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Wenn Promis kellnern

Eintracht-Legende Charly Körbel serviert zwei Portionen Gänsekeule. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Eintracht-Legende Charly Körbel serviert zwei Portionen Gänsekeule.

Hessens stellvertretender Ministerpräsident Tarek Al-Wazir trägt Teller mit abgenagten Gänsekeulen in die Küche des Ratskellers. Moderatorin Bärbel Schäfer trägt frische Teller aus der Küche, und Eintracht-Ikone Karl-Heinz Körbel serviert. Gestern ging zum sechsten Mal das Weihnachtsgans-Essen für Obdachlose über die Bühne, das Medienmann Bernd Reisig auf die Beine stellt. Der Clou der Geschichte ist, dass gut 30 mehr oder minder prominente Frauen und Männer aus Funk, Fernsehen, Gesellschaft, Sport und Politik gut zwei Stunden lang in die Rolle von Kellnern schlüpfen und Frauen und Männern, die am Rand unserer Gesellschaft leben, bedienen.

Christopher Posch und Radost Bokel. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Christopher Posch und Radost Bokel.

Gekommen sind unter anderem Schauspielerin Radost Bokel , die als „Momo“ in der Romanverfilmung bekannt wurde, Fernsehanwalt Christopher Posch , der Comedian Johannes Scherer , Börsenfachmann Mick Knauff und das Comedy-Duo „Mundstuhl“ . „Die Idee, dass Prominente bedienen und zeigen, dass alle Menschen gleich an Würde sind, ist gut“, findet Tarek Al-Wazir. Der habe vor seiner ersten Teilnahme lang überlegt, „schließlich soll niemand denken, dass ich mich in den Vordergrund rücken möchte“. Aber nach einer Viertelstunde Kellnern waren alle Zweifel wie weggewischt, „weil ich gesehen habe, dass sich alle freuen“. Bärbel Schäfer ist zum ersten Mal dabei und möchte demonstrieren, „was Oberbürgermeister Peter Feldmann in seiner Rede gesagt hat, nämlich, dass es keine soziale Kälte in dieser Stadt gibt“. Der Rathauschef hatte auch darauf aufmerksam gemacht, „dass im Schatten der Bankgebäude“ auch Not und Elend herrschten. „Es geht zwar darum, einen schönen Nachmittag zu verbringen, aber wir wollen auch zeigen, dass wir alle Frankfurt sind“, so Feldmann weiter. „Es ist eine tolle Idee, dass wir uns gerade in der Zeit vor Weihnachten Menschen zuwenden und eine gute Zeit bereiten, die sonst nicht auf der Sonnenseite des Lebens sind“, so Finanzminister Thomas Schäfer . Während er nur indirekt mit Obdachlosen konfrontiert ist, kennt Christopher Posch einige. „Ich weiß von Berufswegen, wie schnell es im Leben gehen kann, dass jemand die falsche Abzweigung nimmt“, so Posch.

Die Gastgeber Bernd Reisig, Medienmann,  und Christian Dressler, Chef der Lohrbergschänke. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Die Gastgeber Bernd Reisig, Medienmann, und Christian Dressler, Chef der Lohrbergschänke.

Mühe, die Helfer zusammenzubekommen, hat Reisig nicht. „Ich schicke im Sommer etwa 40 Mails mit der Anfrage und bekomme nur sehr wenige Absagen.“

Bärbel Schäfer mit ihrem Namensvetter Thomas Schäfer. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Bärbel Schäfer mit ihrem Namensvetter Thomas Schäfer.

Erstmals wurde das Essen von der Lohrberg-Schänke zubereitet. „Fünf Köche haben die ganze Nacht lang gearbeitet“, so Schänke-Chef Christian Dressler . Sie bereiteten rund 650 Gänsekeulen, 100 Liter Soße, 1300 Klöße und 120 Kilogramm Rotkohl zu. Gerade genug. Denn in zwei Schichten servierten die prominenten Kellner gut 650 Menschen das Essen. Zum Vergleich: Als es erstmals stattfand, kamen 210 Gäste.

(es)

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