Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport in der Region - alles rund um den Mainova ... Frankfurt am Main 26°C

Zwei Stars zum Gastspiel in Frankfurt

Gaben sich lässig: Nicholas Ofczarek und August Diehl in ihrer Garderobe am Schauspiel Frankfurt. Foto: Bernd Kammerer (.) Gaben sich lässig: Nicholas Ofczarek und August Diehl in ihrer Garderobe am Schauspiel Frankfurt.
Frankfurt. 

Der eine zog die Zuschauer 2016 als Psychopath und Killer im Frankfurt-Tatort „Die Geschichte vom bösen Friedrich“ in seinen Bann. Der andere begeistert zurzeit das Kinopublikum als junger Karl Marx im gleichnamigen Spielfilm. Nun konnten Theater-Fans die beiden Vollblutschauspieler Nicholas Ofczarek und August Diehl live auf der Bühne des Schauspiels erleben. Die Stars waren für ein Gastspiel mit dem Wiener Burgtheater an den Main gekommen.

„Diese Geschichte von ihnen“ ist eine preisgekrönte Inszenierung des Stücks von John Hopkins, das in den 70er Jahren bereits mit Sean Connery verfilmt wurde. Ofczarek spielt darin Polizeisergeant Johnson, der den vermeintlichen Kinderschänder Baxter (Diehl) am Ende zu Tode prügelt – und zwar so, dass man die Knochen knacken hört. So brutal Ofczarek auf der Bühne rüberkommt, so charmant gibt er sich vorab in seiner Garderobe. „Hallo, ich bin der Niki“, stellt sich der 45-jährige mit leichtem Wiener Singsang vor. Er ist bestens gelaunt, obwohl er bis sieben Uhr früh in Hamburg vor der Kamera gestanden hat, für die Fortsetzung eines ZDF-Krimis mit Fritz Karl, Anna Loos und Jessica Schwarz. „Wir zwei Österreicher spielen wieder die knallharten Hamburger Bullen“, sagt er mit einem Augenzwinkern und betont norddeutscher Aussprache.

An einem Kleiderständer hängen die Kostüme für den Auftritt: grauer Anzug, orangenes Hemd. Ofczarek bestellt einen Kaffee in der Kantine, als August Diehl hereinspaziert. Auch er hat für das Gastspiel in Frankfurt einen aktuellen Dreh in Norwegen unterbrochen, ist allerdings schon einen Tag früher gekommen. „Die Bühne hier ist wirklich riesig“, berichtet er dem Kollegen.

Nicholas Ofczarek freut sich, wieder in Frankfurt zu sein. Obwohl seine Erinnerungen an die Stadt eher zwiespältig sind. „Wir haben unter anderem in der Taunusstraße gedreht, mit Security, und im Haus nebenan wurde einer erstochen.“ Beeindruckt haben ihn die unterschiedlichen Gesichter der Mainmetropole. „Du wechselst eine Straßenseite oder gehst über die Brücke, und plötzlich bist Du wo ganz anders.“

August Diehl ist quasi schon ein halber Hesse – sein Vater Hans wurde in Offenbach geboren und besuchte in Frankfurt die Schauspielschule, auch er ist ein bekannter Schauspieler. Vor zwei Jahren spielte der 76-Jährige in Frankfurt den „Datterich“ an der Seite von Michael Quast. „Ich war damals hier und habe mir die Vorstellung angeschaut“, berichtet der Sohn. Heute sind es seine Eltern, die im Zuschauerraum sitzen.

Der 40-jährige August ist etwas besorgt: „Ich werd’ totgeschlagen auf der Bühne. Finden Sie nicht, das ist hart für eine Mutter?“ Die Rollen tauschen und einmal den Kollegen verprügeln möchte er aber nicht. „Wir haben ja große Freude, wenn wir’s tun“, sagt Ofczarek. „Für uns wird diese Szene immer lustiger. Das merken sie im Publikum aber natürlich nicht.“ Schlafen könne er nach dreieinhalb Stunden physischer Höchstleistung auf der Bühne meist erst gegen vier Uhr morgens. „Wir gehen dann immer noch gemeinsam in die Kantine oder woanders hin.“ Vor ihrer ersten gemeinsamen Arbeit kannten sich die beiden Familienväter nur flüchtig – Hochachtung voreinander hatten sie schon damals. „August Diehl ist der Schauspieler meiner Generation. Er kann alles, sieht auch noch gut aus, es ist eigentlich entsetzlich“, sagt Ofczarek. „Ich mag ihn sehr.“

Ein Anruf, Ofczareks Ehefrau Tamara Metelka, Schauspielerin und Leiterin des Wiener Max-Reinhardt-Seminars, steht unten an der Pforte. „Weil wir uns drei Wochen nicht gesehen haben, hab’ ich gesagt, komm doch nach Frankfurt.“ Am nächsten Tag wollen die beiden in einem Sachsenhäuser Restaurant essen – das Lokal hat der Wiener während des „Tatort“-Drehs kennengelernt: „Äthiopisch, so was haben wir bei uns nicht.“ Und auch ein paar Bekannte vom HR-Filmteam will er wiedersehen. Aber jetzt erstmal in die Maske für die Frankfurter Premiere. Dreieinhalb Stunden später dann: Standing Ovations, Jubel und „Bravos“ im Frankfurter Schauspiel für die Schauspieler vom Wiener Burgtheater. Und sicher eine erleichterte Mutter Diehl, froh darüber, dass der Junge noch heil ist.

(tak)
Zur Startseite Mehr aus Stadtgeflüster

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse