um das hoffentlich zahlreiche Publikum bei guter Laune zu halten. Dass der Saalbau ausverkauft sein wird, davon geht Reisig aus. „Die Jungs füllen alleine ganze Arenen, wenn sie nun zusammen auftreten, wird das top“, sagt Reisig.

Einzig Spaßkanone Woody Feldmann , die bereits vor genau zwölf Monaten das Highlight der Show war, mischt wieder mit. Die kleine Frau, bei der nur eins größer ist als ihr Sinn für Humor, nämlich ihr Mundwerk, reibt sich schon die Hände. „Das wird ein Spektakel“, ruft sie. „Mein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr bei: ,Wie packe ich ein, wie packe ich aus – eine kleine Hommage an: ,Wie sieht mein Geschenk schön aus?‘“

Einen Kurs in der Faltkunst Origami will sie deshalb bereits besucht haben. „Ich bin sehr gespannt“, sagt Comedian und Slam-Poet Khalid Bounouar. „Wir werden das Ding rocken, Bernd Reisig hat doch genug Erfahrung und die Comedians, die dabei sind, sind alle cool.“

Lena Liebkind findet es „geil, dass in Frankfurt endlich mal etwas mit Comedy geht“. Das sei etliche Jahre lang nicht so gewesen. Sie will sich in ihrem Stand-Up-Auftritt mit dem „osteuropäischen Fressen an Weihnachten“ auseinandersetzen. „Ich freue mich auf den Auftritt, weil ich so an Weihnachten endlich etwas zu tun habe und nicht Zuhause sitzen und Filme gucken muss“, schildert Faisal Kawusi, warum er zusagte, bei „Comedy goes X-mas“ aufzutreten. Seine letzte Weihnachtserfahrung soll sehr tragisch ausgefallen sein. Er „feierte“ bei seiner Ex, hoffte auf ein üppiges Mahl, bekam dann aber Rinderragout im Blätterteig vorgesetzt, „das aussah wie Hundefutter und auch so schmeckte“. Das habe ihn geschockt. „Für einen Kanaken ist Weihnachten wie ein Zombie-Videospiel. Man hat frei, man geht raus und die Straßen sind leergefegt. Aber jetzt gibt es endlich Veranstaltungen, zu denen ich gehen kann“, sagt Pu. Ob Reisig wieder als Osterhase mit wenig Text elegant über die Bühne flitzt. „Das bleibt ein Geheimnis“, sagt er.

(es)
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