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Taufpatin Barbara Schöneberger: Zwei Versuche für eine Taufe

Barbara Schöneberger zerschneidet das Band zur Schiffstaufe am Mainufer – musste aber nachhelfen und die Flasche ein zweites Mal gegen den Bug werfen. Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Barbara Schöneberger zerschneidet das Band zur Schiffstaufe am Mainufer – musste aber nachhelfen und die Flasche ein zweites Mal gegen den Bug werfen.

Das passiert in der Mainmetropole wahrlich nicht alle Tage, dass ein Schiff getauft wird – und für Taufpatin Barbara Schöneberger und Pfarrer Stefan Scholz von der Frankfurter Dompfarrei Sankt Bartholomäus war es sogar eine Premiere. „In meinen 27 Jahren als Priester ist es das erste Mal, dass ich ein Schiff segnen kann“, sagte der Gottesmann, der zu diesem Anlass aus der Genesis las und gemeinsam mit den gut 400 Anwesenden das Vaterunser betete. „Taufpatin war ich schon mehrfach“, sagte hingegen die 44-jährige Sängerin und TV-Moderatorin, die in einem auffälligen Kleid, das ihre „neue“ Figur extrem betonte, an der Anlegestelle am Untermainkai vor dem Restaurant „Mainnizza“ vor Freude strahlte. Sie sei schon einmal bei einer anderen Schiffstaufe gewesen, „aber da war ich ,nur‘ Moderatorin“, erzählte die zweifache Mutter. „Ich hatte also nichts mit der Taufzeremonie zu tun und deshalb gingen alle Geschenke an die Patin.“ Das sollte sie diesmal anders erleben und freute sich sichtlich über die Gelegenheit, die „Nickovision“ zu taufen – ein 135 Meter langes Luxusschiff, das rund 220 Passagieren Platz bietet. „Ich gehe stark davon aus, dass es meinen Namen trägt“, scherzte sie.

Das Taufritual habe sie fleißig geübt: „Mein Gott, was habe ich Flaschen zerschlagen in den vergangenen Jahren!“, scherzte sie. Das Training zahlte sich allerdings nicht sofort aus: Die Champagner-Flasche, die an einem Band hing, zerschellte nicht beim ersten Aufprall am Bug. Dabei hatte Schöneberger den Spruch „Dem Schiffe allzeit gute Fahrt und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel“ ganz brav aufgesagt und das Band ordentlich zerschnitten. Doch sie musste die Flasche noch mal kräftig gegen das Schiff werfen, damit sie in Scherben zerfiel. Was die Patin freute: Die Schere, auf die ihr Name eingraviert war und mit der sie das Band durchschnitten hatte, durfte sie behalten.

„Es ist doch immer am besten, wenn man mit der Hand arbeitet“, kommentierte sie. „Als ich heute morgen in Frankfurt gelandet bin und in den Himmel geschaut habe, war das Wetter nicht gut. Aber jetzt herrscht strahlender Sonnenschein! Wenn das mal nicht das Beste für den weiteren Lebensweg des Schiffes bedeutet“, sagte sie. Übrigens wählten die Verantwortlichen von Nicko Cruises Flussreisen Frankfurt als Taufort, weil es zentral liegt.

Als Schöneberger die Anfrage annahm, wunderte sie sich, dass man in Frankfurt ein Schiff taufen könne. Dann sei ihr aufgefallen, dass es sich um ein Flussschiff handele. „Ich fühle mich, als würde für mich eine neue Zeitrechnung beginnen“, sagte sie nach der Zeremonie. „Ich liebe Schiffe und auch, mich auf ihnen fortzubewegen.“

Doch die Vorstellung, lange Zeit an einem Ort mit unzähligen Menschen zusammen zu sein und diesen nicht verlassen zu können, wann sie wolle, habe sie bisher abgeschreckt, an einer Kreuzfahrt teilzunehmen. „In meiner freien Zeit bin ich sonst dort, wo außer mir niemand ist, weil ich immer in der Öffentlichkeit stehe“, erzählte sie. Segeln – das mag sie sehr. In diesem Sommer heißt es bei ihr dann prompt wieder „Leinen los!“

(es)

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