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Wenn’s dem Winter wieder wohl ist, geht er aufs Eis

Ist nach schwerer Viruserkrankung wieder fit: ZDF-Moderator Achim Winter, hier auf der Eisfläche im MyZeil. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Ist nach schwerer Viruserkrankung wieder fit: ZDF-Moderator Achim Winter, hier auf der Eisfläche im MyZeil.

Schwere Monate liegen hinter ZDF-Moderator Achim Winter („hallo deutschland“): Auf einer Dienstreise brach bei dem Frankfurter eine Viruserkrankung aus und setzte ihn für zehn Wochen außer Gefecht. Zurück in der Heimat untersuchten ihn zunächst Ärzte im Markus-Krankenhaus, dann kam er in die Universitätsklinik.

„In meinem Lieblingsrestaurant auf Mallorca schmeckte mir das Essen nicht mehr. Auch fühlte ich mich total erschöpft und fieberte, später kamen eine Sehstörung und ein Ausschlag hinzu“, erinnert er sich an die Symptome, die seinen ganzen Körper vereinnahmten. „Schließlich stellte in Frankfurt ein Arzt in der Rheumatologie fest, dass es sich dabei um eine Autoimmunreaktion handelt. Rheumatoide Arthritis (Still Syndrom) heißt die Krankheit, die bei Erwachsenen nur sehr selten vorkommt. In diesem Jahr gab es in Deutschland zwei erkannte Fälle älterer Betroffener, einer davon war ich“, weiß Achim Winter.

Nach der Zeit im Krankenhaus und einer Rekonvaleszenz sei er wieder „auf dem Damm“. Wie wertvoll die Gesundheit ist, tat er gut gelaunt auf der Eisbahn im Einkaufszentrum MyZeil kund. Laut und den Schalk im Nacken, ging er aufs Eis; so vergnügt kennt man ihn auch aus dem Fernsehen. In einer neuen Reihe stellt der Moderator für den Mainzer Sender kuriose Berufe und Sportarten vor, zuletzt die Wettkampf-Disziplin des Sportholzfällens, die im Interview mit der zweifachen Deutschen Meisterin Svenja Bauer präsentiert wurde. Die unfreiwillige Auszeit schärfte seine innere Haltung: „Jeden Abend habe ich in der Krankenhaus-Kapelle meine übliche Zen-Meditation gemacht. Ich sah die Erkrankung vom Zen-Standpunkt aus als Prüfung, das heißt, jeweils das zu akzeptieren, was mit mir passiert. Ich nehme es so, wie es ist. Das half mir, und ich haderte nicht. Im Zen-Buddhismus, den ich seit Jahren praktiziere, wird kein Sinn gesucht, es passiert eben – und man versucht, angemessen zu reagieren.“

Für Letzteres sorgen auch die Ärzte. Denn nach vier Tagen im Krankenhaus wollte Winter wieder vor die Kamera; Sendetermine standen an. „Das Gelächter der Ärzte werde ich nie vergessen.“ Später ließ er sich auf eigenes Risiko mehrfach für einige Stunden entlassen. „Ich beauftragte meine Tochter Philippa mit dem Dreh, sie weiß, wie ich arbeite. Ich bin also auf die Zeil und moderierte, keiner bemerkte meine Erkrankung. Danach ging es zurück in die Klinik“, erzählt er und resümiert: „Es war beeindruckend zu sehen, dass, wenn es hart auf hart kommt, meine vier Kinder mir unter die Arme greifen können. Auch meine Frau hat mich sehr unterstützt.“

Sein großer Dank gilt der Universitätsklinik, wo ihm geholfen wurde. „Alles, von der Diagnostik bis hin zur Versorgung, war toll, auch das Pflegepersonal verhielt sich wahnsinnig freundlich.“ Einen Promi-Bonus gab es übrigens nicht, im Mehrbettzimmer sorgte Achim Winter – um keinen Wortwitz verlegen – für Optimismus. „Prominente sprechen ungern öffentlich über ihre Krankheiten, aber mir ist es wichtig, auf das Still Syndrom hinzuweisen, denn oft wird es nicht erkannt, was schlimme Folgen hat. Es kann jeden treffen.“

(fai)

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