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Auf Spurensuche begeben

Wer die Ausstellung in der Synagoge aus Groß-Umstadt gestalten wird, hat der Hessenpark entschieden, doch jetzt muss noch ein weiteres Problem gelöst werden.
Das Modell zeigt, wie die Ausstellung in der Synagoge aus Groß-Umstadt aussehen soll: Die Besucher können Schubladen öffnen und in Akten blättern. Das Modell zeigt, wie die Ausstellung in der Synagoge aus Groß-Umstadt aussehen soll: Die Besucher können Schubladen öffnen und in Akten blättern.
Neu-Anspach. 

Das in Darmstadt und Köln ansässige Architekturbüro "KatzKaiser" wird in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt und dem Hessenpark die Dauerausstellung in der sanierten und Anfang Juni eröffneten Synagoge aus Groß-Umstadt gestalten. Das hat eine fünfköpfige Fachjury entschieden. Außerdem durften die Besucher der Einrichtung ihre Meinung kundtun und ihren persönlichen Favoriten wählen – sie hatten ebenfalls eine Stimme.

Das Freilichtmuseum hatte Anfang des Jahres einen Gestaltungswettbewerb für die Dauerausstellung ausgelobt, die das Leben hessischer Juden auf dem Land thematisieren soll. Nach einer Vorauswahl waren fünf Büros übriggeblieben, welche ihre Vorschläge seitdem auf der Empore der Synagoge zeigen. "An dem Entwurf von KatzKaiser hat uns überzeugt, dass er an die ursprüngliche Funktion der Synagoge als Lese- und Schulraum anschließt", begründet Wissenschaftlerin, Hessenpark-Mitarbeiterin und Jury-Mitglied Petra Naumann nun die Entscheidung der Jury.

Das Konzept von Marcus Kaiser und Tobias Katz nutze den gesamten Raum, ohne ihn zu verdecken. Es lasse zudem Flexibilität in der Gestaltung der einzelnen Themenbereiche zu, erklärt Naumann weiter. Wie in einer Werkstatt könnten sich die Besucher auf dem Weg durch die Schau Themen erschließen und Inhalte selbstständig erarbeiten. "Beim Öffnen von Schubladen, Blättern in Alben, Durchstöbern von Schachteln und Karteikästen und beim Lauschen an Hörstationen wird sich jeder Einzelne auf eine Spurensuche nach vergangenem jüdischen Leben begeben."

140 Quadratmeter ist die Ausstellungsfläche groß, und dort sollen Themen wie "Miteinander leben im Ort", "Berufe", "religiöser Alltag und Festtag" behandelt werden, vor allem aber auch einzelne Familiengeschichten sowie der unsägliche Abbruch aller alltagskulturellen Verflechtungen während der nationalsozialistischen Diktatur dargestellt werden, berichtet Hessenpark-Pressesprecherin Pia Preuß.

Doch bis es so weit ist, dauert es noch etwas. Denn: 100 000 Euro kostet es, die Ausstellung umzusetzen, und dabei ist der Hessenpark noch auf Sponsoren angewiesen. Ein Spendenkonto wurde bereits eingerichtet (Naspa, Konto 304 085 800, BLZ 510 500 15, Spendenzweck: Synagoge Groß-Umstadt), aber Pia Preuß bezeichnet eine Eröffnung 2013 als "hehres Ziel". Erst müsse das Geld zusammen sein, dann könne die Schau aufgebaut werden.

Zurzeit ist in dem jüdischen Gotteshaus eine Fotoausstellung zum jüdischen Landleben in Windecken, Ostheim und Heldenbergen vor dem Holocaust zu sehen. Und bis Oktober können dort auch noch die Entwürfe des Sieger-Büros und der anderen Bewerber betrachtet werden.

Und dazu gehört auch das, was das Berliner Büro "ON architektur", das mit zwei von sechs Stimmen den zweiten Platz belegt hatte und auch vom Publikum gewählt worden war, eingereicht hatte. Pia Preuß berichtet, dass sich viele Besucher beteiligt hatten: "Das Angebot ist sehr gut angekommen." Eine genaue Zahl konnte sie allerdings nicht nennen. pet

(Anja Petter)
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