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Zwei, die Musik im Blut haben

Yello posiert am 29. Juni 2017, vor der Festhalle in Frankfurt. Foto: Bernd Kammerer (.) Yello posiert am 29. Juni 2017, vor der Festhalle in Frankfurt.

Boris Blank ist vollkommen in seinem Element. Er tippt auf sein Smartphone und führt eine App vor, die er entwickelt hat, und mit der der Benutzer selbst Lieder komponieren kann. Blank, das ist einer von zwei Musikern, die die Gruppe „Yello“ bilden, die mit Songs wie „The Race“ und „Oh yeah“ Musikgeschichte geschrieben haben.

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Der andere heißt Dieter Meier und ist in Frankfurt alles andere als ein Unbekannter. Nicht zuletzt, weil das Restaurant „Ojo de Agua“ an der Hochstraße ihm gehört. Und überhaupt spielt die Mainmetropole im Leben des 72-Jährigen eine wichtige Rolle. „In meinen frühen zwanziger Jahren habe ich mit meiner damaligen Freundin die kritische Theorie von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verfolgt“, erinnert sich der Musiker,an seine Zeit mit der Frankfurter Schule. „Ich habe das nicht systematisch studiert, aber ich war oft am Sigmund-Freud-Institut“, berichtet er, „mit meiner Freundin und Philosophen-Freunden.“ Und er fühlte sich „sehr geborgen in dieser Welt der Frankfurter Kritischen Theorie“, so Dieter Meier, der zwei Jahre lang als Gasthörer an der Universität war. „Ich war ein Auditor und habe die Vorlesungen gehört. Das war für mich eine sehr wichtige Zeit“, so Meier. „Weil ich mit den Interpretationen der Welt zum ersten Mal in Verbindung kam. Die Ansätze der kritischen Theorie Adornos und vor allem seine ästhetischen Betrachtungen, das war schon sehr spannend“, erinnert er sich. „Ich habe mir auch meinen eigenen Reim dazu gemacht und wurde zunehmend kritischer gegenüber Adorno.“

Doch der Frankfurter Aufenthalt lohnte sich, „denn der hat ganz vieles ausgelöst in meiner Art zu denken“. Als Gast sieht er sich übrigens auch in den Klangwelten, die Boris Blank entstehen lässt. „Ich bin ein luxuriöser, verwöhnter Gast in seinen Klangbildern“, sagt Meier. „Ich kann einfach nicht anders. Es ist tatsächlich so, dass ich die Musik liebe, vor allen Dingen die Stimmung“, erzählt er. „Das, was ich produzieren kann, sind Moods, Bilder, Klänge und Klangfarben. Und damit spiele ich unheimlich gern.“

Ende November ist das Duo wieder in der Mainmetropole. Dann gibt es eins seiner eher seltenen Konzerte. Überhaupt haben Yello eher durch Abstinenz brilliert und gaben erst viele Jahre nach ihrer Gründung ein Konzert. Damals war das in New York, und es lief nicht alles wie am Schnürchen. Das ist nun anders. Denn Blank und Meier haben „geübt“ und vergangenes Jahr vier Konzerte in Berlin gegeben. Deshalb freuen sie sich schon auf die Tournee.

Meier ist auch wegen der gut 50 Konzerte mit „Out of Chaos“ „gestählt“ und nicht mehr wirklich aufgeregt. Für Blank war es was anderes. „Ich bin jetzt noch aufgeregt“, sagt er. „Für mich war das so etwas wie eine Feuerprobe“, erinnert er sich. „Es wird sehr opernhaft sein“, kündigt Meier an. „Das wird sehr witzig werden, denn ich nehme als heutiger Meier Bezug zum Meier von vor 30 Jahren, leihe ihm meine Stimme und animiere ihm zum Tanzen“, erzählt er.

Doch Meier und Blank stehen nicht allein auf der Bühne, sondern mit einem guten Dutzend weiterer Musiker. Was auch nicht fehlen wird, das ist Blanks kleines Musikprogramm, mit dem die beiden improvisieren. Wie damals 2014, als sie bei der Verleihung des Echos für ihr Lebenswerk das Publikum begeisterten.

(es)
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