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Stadtgeflüster: Wie Sonya Kraus Blödmänner los wird

Sonya Kraus hat ein neues Taschenbuch veröffentlicht. „Baustelle Blödmann – Und heute bringe ich ihn um“ gibt Frauen Tipps im Umgang mit ihrem Beziehungspartner. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Sonya Kraus hat ein neues Taschenbuch veröffentlicht. „Baustelle Blödmann – Und heute bringe ich ihn um“ gibt Frauen Tipps im Umgang mit ihrem Beziehungspartner.

Sie hat es wieder getan – Sonya Kraus hat ein Buch geschrieben. Es heißt „Baustelle Blödmann – und heute bringe ich ihn um“. Es ist – oh, Wunder – ein pinkfarbener Schmöker mit mehr als 400 unterhaltsamen Seiten. Die 44-jährige Frankfurterin hat gerade zwei Lesungen auf der Leipziger Buchmesse absolviert. Sie schätzte den engen Kontakt zum Publikum und ist noch immer „hin und weg“ von den Reaktionen desselben. „Das hatte ich noch bei keinem Buch, dass Weiblein wie Männlein so abgegangen sind, wenn ich gelesen habe“, erzählt die Mutter zweier Jungen.

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„Bevor ich in eine Lesung beginne, schaue ich mir an, welche Menschen da sind“, sagt Sonya Kraus, die ihre TV-Karriere 1998 beim „Glücksrad“ begann, wo sie Maren Gilzer als Assistentin von Frederic Meisner ablöste, und auch aus TV-Sendungen wie „Talk, Talk, Talk“ bekannt. „Erst dann entscheide ich, was und wie lange ich aus dem Buch lese“, sagt die Moderatorin und zeigt das „Vorleseexemplar“, das mit etlichen pinkfarbenen und einigen gelben Notizblättern markiert ist.

Da Frau Kraus ein grundsätzlich eher fröhliches Wesen hat, geht es genauso auch während ihrer Lese-Veranstaltungen zu. Noch lustiger wird’s, wenn sie ihre Bücher signiert und mit Lesern und Zuhörern ins Gespräch kommt. Denn dann erzählen diese, was ihre Kerle so angestellt haben. Das sei auch einer der vielen Pluspunkte von „Baustelle Blödmann“, „dass ich merkte, dass ich nicht allein bin, dass ich nicht das einzige Exemplar habe, das diese Dinge bringt“, erzählt sie.

Und genauso ist ihr die Idee zum Buch gekommen, sagt die Schriftstellerin. Es war ein fröhlicher Tag am Set und jede Kollegin erzählte irgendetwas von ihrem „Blödmännchen“. „Am entscheidendsten an diesem Buch ist für mich, aufzudecken, dass nach zwei Jahren selbst der perfekte Superman automatisch zum Blödmännchen wird“, schildert Kraus die Erkenntnis, die sie während des Schreibens gemacht hat. „Es ist etwas Hormonelles. Dann erst fallen uns die Macken des anderen auf“, erklärt sie. Schuld sei das Hormon Dopamin. „Wenn man versteht, was in einem selbst vorgeht, hilft es, sich mit seiner Beziehung anzufreunden.“ Ihr Rat: „So ist es eben mit diesem Kerl und es würde in zwei Jahren mit einem anderen genauso sein.“

Ihre zweijährige Phase der Verliebtheit ist bereits 18 Jahre her. „In diesen 24 Monaten kann man testen, wie die Haushaltskompatibilität des künftigen Partners so ist.“ Es gelte, so schnell wie möglich alles auf den Tisch zu legen, was es zu besprechen gebe. Denn eines sei klar: „Nachverhandeln ist wirklich schwer.“ Den wenn sich ein „Kerl“ erst einmal daran gewöhnt habe, dass seine Perle alles im Haushalt erledige, sei alles zu spät.

„Die absolute Berechtigung zu diesem Buch ist eine breit angelegte Studie, aus der hervorgeht, dass Männer sich im Durchschnitt nach der Geburt eines Kindes sechs Minuten mehr als zuvor in den Haushalt involvieren“, sagt Kraus. Das ergebe sich aus wissenschaftlichen Untersuchungen, die sie in „Baustelle Blödmann“ zitiert. Die vielen Infos trug sie allerdings nicht allein zusammen, sondern es halfen ihr „meine Mutter und meine Co-Autorin, Freundin und Journalistin Stella, die extrem stringent denkt, was ich überhaupt nicht kann“. Die Idee zum Buch kam ihr schon vor gut dreieinhalb Jahren. Dann lotete sie aus, ob es machbar wäre und irgendwann klopfte ihr Verlag an.

Vor ihrem ersten Buch plagtne sie Zweifel, dachte sogar, nicht schreiben zu können: „Denn ich fühle mich nicht als Profi-Autorin“. Doch dann gab sie die erste Story – übers „im Stehen pinkeln“ – Bekannten zu lesen, die alle begeistert waren. Der Bann war gebrochen. „Ich brauche nur meinen Laptop und schreibe im Bett. Wenn ich einen Lauf habe, dann kann ich überall weitermachen.“

Bisher schrieb Kraus nur „Sachbücher“, an Belletristik traute sie sich noch nicht heran. Aber das kann sich ändern, denn während der Leipziger Messe kam sie mit verschiedenen Schriftstellerinnen ins Gespräch. Wer weiß, vielleicht schreibt sie einen Roman?

Zum Schreiben kam das einstige Model durch Birgit Lübbe , die Frau des Verlegers Stefan Lübbe , Mehrheitsaktionär des Lübbe-Verlags. Da hatte Kraus bereits einige Kolumnen verfasst. „Birgitt hatte mal eine gelesen, mich im Fernsehen gesehen und dann ihrem Mann empfohlen, mich zu kontaktieren.“ Eine Affinität zum geschriebenen Wort habe sie schon immer gehabt, spätestens seit dem mündlichen Abitur, wo sie über „Wasserfrauen und Männerphantasien“ sprach. Diese weckt sie übrigens mit dem Buch „Baustelle Blödmann“ auch. Nur sind sie da anderer Natur.

(es)

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