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Stadtgeflüster: Zwischen Tollpatsch und Superheld

Schauspieler Franz Rogowski, rechts und Regisseur Daniel Wild bei ihrem Besuch in Frankfurt. Foto: Bernd Kammerer (Presse- und Wirtschaftsdienst) Schauspieler Franz Rogowski, rechts und Regisseur Daniel Wild bei ihrem Besuch in Frankfurt.

Er ist das aktuelle Charaktergesicht des deutschen Kinos. Und er ist schier omnipräsent. Vor Kurzem lief der Streifen „Fikkefuchs“ an, in dem Franz Rogowski mitspielt. Letztens war der 31-Jährige als Sohn von Isabelle Huppert in Michael Hanekes „Happy End“ zu sehen. Bei der Berlinale im Februar läuft der Film „In den Gängen“, in dem Rogowski spielt. In der Verfilmung des Romans „Transit“ hat er eine Hauptrolle. Momentan steht noch kein Starttermin fest. Aber der Film wird als Kandidat für die Berlinale und für die Filmfestspiele in Cannes gehandelt.

Auch international gibt Rogoswki Gas und spielt im Kriegsdrama des US-Kultregisseurs und Autorenfilmers Terrence Malick . Zudem hat er vor kurzem Dreharbeiten mit der Berliner-Schule-Regisseurin Angela Schanelec abgeschlossen.

Dabei war der Beruf Schauspieler gar nicht Rogowskis erste Wahl. Gern wäre er auch Fahrradkurier geworden. „Man ist sehr viel draußen, man bewegt sich die ganze Zeit“, erklärt der 31-Jährige. „Für mich ist der spielerische Umgang mit der Gefährlichkeit des Straßenverkehrs immer schon sehr schön gewesen“, sagt Rogowski. „Schon als kleiner Junge habe ich versucht, möglichst viele rote Ampeln auf dem Schulweg mitzunehmen.“

Das gelang ihm ganz gut. „Ich wurde so oft erwischt, dass es teuer wurde, und ich hatte in Berlin eine Jahresrechnung von gut 800 Euro nur wegen der roten Ampeln, die ich überfahren habe“, erinnert sich Rogowski, der seit vier Jahren kein Fahrrad mehr fährt. „Ich fahre gar keine Fahrzeuge mehr. Ich fliege oder fahre Zug oder laufe.“ Zur Schauspielerei kam Rogowski aber noch übers Radfahren. Mit dem Lebenslauf, den er ursprünglich für eine Stelle als Fahrradkurier geschrieben hatte, ging er auf den Tipp einer Freundin hin zu einem Casting bei der Schaubühne. Als besondere Fähigkeiten hatte er darauf vermerkt, dass er seit seinem zweiten Lebensjahr Fahrrad fahre. „Ich hatte auch ein Foto, das mich zeigt, wie ich ein Fahrrad in die Luft hebe.“ Er wurde genommen.

Dieser Tage befindet er sich auf Rundreise. Denn vergangene Woche kam „Lux – Krieger des Lichts“ in die Kinos – und Franz Rogowski und Regisseur Daniel Wild sind auf Tour, um den Film zu bewerben. In der Harmonie in Sachsenhausen machte das Duo Station.

Rogowski spielt in dem Streifen Torsten, einen postmodernen Superhelden, eigentlich einen Antihelden, der mit Maske und Ledermantel im Berliner Kiez unterwegs ist und Essen an Obdachlose verteilt. Dabei gerät er ins Fadenkreuz von Fernsehleuten, die ihn zum Social-Media-Star aufbauen.

„Mich hat die Figur fasziniert“, erklärt Rogowski. „Torsten ist einer, der von sich behauptet, ein Held zu sein, aber nicht wegen seiner übermenschlichen Fähigkeiten, sondern gerade aufgrund seiner ganz menschlichen Fähigkeiten. Diese Diskrepanz zwischen Überirdischem und irdischem Tollpatsch, die fand ich spannend zu spielen.“ Er eigne sich einfach sehr gut für diese Rolle, „weil ich zum einen aussehe wie ein Superheld, zum anderen aber auch ein großer Tollpatsch bin.“

Über die Antwort auf die Frage, ob er im richtigen Leben auch gern ein Superheld wäre, muss der Schauspieler lange nachdenken. „Ja, aber nicht als Vollzeitjob. Eine Halbtagsstelle als Superheld wäre, fände ich, nicht schlecht.“

(es)

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